Aufklärung zum Thema Drogen

Pilze auf dem Campingplatz

– Ein anonymer Erfahrungsbericht –

Der vorliegende Erfahrungsbericht zeigt einen sehr starken Psilocybin-Rausch. Es wird lebhaft klar, wie gefährlich solch ein Experiment sein kann.
Alle an Psilocybin und LSD interessierten sollten unbedingt den allgemeinen Hinweistext lesen.

Wir schreiben dir hier unsere Erfahrung, die wir mit Pilzen gemacht haben. Es war nicht unbedingt ein schönes Erlebnis.

Wir trafen uns mit vier Mädchen auf einem Camping-Platz. Es war ein warmer Sommerabend, also beschlossen wir während unseres Trips draußen zu bleiben. Wir hatten 6 Gramm Mexikanische Pilze, deren ekligen Geschmack wir mit einem selbstgemachten Dipp aus echtem Kakao und Honig (so wurde es uns empfohlen) überdecken wollten. Nach ca. einer halben Stunde bekamen wir alle heftige Lachkicks. Andauernd knickten uns die Beine weg. Zu jeder Person auf dem Campingplatz hatten wir einen Kommentar abzugeben, machten uns über sie lustig und schauten uns diese unheimlich fremde, sich verändernde Gegend an.

Plötzlich schauten meine Freundin und ich uns an und wir wussten, dass irgendwas nicht stimmte. Doch wir sagten nichts und liefen einfach weiter (ich glaube, das war ein großer Fehler). [1] Wir bemerkten, dass die Wirkung immer heftiger wurde, die Steigerung hörte nicht mehr auf. Aus den Lachkicks wurden plötzlich Panikattacken. Wir hatten heftigen Drang zum heulen, die Euphorie wurde immer schlimmer. Angst durchströmte uns als wir unsere Optiks [visuelle Effekte] sahen. Harmlose Büsche wurden zu nach uns greifenden Kreaturen, der Boden verwandelte sich in ein 3D-Quadrat,in dem wir zu schweben schienen. [2] Wir waren zwar zu viert, aber jeder hatte das Gefühl allein zu sein.

Wir beschlossen den Campingplatz zu verlassen, dabei mussten wir jedoch über ein riesiges Fußball-Feld laufen. Aus den dem Gras wurden Millionen von Maden, welche versuchten an uns hochzukrabbeln. Meine Freundin schrie uns auf einmal an, dass wir doch endlich die Schnauze halten sollten, doch keiner hatte was gesagt. Ihr könnt verstehen wie es uns ging. Wir wussten gegenseitig, dass keiner mehr klar kam. Endlich runter vom Platz, liefen wir über eine Straße, erst jetzt fielen uns die vielen grellen Farben auf. [3] Jeder bewegte sich wie ein ferngesteuertes, verzerrtes Computermännchen. Plötzlich veränderte sich mein Hörsinn. ÜBERALL hörte ich Tausende von RASENMÄHERN, die mich verrückt machten.

Als ob das nicht alles schon schlimm genug gewesen wäre, sagte eine Freundin plötzlich zu mir, das ich ihnen alle Angst machen würde. Mein Wahrnehmungssinn brach nun ganz zusammen. Jeder sah den anderen vollkommen verändert. Ich sah aus wie eine grüne, schuppige Eidechse, die sich auch noch wie eine bewegte, nicht aus Halluzination, sondern aus Realität, da sich mein ganzer Körper verkrampfte; ruckartige, zuckende Bewegungen. Ich bekam Luftnot, hatte Atemlähmung. [4] Die andere sah aus wie ein behaarter Gorilla, die andere wiederum wie ein gelb-grünes Huhn.

Meine Freundin sah für mich am schlimmsten aus. Ihr ganzer Körper war von bluterfüllten Adern überzogen. Ihre roten Augen quillten heraus. Sie sah aus ein Zombie. Sie machte mir Angst, dabei war sie die einzige, an die ich mich halten konnte, da ich mit den anderen beiden nicht viel zutun hatte. Schließlich trennten wir uns. Meine Freundin und ich beschlossen zu ihr nach Hause zu gehen. Wir irrten durch die Gegend, keiner wusste wo wir waren. Auf meine Frage hin: „Weißt du überhaupt wo wir sind?“ antwortete sie nur: „Ja klar“. Das gab mir den Rest; uns war klar das keiner von uns den Weg wusste. Nach endlos langer Sucherei kamen wir schließlich an.

Sie wühlte in ihrem Rucksack auf der Suche nach ihrem Schlüssel, doch der Rucksack wurde immer tiefer und tiefer. Sie hatte das Gefühl in einem 100 Meter tiefen Brunnen zu greifen. Juhu wir waren im Zimmer. Unsere Optiks ließen nach, doch wir machten uns über jeden Scheiß Gedanken. Ich dachte ich sei hängen geblieben und wollte den Notruf anrufen, doch ich wusste nicht wie ich das Handy betätigte und wozu es überhaupt da war. [5]

Meine Freundin versuchte uns runterzukriegen und pappte mir einen übergroßen Löffel Puderzucker in den Mund, welcher sich an meinem Gaumen festpappte. Diese Gefühl war so ekelig, dass ich aufs Klo rannte und dabei die Zuckerschüssel umschmiss. Das war zuviel für meine Freundin, sie schrie mich an ich solle klarkommen, obwohl ihr Bruder zu hause war. Und ich wusste gar nicht, was sie meint. Sie fing an zu saugen, sofort hatte ich den Rasenmäher vor Augen und ich fragte mich die ganze Zeit warum sie mit dem Rasenmäher in ihrem Zimmer war. Viele weitere Paras folgten denen. Irgendwann ließ die Wirkung nach. Wir saßen ganze zwei Stunden nebeneinander und sagten andauernd: „Ich glaub, wir kommen wieder klar“.

Es passierten noch viele andere Sachen, doch dann wäre es zu lang gewesen. Dieses Pilz-Erlebnis schreckte uns aber trotzdem nicht davon ab, sie weiterhin zu konsumieren. Wir sehen es viel mehr als eine psychische Herausforderung.

Anmerkungen von Psychonaut:

[1] Das war insofern ein Fehler, als dass man die Wirkung von Psilocybin unterschätzt und nach 30 Minuten meint, alles sei noch kontrollierbar. Wenn man eine ausreichende Dosis dieser Pilze konsumiert hat, wird vermutlich NICHTS mehr kontrollierbar sein…
[2] Es ist üblich, dass alle Gegenstände und Personen nur noch Vorlagen für die eigene Phantasie sind. Das gesehene selbst hat keine eigene Bedeutung mehr. Man kann sich auf das Gesehene nicht verlassen.
[3] Hier passiert das Schlimmste: Die Mädels nehmen am Straßenverkehr teil. Das muss auf jeden Fall vermieden werden. Der Straßenverkehr ist tabu. Nicht nur, dass man sein eigenes Leben riskiert… man riskiert auch die Leben unbeteiliger Menschen. Also hier die Warnung an die Autofahrer: seid vorsichtig, wenn Gestalten am Straßenrand trudeln.
[4] Atemlähmung ist kein typisches Indiz für Psilocybin (anders als z.B. bei Opiaten und Alkaloiden). Möglicherweise war das nur eingebildet (was in diesem Zustand schlimm genug ist).
[5] Ein typischer Effekt: alltägliche Gegenstände erscheinen rätselhaft und sinnlos. Man sollte sich also beispielsweise nicht auf ein Telefon verlassen. Unter Psilocybin hat man keinerlei Bezug zum telefonieren. Ganz anders als bei Cannabis (dort wäre man zu faul, das Telefon zu bedienen) kommt einem das Telefon wie ein Gerät aus einer anderen Galaxis vor.

 

Image: © Marino / Dollar Photo Club

4 Kommentare

Kommentar schreiben.
  1. Exibitsche says:

    Als schamanisch Praktizierender kann ich nur eindringlich vor jedem Gebrauch raten,gute Bücher zu lesen,oder sich in die Verantwortung eines wirklich erfahrenen Users zu begeben-und damit meine ich nicht nur jemanden,der es schon mal getan hat.
    Sogar diese letzte,ziemlich heftige Dosis,ist nichts gegen das,was mit einem passiert,der über die beschriebenen Abwehrkämpfe ums loslassen des Egos mit einer(individuell,deshalb ungewollt ereichbar)noch höheren Dosis hinausgeht:völlige Entselbstung(kein ich-kein Individuumsgefühl,kein Körper mehr).Du bist dann möglicherweise nur noch ein sabbernder Materieklumpen,ausgesetzt allen höllischen Qualen ohne Zeitrelation,gefangen.
    Hilfe kann hier zB(im Vorfeld!)das Buch von uA t.Leary Psychedelische Erfahrungen/Tibetanisches Totenbuch geben.Wer ungewollt und ohne Hilfe zur Seite hierhingerät hat alle möglichkeiten als Heiliger oder Blöder zurückzukommen.Also vorsicht mit der(meist nachgelegten)Dosis.

  2. Khuda says:

    ………..

  3. Khuda says:

    ja, obwohl es für die mädels ein ziemlicher Horrortrip war,muß ich darüber schmunzeln…..die Pilze können nichts dafür…..sie sind nicht „Böse“….;-)…..in den Pilzen selbst steckt der Horror nicht drin,sondern im „mind“….u.die Mäsels waren ja wohl noch ziemlich unreif….all ihre unterdrückten Ängste und Befürchtungen kamen an die Oberfläche….um es krass auszudrücken:je mehr Scheiße in einem drinsteckt,umso mehr besteht die Tendenz zu einem Horrortrip…..die Pilze decken nur auf,was schon vorhanden ist. Von nichts kommt nichts!…

  4. Khuda says:

    ….die Pilze sind eben nicht zu konsumieren wie eine Chemiepille….man sollte sie als heilig betrachten,mit dem nötigen Respekt,und ein Ritual daraus machen,so wie es die alten Indianer auch gemacht haben….sonst werden sie einen eben das Fürchten lehren!….;-)…..

Antworten