Aufklärung zum Thema Drogen

Psilocybin-Pilze im Wald

– Ein anonymer Erfahrungsbericht –

Zu Beginn möchte ich klarstellen, dass mein erstes Erlebnis mit Psilos jetzt schon fünf Jahre her ist. Es war eine sehr tiefgreifende Erfahrung, und ich hoffe, es ist die eine oder andere Anregung für rauschbegeisterte Mitmenschen dabei.

Bei halluzinogenen Drogen ist eine psychische Ausgeglichenheit sehr wichtig, man sollte sich nicht mit irgendwelchen Problemen rumschlagen – und wann geht es einem besser, als nach einem gerade bestandenen Abitur? Wir schlangen die havaiianischen Pilze also runter, und machten uns auf den Weg in den Wald.

Die Wirkung setzt langsam ein

Wir latschten eine Weile umher, bis nach etwa 20 Minuten die erste Wirkung einsetzte. Ich merkte, wie es in meinem Magen zu arbeiten begann, kein besonders angenehmes Gefühl, dass mich etwas nervös machte. Wenig später waren wir dann auch schon stark berauscht, was mich, da es ja mein erstes Mal war, wesentlich mehr beeindruckte als sie. Der bittere Geschmack der Pilze blieb die ganze Zeit in meinem Mund, in dem plötzlich ein unglaublicher Speichelfluss einsetzte. Als nächstes konnte ich kaum noch reden, fast so, als hätte ich es verlernt.

Gleichzeitig wurde ich sehr unkontrolliert, um es mal so zu umschreiben, wankte wie ein Elefant durchs Gehölz, stammelte vor mich hin, und fragte mich, wie weit das noch gehen würde. Meine Freundin blieb da zum Glück etwas lockerer, was mich beruhigte.

Dann begannen meine Augen, die Welt völlig anders und viel schärfer zu betrachten. Im Wald war plötzlich alles voller satter Farben – vornehmlich natürlich GRÜN. Langsam wurde es interessant, meine einzige Sorge war die, irgendwelche Spaziergänger zu treffen. Mittlerweile waren wir beide total „unterwegs“ und waren beeindruckt von der prallen Natur um uns herum. Mit zunehmender Sicherheit wurden wir aber auch albern und lachten über uns selbst, darüber, wie wir wie kleine Kinder durch diese fantastische Welt um uns herum stolperten, und immer wieder beeindruckt über scheinbar banale Dinge wie Bäume, Sträucher oder Blumen staunten.

Schließlich erreichten wir eine Lichtung. Die Sonne schien, es war warm, und diese Lichtung war wohl das Idyllischste, was wir beide je gesehen hatten. Mittlerweile war auch die letzte Nervosität bei mir verflogen und ich hatte mich, genau wie sie, auf die „Droge“ eingelassen. Wir beschlossen, in der Lichtung auf einer Decke zu picknicken, hatten aber überhaupt keinen Appetit, wohl weil unsere Mägen noch immer mit dem Psilocybin bestens ausgelastet waren. Auf der Decke sitzend beobachtete ich dann eine Reihe Waldameisen, die um uns herum krabbelten. Ich begann, mit ihnen zu reden, was uns beide sehr amüsierte. Auch wenn wir immer noch – die Einnahme der Pilze war jetzt vielleicht anderthalb Stunden her – körperlich etwas unbeholfen waren, so merkten wir doch, dass der Zenit des körperlichen Rausches überschritten war und wir etwas ruhiger wurden. So langsam erreichte aber die visuelle Qualität ihren Höhepunkt und wir wurden nicht satt, in der Lichtung umherzuwandeln, auch auf eigene Faust, wobei wir meistens nur ein paar Meter schafften, weil uns schon das nächste Faszinosum in ihren Bann zog.

Verbundenheit mit der Natur

Nachdem wir so eine Weile verbracht hatten und das Sprachzentrum wieder mitspielte, begannen wir schließlich, eine unglaubliche Verbundenheit mit der Natur um uns herum zu verspüren, was wir nun endlich auch in Worte fassen konnten. Alles war völlig KLAR, wir waren uns einig, dass wir nur ein sehr kleiner, unbedeutender Teil dieses faszinierenden, komplexen und perfekten Systems Natur waren. Wir überschlugen uns mit solchen Feststellungen, dass die Menschen sich viel zu ernst nähmen oder auch viel zu oberflächlich seien. Da es mein erstes Pilz-Erlebnis war, war ich überzeugt davon, dass all diese Erkenntnisse mich prägen würden, dass ich gerade etwas sehr wichtiges lernte, was ich mit ins „richtige“ Leben nehmen würde. Auch spürten wir eine unglaubliche Verbundenheit, wie ich sie später nie wieder mit irgend jemandem empfand.

Etwa vier Stunden nach Einnahme der Pilze war die Wirkung dann größtenteils verflogen, aber es war kein unangenehmes Runterkommen, sondern verlief sehr harmonisch. Wir hatten uns noch immer eine Menge zu erzählen, waren etwas ausgelegt, rauchten noch ein paar Tüten, die aber kaum wirkten.

Fazit

Wir waren beide noch lange beeindruckt von diesem Erlebnis, was wohl auch erklärt, warum ich es fünf Jahre später noch immer in guter Erinnerung habe. Ich habe seitdem noch einige Male Pilze gegessen, meistens mit Freunden von mir, aber es kam nie mehr an dieses erste Mal heran. Ich musste erkennen, dass die „Weisheit“, die so ein Pilz-Trip bietet, im wirklichen Leben nicht viel Wert ist, dass manche sich ihr auch von vornherein versperren, und stattdessen lieber wie bescheuert durch die Gegend rennen, um die „Optics“ so weit wie möglich auszureizen, und dass man sehr unterschiedliche „Filme schieben“ kann, was dann zur Folge hat, dass fünf Freunde sich auf ihrem vierstündigen Pilz-Trip nur zweimal zufällig über den Weg laufen, und sich noch nicht mal dann etwas zu sagen haben.

Daher kann ich jedem nur empfehlen, bei der Wahl eines „Pilz-Teams“ sehr genau auf die Teilnehmer zu achten, damit die Reise nicht absolut wertlos bleibt.

 

Image: © David Strange / Dollar Photo Club

3 Kommentare

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  1. pascal says:

    wow…netter artikel…pilze wollte ich schon gerne mal probieren :> und nach deinem erlebnis sicher eine überlegung wert 😉

    naja mutter natur ist halt doch die beste mutter 😀 und nicht irgendein herrunter gekommenes kellerlochlabor^^

    gruß

  2. Slow420 says:

    Endlich mal ein Artikel der es so beschreibt wie es wirklich ist kommt Meinen ersten Erfahrungen sehr nahe

  3. Ashkacke says:

    Moin ihr geilen

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