Aufklärung zum Thema Drogen

Kurznotizen zu Diverse Drogen

Koffein in der Cola – Argumente der Softdrink-Hersteller hinterfragt

Weshalb enthalten Cola-Getränke Koffein? Für den Geschmack macht es kaum einen Unterschied, wie eine aktuelle US-Studie belegt. Damit wäre ein Hauptargument der Getränkeindustrie für diesen Zusatzstoff widerlegt. Stattdessen weisen die Forscher darauf hin, dass regelmäßiger Koffein-Konsum – auch in Cola-Getränken – körperliche Abhängigkeit erzeugt. Es gebe auffällige Parallelen zwischen der Vermarktung von Nikotin und Koffein, so der Psychopharmakologe Roland Griffiths, Leiter der Studie. In beiden Fällen werde eine psychoaktive Substanz angeblich als Geschmacksverbesserung zugesetzt. Die Getränkeindustrie „setzt eine schwach suchterzeugende, stimmungsverändernde Substanz bei, die ganz sicher dafür verantwortlich ist, dass Menschen weit mehr Soft-Drinks mit Koffein trinken als ohne.“

Das Team der Johns Hopkins University ließ 25 regelmäßige Cola-Trinker die Geschmacksunterschiede testen. Zuvor wurde getestet, ob sie über ein übliches Geschmacksempfinden verfügten und etwa Diät-Cola von normaler Cola unterscheiden konnten. Dann probierten sie 50 verschiedene Cola-Koffein-Varianten, jeweils im Paar „mit Koffein – ohne Koffein“. Die Teilnehmer hatten erklärt, koffeinierte Colas aus Geschmacksgründen zu bevorzugen, zudem durften sie in einer „Aufwärmrunde“ mit offengelegten Etiketten üben, und richtiges Erkennen im Test wurde belohnt. Trotzdem gelang es nur zwei Testpersonen, das Koffein bei der üblichen Dosis von 0,1 Milligramm pro Milliliter herauszuschmecken. Alle anderen bemerkten den Unterschied erst bei wesentlich höheren Dosen jenseits des gesetzlich zugelassenen Rahmens, so der Bericht im Fachblatt Archives of Family Medicine.

Rund siebzig Prozent aller Soft-Drinks in den USA enthalten Koffein, so Griffiths. Die koffeinfreien Varianten der beliebtesten Sorten Coca-Cola und Pepsi halten nur einen Marktanteil von fünf Prozent. US-Amerikaner tranken 1998 mehr als 56 Milliarden Liter Soft-Drinks, mehr als Mineralwasser und rund 585 Dosen für jeden Menschen im Lande. Vor allem wegen der Kinder, auf die ein Teil der aggressiven Vermarktung zugeschnitten ist, verlangt Griffiths mehr Offenheit über das Koffein im Erfrischungsgetränk. „Wir wissen, dass Erwachsene und Kinder physiologisch und psychologisch von koffeinierten Soft-Drinks abhängig werden können und Entzugserscheinungen erleben“, erklärt Griffiths. Etwa ein bis zwei Tage lang leiden sie beispielsweise an Kopfschmerzen und Lethargie, wie frühere Studien gezeigt haben. Problematisch sei dies vor allem bei Kindern, die Soft-Drinks eher sporadisch zu sich nehmen. „Sie fallen in den Entzug und wieder heraus und haben erratische Phasen suboptimaler Gefühle, die ihre Leistung beeinflussen können“, warnt Griffiths.

[Quelle: Dörte Saße und EurekAlert, Meldung vom 15.8.2000]

Vanilleduft-Pflaster gegen Schokosucht

Vanilleduftgeschwängerte Klebestreifen sollen pfundebringendem Schokoschmacht den Garaus machen. Ernährungswissenschaftler um Catherine Collins St. George’s Hospital Medical School in London haben die „Pflaster gegen den Appetit auf Süßes“ vier Wochen lang an 70 Übergewichtigen getestet.

„Die Probanden haben nur noch halb so viel Schokolade gegessen und auch weniger zuckerhaltige Getränke getrunken“, beschreibt Collins den Erfolg der Untersuchungen. 130 weitere Übergewichtige, denen die Forscher nur Dummypflaster oder Klebestreifen mit Zitronenduft verpasst hatten, verleibten sich indes kaum weniger Süßes ein als vor dem Versuch.

Warum gerade der vanillehaltige Duftcocktail die Schokoschmacht dämpft, können die Wissenschaftler nur erahnen: „Es gibt einige Untersuchungen, die zeigen, dass sehr süße Gerüche im Gehirn Serotonin freisetzen. Serotonin ist eine Substanz, die uns ein gutes Gefühl gibt. Deshalb hat auch Schokolade diese Wirkung.“

Dem Appetit auf Fettiges oder auf Alkohol lässt sich mit Vanilleduft indes nicht beikommen. An einem Gerüchemix, der appetitanregende Gedanken an Chips und Bier schwinden lassen soll, arbeiten die Forscher noch.

[Quelle: Eine BDW-Meldung vom vom 27.7.2000]

[Anmerkung von Hahantonwan: Wenn dieses Pflaster die Serotoninausschüttung hemmt, dann müsste man Vanillie doch auch benutzen können, um Leute von ihrer Pille wieder runter zu holen und dem MDMA entgegen zu wirken und auch beim Kiffen müsste man eine ernüchternde Wirkung erzielen können.]

Kaffee macht krank

Eine finnische Studie kommt zu dem Schluss, dass hoher Kaffeekonsum rheumatische Gelenkentzündungen fördern kann.

Finnische Wissenschaftler fanden in einer Langzeitstudie – über 15 Jahre hinweg wurden Daten von 19.000 Menschen ausgewertet – heraus, dass mehr als vier Tassen pro Tag der Gesundheit nicht unbedingt förderlich sind. Die Versuchsgruppe, die diese Menge oder noch mehr zu sich nahm, zeigte doppelt so häufig Anzeichen für rheumatische Symptome. Dies berichtet das Fachjournal „Annals of the Rheumatic Diseases“.

Diese Erkenntnisse wurden durch eine weitere Studie mit 7000 Teilnehmern bestätigt: Bei Hardcore-Kaffeetrinkern (mehr als elf Tassen pro Tag) kam ein Rheuma-Indikator sogar noch 15-mal häufiger vor.

Unbekannter Inhaltsstoff?

Diese Zusammenhänge hielten sogar einem Abgleich mit anderen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen und Gewicht stand. Die Autoren rund um Markku Heliövaara vom nationalen Gesundheitsinstitut in Helsinki vermuten insbesondere in ungefiltertem Kaffee einen noch unbekannten Inhaltsstoff, der die Produktion des Rheumafaktors auslöst. Dieser könne dem Auftreten des Gelenkrheumatismus um Jahre vorausgehen und führe so zwangsläufig zu einem erhöhten Risiko.

[Quelle: SPIEGEL]

Hirnbilder zeigen: Sich verlieben oder Drogen nehmen ist fast das gleiche

Frisch Verliebte leiden unter schwitzigen Händen, gestörter Artikulation und eingeschränkter Urteilsfähigkeit. Jeder hat dies schon durchlitten und wird ohne weiteres den Ergebnissen von Semir Zeki glauben. Der Neurobiologe vom Institute of Cognitive Neuroscience der University College in London hat mit Hilfe kernspintomographischer Aufnahmen den Hirnbereich identifiziert, der bei Verliebtsein zu feuern beginnt. Zunächst suchten Zeki und seine Mitarbeiter nach frisch verliebten Probanden. Vor dem Experiment mussten sie einem Lügendetektor ihre Liebe beweisen. Den 16 Testpersonen legten die Forscher darauf Bilder des Partners oder der Partnerin vor. Die dabei ausgelösten Emotionen führten sofort zu chemischen Veränderungen im Gehirn, wie die Aufnahmen der Hirnaktivität zeigten. Und zwar genau da, wo auch Drogen wirken.

[Quelle: Joachim Schüring und University College London, gefunden bei BDW]

Fettsucht in Deutschland

Die Zahl der fettsüchtigen Erwachsenen wird in Deutschland von 6,8 Millionen Menschen (1995) auf 10,5 Millionen (2010) steigen.
Der internationale Vergleich mit den USA zeigt: Dort steigt die Zahl von 35,2 Millionen auf 50,5 Millionen.

[Quelle: Bild der Wissenschaft 1/2000 Seite 97]

Süchtig nach dem Internet

Drei Prozent aller deutschen Online-Nutzer sind internetsüchtig. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler des Instituts für Pädagogische Psychologie an der Berliner Humboldt-Universität gekommen. An ihrer Studie beteiligten sich 7.000 deutsche Internet-Nutzer. Demnach ist Online-Sucht zu großen Teilen ein Jugend-Problem. Vor allem die unter 18-jährigen neigen zum exzessiven Surfen, Chatten und Spielen im Netz. Acht Prozent von ihnen, so die Forscher, seien süchtig danach. Bis zum Alter von 30 Jahren sind laut Studie vor allem Männer abhängig, in höherem Alter steigt der Anteil der Frauen. Arbeitslose seien mit mehr als 12 Prozent viel häufiger onlinesüchtig als Berufstätige, Studenten oder Schüler. Die in hohem Ausmaß zu erfüllenden Kriterien der Studie für den Begriff online-süchtig waren: der Abhängige verbringt einen Großteil der Tageszeit im Internet, verliert die Kontrolle über die Zeit und steigert ständig die Dosis. Er zeigt Entzugserscheinungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit und vernachlässigt seine bisherigen sozialen Kontakte und Interessen. In einer weiteren Studie suchen die Berliner Wissenschaftler nun nach den Ursachen der Sucht.

Autorin: Kathryn Kortmann Quelle: Humboldt-Universität Berlin, Forschung: Dipl.Psych. André Hahn, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie
[Quelle: WDR5, gesendet am 07.12.99]

Ein Kommentar

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  1. Maria says:

    Süchtig nach dem Internet. Das kann ich mir gut vorstellen. Es geht mir wirklich auf die Nerven wenn man mal mit einer Freundin oder einem Freund sitzt nd gerne Kaffee trinken möchte und quatschen möchte wie die Frauen es halt tun, und dir dann kein mensch zuhört. Manchma wünsche ich mir das es einfach kein Internet mehr gibt!Mir glaubt keiner das es eine Sucht nach dem Internet überhaupt gibt. Danke dafür, das ich hier den Beweis gefunden habe das es sie doch gibt!

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