Aufklärung zum Thema Drogen

Ein Cannabis Experiment

– Ein anonymer Erlebnisbericht –

An dieser Stelle möchte ich über einen Abend berichten, an dem ich zusammen mit zwei Freunden Cannabis (THC) konsumiert hatte. Die von mir beschriebenen Erfahrungen sind insbesondere dann verständlich, wenn man weiß, dass ich mich sehr stark mit Persönlichkeits-Arbeit beschäftige. Gemeinsam mit meinem Freundeskreis versuche ich also, meinen Charakter weiterzuentwickeln.
Dieses Vorwissen scheint mir wichtig zu sein, um meine Erlebnisse deuten zu können. Ich schreibe dies aber auch, um vor leichtsinnigem ‚Nachmachen‘ zu warnen! Sucht Euch jemanden, der sich mit Cannabis auskennt und dem ihr vertraut. Doch jetzt mein Bericht:

Wir verbringen den Abend zu dritt: Meine THC-erfahrene Freundin B. und mein Freund T. Auch für T. sind es die ersten Schritte in eine neue Bewusstseinsebene. B. wird uns bei der Orientierung in dem neuen Bewusstseinsraum helfen, indem sie aus ihrer Erfahrung heraus kritische Momente voraussehen kann und so eskalierende Entwicklungen rechtzeitig unterbindet. Vor einer ¾ h haben alle drei ca. 40 mg Maroc-Ketama oral zu uns genommen.

Ich nehme zum dritten Mal in meinem Leben THC. Mein Körper scheint sich auf die Droge eingestellt zu haben, denn im Gegensatz zu den ersten beiden vorsichtigen Versuchen, spüre ich jetzt eine deutliche Veränderung des Bewusstseins. Wir sitzen entspannt in meditativer Haltung auf dem Boden und gehen erwartungsvoll in uns.
Das große Glücks- und Friedensgefühl

Als erstes macht sich ein extremes Glücks- und Friedensgefühl breit. Ich fühle mich mit der ganzen Welt vereint und empfinde eine große Harmonie. Auch wenn ich an negative Dinge denke, überwiegt das optimistische Grundgefühl alles und alle Schlechtigkeiten der Welt an die ich denke, kommen mir lediglich wie Jugendtorheit und unreife, kindliche Verblendung vor, die ich zwar negativ bewerten kann, über die ich emotional aber auch verständnisvoll und ohne negative Emotion hinweggehen kann. Würde ich einen Stereotyp für das Gefühl suchen, würde ich sagen: Ich liebe euch alle!

Das Gefühl ist mir in dieser krassen Form fast fremd und ich verstehe auf einmal die friedensorientierte Hippie-Kultur der 60iger Jahre besser. Nach außen hin kann ich nun ein breites, zufriedenes Grinsen nicht mehr unterdrücken. Das Glücksgefühl nimmt mich mit sich fort, so dass auch die anderen auf das Einsetzen der Wirkung der Droge aufmerksam werden.

Leise beginnen wir uns über die ersten Wirkungen zu unterhalten, wenn wir auch sehr introvertiert und ruhig dabei bleiben.
Der Lachraum und veränderte Körperwahrnehmung

Ich beginne mich leicht zu bewegen und bemerke die veränderte Körperwahrnehmung: Alles ist sehr leicht, fast so als wenn man auf Wattewolken schwebt oder fliegt. Erst lasse ich meinen Oberkörper nur leicht im Sitzen kreisen, wobei die Bewegung mir sehr viel extremer vorkommt als sie tatsächlich sein kann.

Dann lehne ich mich leicht zurück und lege dabei meinen Kopf mit geschlossenen Augen in den Nacken. Ich fühle ich dabei wie eine Rakete, die ins All geschossen wird. Ich sehe Sterne, die an mir vorbeischießen und fühle mich vollkommen schwerelos. Ein wahnsinniges Gefühl! Dann aber wird das Glücksgefühl so stark, dass ich Lachen muss. Ich lache, lache immer lauter, kann überhaupt nicht mehr aufhören. Ich fliege immer noch durch meinen Sternenraum, der aber immer mehr zum Lachraum wird, in welchem sich der Raum eruptiv in Lachsalven verschüttet, die mich mit fortreißen. Nicht ich lache mehr, sondern der Raum „lacht mich“. Es ist zwar herrlich befreiend, beginnt aber nach einiger Zeit zu Schmerzen, da meine Muskeln auf solche Anfälle, die scheinbar unendlich lang haltbar sind, nicht trainiert sind. Am nächsten Tag habe ich deutlichen Muskelkater.

Die meditative Stimmung ist erst mal vorbei, da auch die anderen beiden beginnen Erfahrungen in meinem Lachraum zu machen. Nach einiger Zeit fangen wir uns wieder, denn wir spüren auch, dass wir unseren Bewusstseinszustand kontrollieren können, wenn wir uns nur ernsthafte Mühe geben. Zwar in unser Verhaltensspektrum nicht so beliebig wählbar wie im normalen Wachbewusstsein, dafür kann man sich aber zur Not ruhig beobachtend in sich selbst zurückziehen.
Erhöhte Sensibilität der Eigen- und Fremdwahrnehmung

Ich stelle fest, dass ich sehr viel sensibler auf das Verhalten meiner Umwelt reagiere. Sowohl Mimik als auch Körpersprache und verbal Mitgeteiltes scheinen ein Mehrfaches an Information zu bieten als der normale Wachzustand. Ich bemerke beispielsweise kleinste Unsicherheiten in der Stimme der anderen, fast als könne ich den sonst nur subliminal wahrnehmbaren Microtremor des Kehlkopfs, dem man die Ent- bzw. Verspanntheit des Gegenübers entnehmen kann, deutlich hören.

Jede Aussage der anderen ist plötzlich vieldeutig interpretierbar. Dabei überwiegt nicht EIN besonderer, verstärkter Eindruck, sondern mein Bewusstsein verliert die Funktion des „Schubladendenkens“, welches ich allerdings im normalen Wachbewusstsein bereits stark vermeide, nun aber merke, dass es normalerweise wohl trotzdem vorherrscht, denn sonst würde ich jetzt nicht so ins Trudeln kommen. Ich habe das Gefühl den inneren als auch den äußeren Ausdruck meines Gegenübers zutiefst verstehen und nachempfinden zu können, wobei der beobachtete Zustand fast unendlich vielfältig ist. Es gibt so viele Ebenen auf denen man nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst sehen und beurteilen kann. Und jede ist irgendwo schlüssig und auch richtig.
Das Verlassen von Wahrnehmungstunneln

Mir wird die Subjektivität unserer normalen Wahrnehmung bewusst. Es ist schockierend zu sehen, dass unser Bewusstsein anscheinend in linearen und reduktionistischen Bewusstseinstunneln verläuft, die man allerdings durch Drogen oder andere bewusstseinserweiternde Techniken verlassen kann. Die dabei entstehende Unsicherheit ist mir ein wenig unangenehm, allerdings entspricht es meiner eher relativistischen Grundhaltung, so dass es mir keine großen Probleme bereitet, diese Erkenntnis anzunehmen.

Mein Partner T. hat da allerdings größere Probleme. Im laufe der Sitzung machen sich bei ihm psychosomatische Krämpfe im Solarplexus breit, die auf ein krampfhaftes Festhalten am normalen Bewusstseinszustand zurückzuführen sind. Für ihn dauert es noch drei bis vier weitere Sitzungen, eher er sich völlig entspannt dem Zustand überlassen kann. Auch er erfährt durch die Sitzungen eine sehr erweiterte und vielfältigere Weltsicht.

Interessanter als die differenziertere Beobachtung der anderen, ist aber der Blick nach Innen. Fast ist es, als wäre man selbst eine multiple Persönlichkeit, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied zur psychiatrischen Störung, dass diese gleichzeitig beobachtbar, umgänglich und leitfähig sind. Eine völlig neue Ebene für Persönlichkeitsarbeit tut sich auf:

Während die Begegnung mit inneren Persönlichkeitsteilen im normalen Wachbewusstsein nur im therapeutischen Rahmen oder in der Traum- und Meditationsarbeit möglich ist, zeigen sich unter der Wirkung der Droge all meine sonst nur versteckt agierenden Persönlichkeitsteile für mich offensichtlich. Beruhigend ist auch hier die Feststellung, dass ich mich so weit im Griff habe, dass diese nicht mich und mein äußeres Verhalten beherrschen, sondern dass ich ihre Emotionen und Wünsche beobachten und analysieren kann. Im laufe späterer Sitzungen begegne ich allerdings auch Teilen von mir, die mir zutiefst unangenehm sind und denen ich mich am liebsten entziehen würde. Diese sind kaum vereinbar mit meinem sonstigen Selbstbild, so dass ich das Gefühl habe kopfschüttelnd neben mir zu stehen und sagen zu müssen: Das bist nicht du! Auf der anderen Seite sehe und beobachte ich, dass ich es doch sein muss, denn an eine Besessenheit durch einen fremden Geist kann ich nun wirklich nicht ausgehen! Für einen Zeitraum von mehreren Wochen würde ich die Sitzungen am liebsten vermeiden, da sie mich sehr viel innere Anstrengung kosten. Der Gruppendruck und das nicht-auffallen-wollen tun aber ausnahmsweise ihr Gutes, so dass ich mich zwingen kann mich weiter zu konfrontieren.
Verlust der zeitlichen Dimension

Eines der Highlights der ersten Erfahrungen ist der völlige Verlust des Zeitgefühls. Nicht nur, dass uns die Einschätzung von Zeiträumen verloren geht, d.h. wir nicht wissen, ob nach einer Handlung eine Stunde oder nur eine Minute vergangen ist. Nein, wir wissen auch nicht, ob wir etwas nur gedacht oder gesagt haben. Es ist, als wenn inneres Erleben und äußeres Sein gleichzeitig sind. Was folgt worauf? Das Kausalprinzip von Ursache und Wirkung scheint nicht-existent zu sein.

Diesen Zustand empfinde ich als faszinierend: Ist es tatsächlich so, dass unser Geist nun die Zeit überwinden kann? Oder handelt es sich um eine drogeninduzierte physiologische Nebenwirkung unseres inneren Taktgebers? In späteren Sitzungen haben wir noch viele sehr interessante und tiefgehende Diskussionen auf philosophischer und quantenphysikalischer Ebene.

An diesem Abend aber, beobachten wir erst staunend und irritiert, dieses neue Gefühl des völligen Zeitverlusts. Plötzlich habe ich den Eindruck, die Gedanken der anderen lesen zu können. T. unterhält sich mit B., während ich nur zuhöre, dem Inhalt des Gesagten aber nur bedingt folge. Vielmehr fasziniert mich, dass ich meine T.s Gedanken lesen zu können. In meinem Kopf erscheint jenes was er sagt, bevor er es ausspricht! Plötzlich scheint er zu bemerken, dass etwas anders ist. Er dreht sich zu mir um und „sagt“: „Du liest in meinen Gedanken!“ Und seine Lippen bewegen sich dabei nicht.

Ich bin irritiert. Habe ich dies tatsächlich „gehört“? Oder hat er mich nur angesehen und ich habe gedacht, dass er es sagt? Seine Reaktion scheint aber genauso irritiert zu sein wie die meinige. Ich denke wieder: „Es kann doch nicht sein …“ T. unterbricht meine Gedanken durch seine und denkt: „Doch, wir unterhalten uns telepathisch!“ Ich wünsche mir von ihm einen Beweis, dass es tatsächlich so ist, doch er „sagt“: „Nein, nicht jetzt. B. ist dabei und sie kann nicht teilhaben.“

Im laufe des Abends habe ich dann nochmals das Gefühl des telepathischen Kontakts, diesmal aber zu B. Allerdings erscheint der Eindruck mir nicht so klar zu sein, wie zuvor bei dem Erlebnis mit T.

Nach wie vor weiß ich nicht, ob tatsächlich gesprochen wurde. Sehe ich voraus, was er sagen will oder sage ich ihm gar, was er sagen soll? Sind meine Gedanken von seinen zu trennen? Oder sind unsere Gedanken vielmehr ein eigenständiges, virtuelles komplexes Gebilde, an welchem sich jeder beteiligen kann, in dem er aktiv einen im Raum stehenden Gedanken, den die anderen gleichzeitig erfahren können ausspricht?
Rückkehr in verlorene Kindheitserinnerungen

Das lebhafte Wiedererinnern an Erlebnisse und Emotionen aus der Kindheit, stellten nicht nur in dieser Sitzung ein ungesuchtes Hauptthema dar. Die Art der Erinnerung ähnelt den Berichten aus hypnotherapeutischen Rückführungen, wobei bei dieser Erfahrung allerdings kein äußerer Führer notwendig war. Die Erinnerungen kamen, ohne dass ich diese suchen musste. Die Qualität war sowohl angenehmer als auch unangenehmer Natur und brachten Erinnerungen, die zuvor überhaupt nicht mehr im Gedächtnis gegenwärtig waren, sich aber anhand von Gesprächen mit Verwandten oder dem Nachverfolgen von Daten eindeutig überprüfen ließen. Dabei ist die Detailliertheit der Erinnerungen erschreckend bis unfassbar. Erinnerungen an Gerüche, Stimmen und auch andere Sinneseindrücke reichten bis in die vorbewusste Kindheit zurück. Ich habe auch Erinnerungen an die Geburt selbst gehabt und Gefühle erlebt, die der pränatalen Zeit entstammen. Ob es sich dabei aber um objektive Ereignisse handelt, ist natürlich fragwürdig und sehr schwer überprüfbar.

Da ich unter der Droge aber letztendlich nur mir selbst begegne, d.h. meinem Innenleben, und die Definition meiner Persönlichkeit nicht durch tatsächliche objektive Ereignisse meiner individuellen Vergangenheit entstammt, sondern immer nur der aktuellen subjektiven Erinnerung, hat die Überprüfung solcher Daten immer nur sehr begrenzten Wert. Der nahezu unerschöpfliche Wert der Rückkehr solcher Erinnerungen, liegt wieder einmal in der Möglichkeit zur bewussten Persönlichkeitsveränderung.
Der Blick in die Zukunft

Erschreckt stellte ich an diesem Abend aber auch fest, dass ich scheinbar in die Zukunft sehen konnte. Persönliche Zukunftsszenarien spielten sich ähnlich Filmen vor meinem inneren Auge ab, die teilweise angenehmer als auch beängstigender Natur war. Die extremen Möglichkeiten macht mir aber auch bewusst, dass es unmöglich die reale Zukunft, sondern wohl nur potentielle sein konnten. Da die Szenarien auch emotional sehr durchsetzt und sehr real waren, sehe ich in diesem Denken eher eine Gefahr. Der Wunsch in uns, DIE Zukunft vorwegnehmen zu können, steckt sehr tief in uns und kann zu einem beherrschenden Gedanken werden. Es ist einfacher die Vergangenheit zu vergessen, als den Gedanken an ein plastisch erlebtes Zukunftsszenario. Der selbsterfüllenden Prophezeiung ist damit Tür und Tor geöffnet. Ich denke an den Spruch: Darum bedenke, was du dir wünscht!

Der Abend brachte noch viele weitere Erlebnisse, die ich aber zum einen nicht mehr vollständig erinnern kann, da das Geschehene nun einige Jahre zurück liegt. Zum anderen sind viele Ereignisse nur schwer in Worte zu fassen.
Der Tag danach

Die Gespräche an den folgenden Tagen bestätigen übrigens, dass wir alle drei den Eindruck hatten, dass wir uns teilweise telepatisch unterhalten haben. Allerdings lässt sich der Eindruck nicht eindeutig verifizieren. Ein geplantes Vorgehen, wie es in einem wissenschaftlichen Versuch notwendig wäre, ließe nicht die notwendige Versenkung aufkommen. Auch der Wunsch nach einem eindeutigen Beweis lässt nach. Die Menge der inzwischen von mir gemachten Erfahrungen zeigt, dass die intuitive Wahrnehmung unter Drogen, und sei es nur durch sublimfinale Botschaften, stark erhöht wird. Und dies reicht mir.

Eine andere, sehr angenehme Wirkung des Essens von THC ist, dass durch die hohe Dosierung im Körper auch die nachfolgenden Tage noch unter geringem Einfluss der Droge stehen. Er ermöglicht eine tiefe Entspannt- und Gelassenheit, die sich sehr produktiv auf soziale Interaktionen als auch auf Persönlichkeitsarbeit auswirkt. Dadurch ist man sehr gut in der Lage, das Erlebte in den Alltag und die normale Bewusstseinsfunktion zu integrieren. Allerdings sollte man sich vor dem überschwänglichen Gedanken hüten, dass alles was man an inneren Problemen erkannt und reflektiert hat, nun auch im Bewusstsein tatsächlich integriert ist oder dies gar dauerhaft verändert ist.

Drogengebrauch ist lediglich eine auf den Moment des Konsums begrenzte Bewusstseinserweiterung. Was aber einmal gesehen wurde, lässt sich danach aber leichter wiederfinden und vielleicht langfristig auch umsetzen.
Eine neue Sinnlichkeit – weitere Erlebnisse unter THC:

Die Vielfalt der möglichen Erfahrungen unter THC scheint unbegrenzt zu sein. Wesentlich neben einer veränderten Sinneswahrnehmung, sind für mich vor allem tiefgreifende spirituelle Erfahrungen sowie weitere ASW Erlebnisse, die sich im Einzelfall auch verifizieren, leider aber nicht willentlich reproduzieren ließen.

Der Vollständigkeit halber nenne ich hier noch einige andere typische Erfahrungen unter THC, wobei die Auflistung nicht annähernd vollständig ist.
Das Annehmen anderer Seinsformen

Ich beobachte meine Katze. Sie tigert durch die Wohnung und entdeckt dabei eine Spinne, die ebenfalls auf Wanderschaft ist. Die Katze und die Spinne nehmen damit meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Ich bemerke erst gar nicht, wie SEHR meine Aufmerksamkeit an die Katze gefesselt ist. Plötzlich wird mir bewusst, dass ich die Katze bin, auch wenn mein Körper immer noch im Meditationssitz am Boden sitzt. Meine Aufmerksamkeit ist 100% bei der Katze: Ich denke wie sie, beobachte wie sie, BIN die Katze! Ich beschließe daher meiner Neigung zu folgen und bewege mich auf allen Vieren, meiner Katze gleich, der Spinne hinterher. Der gleiche instinkthafte Jagdtrieb ist in mir erwacht. Ich habe mein absurdes Verhalten vergessen und gebe mich vollkommen der Faszination der Spinne hin. Dabei verändert sich auch meine Raumwahrnehmung. Ich sehe alles aus der niedrigen Perspektive der Katze, RIECHE die Spinne und alle die anderen Einflüsse der Umgebung. Meine Katze scheint zwar erstaunt über mein Verhalten zu sein, akzeptiert mich und mein Verhalten aber, da sie mich sowieso als ihresgleichen betrachtet. Ein Konkurrent bin ich nicht für sie – wir wissen beide, dass die Spinne nicht schmeckt und würden nie auf die Idee kommen diese zu essen. Nur das Beobachten, das ist wirklich interessant. Irgendwann wird uns die Spinne langweilig, so dass wir uns wieder anderen Dingen hingeben.
Eine spirituelle Offenbarung

In den Tagen vor diesem Trip, habe ich mich intensiv mit einem Erlebnisbericht einer spirituellen Erfahrung beschäftigt. Es handelt sich um das Buch „40 Tage“ von Dr. Michaela Özelsel. In dem Buch berichtet sie tagebuchartig, was ihr während ihrer Initiation in den sufistisch/moslemischen Halvet widerfahren ist.

(Der Halvet ist eine 40-tägige Fastenmeditation im Islam, die die eine Gotteserfahrung Suchende in völliger Abgeschiedenheit ohne äußere Reize verbringen. Neben wenigen rituellen Handlungen, sind lediglich zwei bis drei ausgewählte religiöse Schriften und das Aufzeichnen eigener Notizen gestattet.)

Während meiner THC Sitzung wanderten meine Gedanken wohl zu den Aufzeichnungen dieser Frau und verursachten in mir einen inneren Dialog mit einer Instanz, die ich als „furchtbaren“ Gott bezeichnen möchte. Die Erfahrung war zutiefst von Ehrfurcht durchsetzt ohne dass ein Gefühl von Angst aufkam. Das ewige Auf und Nieder von Tod und Leben wurden zu erfahrbaren Begriffen für mich. Religiöse Erlebnisse lassen sich nur erfahren, nicht verbal vermitteln, weswegen ich auch an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen kann.

Das, was die großen Mystiker in Bildern beschreiben, hätte auch einem Erlebnis unter einer psychedelisch wirksamen Droge entspringen können. Ich möchte an dieser Stelle auf zwei bemerkenswerte Experimente mit LSD von Dr. Timothy Leary verweisen, von denen das eine religiöse Erfahrungen unter Drogen untersucht, während das andere sich auf eine psychologische Langzeitstudie zur Persönlichkeitsreifung unter Drogen bezieht.

Aber es gibt auch weniger tiefgehende, mehr triebhafte Erfahrungen unter THC:
Der „Fresskick“

Unter THC schmeckt fast alles gut. Deswegen wird es u.a. momentan für den Einsatz in der Krebstherapie und bei Aidspatienten untersucht, da es z.B. die Nebenwirkung des Appetitverlusts in der Chemotherapie wundervoll kompensieren kann. Hier über die wundervollen haptischen Erlebnisse unter THC zu schreiben, wäre müßig. Es empfiehlt sich aber, sich selbst auf dieses Experiment einzulassen. Einzige Regel: Man sollte nicht zuviel, zu sehr durcheinander essen, obwohl gerade dies besonders reizvoll zu sein scheint. Der Magen ist leider nicht so flexibel wie unser Bewusstsein und die Sinneswahrnehmung unter THC. Und ein Brechreiz oder gar das Übergeben selbst, wird wie alle anderen Tätigkeiten ebenfalls verstärkt wahrgenommen. (Hilfreich bei der Selbstdisziplin ist es, nur begrenzt viele Lebensmittel im Haus zu haben. 😉

Quelle:

Der Autor dieses Erlebnisberichtes ist dem Webmaster der Drogen-Aufklaerung.de nicht bekannt. Er nutzte die Möglichkeit der anonymen Email. An dieser Stelle Dank dem Autoren für diesen sehr ausführlichen und eindrucksvollen Beitrag!

 

Image: © hywards /  Dollar Photo Club

2 Kommentare

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  1. Matteli says:

    Also erstmal issn echt cooler Berricht und sehr ausführlich und verständlich.

    Und nochwas zum Gefühl des Gedanken lesens das kommt daher weil man es intensiver wahrnimmt diesen Gedanken leser effekt haben alle leute nur nehmen es diese nicht so sehr war,was ich damit sagen will ist,jeder hat manchmal das Gefühl zu wissen was der andere denkt nur nimmt man dies auf dieser Droge viel intensiver war,so das es sich so anfühlt als sei es so das man die Gedanken liest 😉

  2. okan says:

    will mehr wissen!
    und wie ich überhaupt die drogen vermeide!

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