Aufklärung zum Thema Drogen

Drogenaufklärung in Deutschland

CHTUNG:
Einge Leser bemängeln, dass dieser Bericht illegale Drogen verharmlost. Das ist aber nicht das eigentliche Ziel. Es sollen lediglich Vorurteile bekämpft werden. Der Konsum von Drogen aller Art ist potentiell gefährlich!!!

Alle sind sich einig: Die DROGENAUFKLÄRUNG ist ein zentraler Schlüssel zur Bewältigung der Drogenproblematik schlechthin. Doch wie steht es mit der Drogenaufklärung in diesem unserem Lande?

Die meisten Bürger werden sagen: „Na klar wird aufgeklärt!“. Doch weit gefehlt. Was uns Bundesregierung und Medien präsentieren ist eine pauschalierte Schwarzmalerei, die nur ein einzigen Ziel hat: Das Erreichen von Drogenabstinenz durch Fehlinformation.

Das Problem der Urteilskraft: Wann ist man „aufgeklärt“?

Um die Qualität z.B. der Drogen-Aufklärung beurteilen zu können, muss man sich natürlich zunächst mit dem Thema „Drogen“ beschäftigt haben – wie sonst sollte man die Qualität einschätzen können? Ein interessantes Problem… wenn ich als Bürger genau so viel weiß, wie mir Regierung und Medien täglich melden, dann fühle ich mich gut informiert. Das ist logisch, aber leider auch falsch.

Warum ich die Bundesregierung und die Medien so kritisch sehe? Das ist ganz einfach: Die Bundesregierung muss in ihrer Informationspolitik den vorsichtigsten Weg gehen. Im Zweifelsfall müssen alle Risiken übertrieben werden und auch der schwächste Bürger geschützt werden. Das funktioniert nur auf Kosten der Wahrheit, die in ihrer Komplexität nicht betrachtet werden kann.

Die Medien haben ein anderes Problem: „bad news are good news„. Das bedeutet konkret, dass ein Verleger seine Stückzahlen/Einschaltquoten nur halten kann, wenn er etwas berichtet, was die Menschen reizt… und das sind bekanntlich Sex, Gewalt, Katastrophen und Tragödien. Wir können folglich nicht von den Medien verlangen, dass sie über Karl W. berichten, der am Sonntag einen wunderbaren und friedvollen Trip erlebt hat. Das interessiert niemanden.

Wer also beim Thema „Drogenaufklärung“ der Bundesregierung und den Medien traut, der muss meiner Meinung nach noch einiges lernen. Doch welcher Weg bleibt dann übrig, um sich „aufzuklären“? Muss man Erfahrung mit Drogen gemacht haben, um über sie urteilen zu können? Ja, ich glaube schon. Dies bedeutet nicht, dass man Drogen nehmen soll; vielmehr soll das bedeuten, dass man nicht zu jedem Thema eine Meinung haben muss.

‚Drogen-Aufklärung‘ übertragen auf ‚Sexual-Aufklärung‘

Um ein Bild davon zu vermitteln, wie oberflächlich die momentane Drogen-Aufklärung der Medien ist, werde ich die Aussagen über Drogen auf die Sexualität übertragen. Anschließend werden die einzelnen Parallelen analysiert.

Hier nun die Sexual-Aufklärung für Kinder, die der aktuellen Drogen-Aufklärung gleicht:

„Die Sexualität ist ein Fehlverhalten, was besonders bei jungen Menschen verbreitet ist. Der Geschlechtsakt führt immer zur Schwangerschaft. Alle Sexualpraktiken sind pervers. Der Orgasmus ist ein bewusstseinsverändernder (!) Rausch. Sexuell aktive Menschen treiben sich im kriminellen Milieu der Prostitution herum. Man flüchtet in die Sexualität, um seine (Beziehungs-) Probleme zu verdrängen. Am Schrei des Orgasmus erkennt man, was für eine schmerzvolle Quälerei der Sex wirklich ist. Niemand macht freiwillig Sex, denn er bringt nur Sorgen und Krankheit. Der einzige Weg diesem Teufelskreis zu entgehen ist ENTHALTSAMKEIT.“

Na, wiedererkannt? Ist das die Sexualität in Deutschland? Ist ein heranwachsendes Kind hiermit gut aufgeklärt worden? Wird das Kind nun ein gesundes Sexualleben haben? Nein, natürlich nicht.

Wo liegen nun die Parallelen zum heutigen Stand der Drogen-Aufklärung?

1.) Die Sexualität ist ein Fehlverhalten, was besonders bei jungen Menschen verbreitet ist?

Die Drogenproblematik ist ein Problem der Jugend? Das könnte den „Erwachsenen“ so passen. Damit wäre das Problem schön weit weg geschoben. Frei nach dem Motto: „Meine Welt ist in Ordnung. Aber die Jugendlichen haben da ein gefährliches Problem“.

Fakt ist, dass in der BRD 4 Millionen Menschen alkoholabhängig sind, bzw. ein ernstes Alkoholproblem haben; und das sind vermutlich zu 90% „Erwachsene“. Darüber hinaus haben wir 1,5 Mio. Beruhigungsmittel-Abhängige; dies sind sehr oft ältere Frauen. Wir haben ca. 6,7 Mio. Raucher, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen; und das sind nicht nur Jugendliche. Die 150.000 spielsüchtigen Menschen in unserem Land sind zum allergrößten Teil erwachsen.

Jede Generation hat ihre eigenen Drogen: die 16-jährigen bevorzugen synthetische Aufputschmittel, 20-jährige bevorzugen Cannabis und der restlichte Teil der Bevölkerung schüttet Alkohol in sich hinein und stopft sich mit Tabletten voll. Wer also hier die deutsche Drogenproblematik auf die Jugendlichen abschiebt, der ist schlecht aufgeklärt.

2.) Der Geschlechtsakt führt immer zur Schwangerschaft?

Drogen machen immer süchtig? Davon gehen wohl die allermeisten Menschen aus. Genauso war früher die Sexualaufklärung: Sex macht immer schwanger. Der wirklich aufgeklärte Mensch weiß, dass die Realität sehr viel komplexer ist.

Die wichtigste Botschaft: Cannabis (alias „THC“, „Haschisch“, „Gras“, „Shit“ …) selbst macht NICHT abhängig oder gar süchtig. Hunderttausende Bundesbürger, die Cannabis regelmäßig konsumieren, können das bestätigen. Man kann jederzeit den Konsum stoppen. Das ist wissenschaftlich bewiesen und ist unumstößlich. Wer nach langer Zeit des Konsums mit Cannabis aufhört, hat die gleichen Probleme wie derjenige, der seinen Fernseher abschafft. Das ist nicht übertrieben!

Das gleiche gilt für LSD und Psilocybin-Pilze: Die Gefahr einer Abhängigkeit oder Sucht ist Null. Es macht keinen Unterschied, ob man einmal im Monat einen „Trip wirft“ oder ins Kino geht.

Was die härteren Drogen angeht, so ist der Fall komplizierter. Hier gibt es durchaus Wirkstoffe, die abhängig und süchtig machen können und somit dem Alkohol gleich gestellt werden können.

ACHTUNG:

Allerdings ist nicht immer der Wirkstoff entscheidend, sondern die Psyche des Konsumenten. Bei näherer Betrachtung sind wir Menschen nämlich von sehr vielen Dingen abhängig, ohne es zu wissen. Bei Cannabis zum Beispiel geht die Wissenschaft davon aus, dass Abhängigkeitssymptome die Folge von psychischen Problem sind; und nicht die Ursache.
Das soll die Drogensucht nicht verharmlosen; es soll vielmehr zum Denken anregen.

Wer also die Auffassung vertritt, dass Drogen stets mit Abhängigkeit gleichzusetzen sind, ist nicht aufgeklärt.

3.) Alle Sexualpraktiken sind pervers?

Ist es wirklich so, dass alle Drogenkonsumenten besinnungslos in der Zimmerecke hocken – röchelnd, kotzend, schreiend, jederzeit bereit, sich aus dem Fenster zu stürzen? Sind die menschlichen Wracks an den Bahnhöfen repräsentativ?

Natürlich nicht. Das sind Märchen – von unwissenden Menschen geglaubt und verbreitet. Wäre der Drogenkonsum derart schrecklich, dann würde es doch niemand tun! Es ist in 90% der Fälle nicht so, dass die Konsumenten aus Zwang zu den Drogen greifen – es ist der WUNSCH es zu tun. Somit ist die Situation vollends vergleichbar mit der normalen Situation eines unauffälligen Alkohol-Konsumenten.

Ein typischer Cannabis-Rausch ist wie ein intensives und entspanntes Träumen. Entweder schläft man dabei ein oder man unterhält sich angeregt mit Freunden. Nach 1-4 Stunden lässt die Wirkung immer weiter nach bis man wieder nüchtern ist. Warum gibt es zu Gewalttaten unter Alkohol ausführliche Studien – und zu Cannabis nicht? Ganz einfach: Cannabis macht jeden Menschen absolut friedfertig. LSD und Psilocybin sind derart eindrucksvoll, dass man nicht an Gewalt-Exzesse irgendeiner Art denken würde.

Lediglich eine kleine Gruppe von Konsumenten illegaler Drogen entsprechen dem Bild, welches die Medien gerne zeichnen. Und es sind vor allem die Alkoholiker, die in großer Zahl das Elend auf die Straße tragen. Die Statistik sieht so aus: es werden bundesweit 2.000 Tote gezählt, die durch illegale Drogen sterben. Das sind (bedauernswerte) 5 Menschen am Tag. Im Gegensatz dazu sterben täglich über 400 Menschen an Tabak und Alkohol.

Wer mit Drogenkonsum „Sodom und Gomorra“ assoziiert, ist seiner Phantasie (oder den Medien) zum Opfer gefallen. Die einzige Droge, die in weiten Bereichen diesem Vorurteil gerecht wird, ist….na?…Alkohol. Nicht darauf gekommen? Da zeigt sich der blinde Fleck unserer Gesellschaft.

4.) Der Orgasmus ist ein bewusstseinsverändernder (!) Rausch?

Ja, die Bewusstseinsveränderung ist ein extrem interessantes Thema. Wenn man Nichtaufgeklärte sprechen hört, dann wird das Wort „bewusstseinsverändernd“ ähnlich angewidert ausgesprochen wie „Aidskrank“ oder „pädophil“.

Ist denn die Bewusstseinsveränderung etwas schlimmes, was man dem Konsumenten vorwerfen dürfte? Ist denn der Genuss von Bier und Korn nicht ebenfalls bewusstseinsverändernd? Warum spricht denn niemand davon? Man trinkt Bier, um sein Bewusstsein zu verändern; man möchte locker, gesellig und offen sein.

Ist denn der Kinobesuch nicht ebenfalls bewusstseinsverändernd? Warum fragt denn niemand verständnislos: „Du gehst in einen Liebesfilm? Ja, aber damit veränderst Du doch Dein Bewusstsein! Das, was Du dort siehst, hat doch nichts mit dem ECHTEN Leben zu tun“.

Ist denn Sex keine Bewusstseinsveränderung? Schweben wir hier nicht in ganz anderen Gefühlen; weit ab vom Alltag?

Bewusstseinsveränderung gehört zu unserem Leben. Punkt.

Also soll man z.B. Cannabis-Konsumenten bitte nicht vorwerfen, sie wollten MUTWILLIG ihr Bewusstsein verändern. Denn das ist ein ganz normaler Prozess, den wir durch Kaffee, Nikotin, Alkohol, Spielen, Fernsehen, Sex, Medikamente usw. hervorrufen. Seit es die Menschheit gibt, verändert sie ihr Bewusstsein.

Wer also die Bewusstseinsveränderung von Drogen kritisiert, ist schlecht aufgeklärt. Es wäre an der Zeit mal intensiv über unser Bewusstsein und unsere alltägliche Veränderung dessen nachzudenken.

5.) Sexuell aktive Menschen treiben sich im kriminellen Milieu der Prostitution herum?

Sind Drogen-Konsumenten grundsätzlich kriminell?

Je nach dem, wie man es sehen will. Die Alkoholtrinker und Zigarettenraucher haben einfach Glück, dass ihre Drogen (obwohl nachweislich schädlich und suchterzeugend) gesetzlich erlaubt sind. Und Cannabis-Konsumenten haben einfach Pech, dass ihre Droge (obwohl gesundheitsfördernd und NICHT suchterzeugend) verboten ist. Um diesem offensichtlichen Problem rechtlich Rechnung zu tragen, muss der Cannabis-Konsum seit 1994 nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. So will es das Bundesverfassungsgericht.

Weil Cannabis-Konsumenten also Pech haben, müssen sie sich in das kriminelle Milieu begeben, um an Cannabis zu gelangen. Sie müssen dies tun, weil der Gesetzgeber dies so fordert; mit allen Problemen, die daraus resultieren… kein Konsument legt Wert darauf, sich mit „Dealern“ zu treffen. Keiner möchte das Drogen-Milieu finanzieren.

Aber selbstverständlich gibt es auch eine zahlenmäßig kleine Gruppe von Drogensüchtigen, die durch Kriminalität den Drogenkonsum finanzieren muss. Aber um objektiv zu sein, muss man einfach sehen, dass mindestens 90% aller Drogenkonsumenten ein völlig unauffälliges Leben führen.

6.) Man flüchtet in die Sexualität, um seine (Beziehungs-) Probleme zu verdrängen?

Flüchtet man in die Welt der Drogen, um der „wahren Welt“ auszuweichen? Ist der Konsum von Drogen die „Kapitulationserklärung“ und der „Problemverdränger“ schlechthin?

Viele Menschen würden dies genau so sehen. Andere Menschen würden in der Nutzung von Drogen ein HINWENDUNG zur „wahren Welt“ sehen – viele Einweihungswege sind ohne Drogen nicht denkbar (z.B. Castaneda). Beides kann richtig sein, das kommt ganz darauf an…

Ich behaupte, dass wir alle jede Menge Möglichkeiten gefunden haben, um unsere Probleme zu verdrängen. Da sollten wir uns nichts vormachen. Der Sachbearbeiter, der (trotz Familie) den ganzen Abend vor seinem Computer sitzt… der Arbeitslose, der den ganzen Tag im Bodybuilding-Studio verbringt… der Architekt, der seine ganze Freizeit mit seiner Modelleisenbahn vertreibt… alle diese Menschen verdrängen!

Wer von uns kann schon behaupten, dass er sich allen Problemen stellt? Wer würde an den Problemen dieser Welt nicht wahnsinnig, wenn er sich mit ihnen beschäftigt?

Das Spektrum der Möglichkeiten zur Verdrängung ist so riesig (und wird von uns allen so eifrig genutzt), dass es nicht zu vertreten ist, hier den stofflichen Drogen einen besonderen Vorwurf zu machen.

7.) Am Schrei des Orgasmus erkennt man, was für eine schmerzvolle Quälerei der Sex wirklich ist?

Kann man den Konsum von Drogen mit einem „Horrortrip“ gleichsetzen? Sind die grauenvollen Berichte, von denen man hört und liest, repräsentativ für Drogen? Viele Menschen schrecken vor Cannabis zurück, weil sie Angst vor einem Horrortrip haben.

Der Horrortrip ist ein unglaublich großer Mythos. Er ist der Sammelbegriff für alle unangenehmen Erfahrungen, die man unter Drogen sammeln kann. Das Wort ist einfach – doch die dahinterliegende Wahrheit ist sehr komplex.

Befreien wir uns zunächst von diesem Wort und sprechen lieber von „Krisen“ – das ist Wertneutraler und befreit unser Denken.

Es ist richtig, dass Drogen extreme Erfahrungen und Krisen bringen können – sowohl körperliche wie geistige. Viele dieser Erfahrungen haben wir in unserem Alltag noch nicht erlebt. Manchen Menschen sind offen; ihnen fällt es einfach, diese starken Erfahrungen zu machen. Andere Menschen sind schwächer und haben mit Krisen große Probleme.

Wir brauchen ein harmloses Beispiel: der Tod eines Elternteils. Diese Krise ist in den meisten Fällen eine unangenehme Erfahrung (alias „Horrortrip“). Uns geschieht etwas Schreckliches, denn ein geliebter Mensch ist plötzlich fort und kommt nie wieder. Doch dieses Ereignis hat auch noch eine gänzlich andere Bedeutung: Wir werden ein Stück erwachsener. Und wir müssen lernen, Abschied zu nehmen und unser Leben weiterzuführen. In dieser Krise steckt eine Chance, denn wir können stärker werden und die nächste Krise besser und stabiler bewältigen. Jede Krise hat eine goldene Seite – man muss sie erkennen und nutzen. Krisen fördern die Entwicklung!

Auch unter Drogen kann man Krisen erleben. Wenn also Menschen sagen: „Ich nehme keine Drogen, weil ich Angst vor Krisen habe“, so gibt der Mensch damit zum Ausdruck, dass er entweder in seinem Alltag schon genug Krisen hat oder dass er krisenscheu ist. In beiden Fällen sollte man seine Finger von den Drogen lassen.

Es gibt nicht wenige Drogenkonsumenten, die Drogen nehmen um eben diese Krisen zu erfahren. Kranke Menschen? Nein, es sind Menschen, die sich weiterentwickeln wollen und wissen, dass dies ohne Krisen nicht funktioniert. Es sind Menschen, die es als eine Herausforderung sehen, sich immer wieder neu zu entdecken. Es sind Menschen, die nicht an dem alltäglichen Ego hängen und ihre Psyche wesentlich weiter definieren. Diese Krisensucher nutzen die Droge so, wie es Medizinmänner und -Frauen schon seit Tausenden von Jahren tun: als heilige Handlung.
Es gibt Personenkreise, die den bewussten Konsum von Drogen (im Sinne dieser Krisensuche) voraussetzen und es als eine unvertretbare Schwäche eines „starken“ und „erwachsenen“ Menschen ansehen, diese Chance nicht zu nutzen. Es gibt Drogenkonsumenten, die sagen: „Ich hatte wahrlich viele schöne Trips. Aber die ‚Horrortrips‘ waren für mich die wertvollsten Erfahrungen, die ich um keinen Preis missen möchte“. Eine wahrlich neue Perspektive, oder?

Die Krise unter Drogen (alias „Horrortrip“) ist kompliziert. Denn eine Droge alleine löst keinen Horrortrip aus. Es ist IMMER der einzelne Mensch, der die jeweilige Krise nicht verarbeiten kann. Dabei ist das „Setting“ außerordentlich wichtig. So hat der berühmte Amerikaner Timothy Leary Tausende von Menschen an LSD herangeführt und behauptet: Es gab keine Horrortrips.

Wer also „Drogen“ mit „Horrortrip“ und „Horrortrip“ mit „destruktiver Katastrophe“ gleichsetzt, macht einen schwerwiegenden Fehler. Die Wahrheit ist sehr viel komplexer.

8.) Niemand macht freiwillig Sex, denn er bringt nur Sorgen und Krankheit?

Nehmen alle Drogen-Konsumenten ihre Drogen nur deshalb, weil sie davon abhängig sind? Folgen alle diese Menschen dem inneren Zwang, obwohl sie keinen Vorteil davon haben?

Die Antwort ist nicht einheitlich zu geben. Natürlich nehmen viele Menschen ihre Drogen, weil der Verzicht einen großen Verlust an Lebensqualität bedeuten würde. Dies gilt für Alkoholiker, Medikamentenabhängige, Heroinspritzer und viele andere.

Viele andere Menschen hingegen haben ein völlig anderes Verhältnis zu ihrer Droge. Viele hunderttausend Menschen rauchen oder essen Cannabis, weil es eben Spaß macht. Wollte man sie bedauern, so müsste man Millionen Deutsche bedauern, weil sie jeden Abend nur vor dem Fernseher sitzen, obwohl man doch weiß, dass sie dadurch fett, träge und dumm werden.

9.) Der einzige Weg diesem Teufelskreis zu entgehen ist ENTHALTSAMKEIT?

Wenn man den Begriff „Droge“ angemessen weit fasst, so ist DIE Enthaltsamkeit eine Illusion. Wer von uns ist nicht Beziehungsabhängig? Wer könnte sich kein Leben ohne seine Familie vorstellen? Wer kann sich ein Leben ohne Sexualität vorstellen?

Jeder Mensch hat seine eigenen Drogen. Was dem einen einen „Kick“ gibt, lässt den anderen kalt. Der eine raucht kein Cannabis, der andere lässt sich sterilisieren.

Wir alle müssen ein gesundes Verhältnis zu unserem Geist und unserem Körper entwickeln und bewahren. Ist ein rauchender Sportler schlechter zu beurteilen als ein bewegungsfauler Nichtraucher? Solche Vergleiche kann man auf vielen Ebenen anstellen. Das Gesamtbild zählt… eine Enthaltsamkeit von ALLEN Drogen dieser Welt (im weitesten Sinne) erreicht von uns niemand, auch wenn er noch so sehr z.B. dem buddhistischen Weltbild anhängt.

Soweit die verbreitetsten Vorurteile bezüglich Drogen.

Hoffentlich hat sich gezeigt, es mit der Drogen-Aufklärung in Deutschland nicht weit her ist. Viele der Dinge, die hier beschrieben wurden, werden dem Leser völlig neu sein. Er wird sagen „Nein. So einfach ist das ja auch nicht. Hier wird aber stark verharmlost. Im Magazin ‚Der Spiegel‘ stand letztens zu lesen….“.

Damit muss ich als Autor leben.

 

Image: © Burlingham / Dollar Photo Club

2 Kommentare

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  1. Marc says:

    coller Text , gefällt mir gut

  2. marie says:

    Sind Drogen wirglich so schlim Wie sie dargestelt werden??? Und wie kan man an Drogen Sterben. Würte mich über eine Antwort Freuen An cayenne2002@web.de. Wiel ich einen Fortrag über drogen halte.

Antworten

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