Aufklärung zum Thema Drogen

Opfer werden durch Medikamente willenlos

– Ein Zitat aus dem Archiv der Zeitung DIE WELT

Vergewaltiger spendieren ein präpariertes Getränk und führen die Frauen fort – Erinnerung kehrt nur in Bruchstücken zurück

London – Sie können sich an nur wenig erinnern: einzelne grauenvolle Bilder, das Gefühl von Hilflosigkeit. Doch gerade weil ihnen die Erinnerung fehlt, ist es ein Alptraum für Martha Musset und ihre Freundin Agueda Varella. Die Engländerinnen wurden von drei Männern vergewaltigt – nachdem sie zuvor mit sogenannten „rape drugs“ (Vergewaltigungsdrogen) willenlos gemacht wurden.

Martha und Agueda, die von ihrer Vergewaltigung am Dienstag Abend in einer BBC-Dokumentation erzählten, sind keine Ausnahme: Sie gehören zur wachsenden Zahl von Frauen, die mit Hilfe von speziellen Drogen wie dem Schlafmittel Rohypnol Opfer von Vergewaltigungen werden – ein Problem, das in den USA seit Jahren bekannt ist und jetzt verstärkt nach Europa schwappt.

Ein Glas, von Fremden spendiert, veränderten die Leben der 30jährigen Frauen. Martha und Agueda hatten sich Anfang des Jahres im beliebten Londoner Kneipenviertel Covent Garden getroffen. Zwei Männer spendierten ihnen einen Drink. Danach riss der Gedächtnisfaden.

Die beiden Frauen verließen mit den Männern die Kneipe, stiegen in ein Taxi, fuhren zu einer Wohnung, in der plötzlich ein dritter Mann auftauchte. Die Männer zogen sie aus und vergewaltigten sie, so die Ermittlungen. An all das konnten sich Martha und Agueda am nächsten Tag nicht mehr erinnern. Sie wachten nur mit einem chemischen Geschmack im Mund auf und dem Gefühl, Sex gehabt zu haben. In den folgenden Tagen mehrten sich blitzartige Erinnerungsfetzen. Erst nach 72 Stunden hatte die Wirkung des Schlafmittels Rohypnol, das die Männer ihren Getränken beigemischt hatten, völlig nachgelassen. Ällmählich dämmerte Martha und Agueda, dass sie betäubt und vergewaltigt worden waren. Doch eine zusammenhängende Erinnerung blieb bis heute aus.

Graham Rhodes, Sprecher von der Roofie Foundation, einer privaten britischen Hilfsorganisation für Drogenvergewaltigungen: „Uns sind Fälle aus Griechenland, Spanien, der Türkei und Deutschland bekannt. Vor acht Monaten haben wir in England eine Hotline für betroffene Frauen eingerichtet. Seitdem registrierten wir 300 Fälle. Doch das ist höchstens die Spitze des Eisbergs. Viele Frauen trauen sich nicht, das Verbrechen anzuzeigen, weil sie fürchten, dass ihnen niemand glaubt.“

Die Furcht der Frauen ist nicht unberechtigt. Denn die Mittel sind heimtückisch: So lösen sich beispielsweise die Rohypnol-Pillen in Sekundenschnelle auf, sind geschmacks- und geruchlos und wirken innerhalb von Minuten. Die Opfer reagieren, als seien sie ein nur wenig betrunken. Tatsächlich funktioniert jedoch schon nach kurzer Zeit nur noch ihr Körper, aber nicht mehr ihr Bewusstsein. Willenlos gehen sie mit ihren Vergewaltigern mit.

Auch die Anwältin Lynda Greenwood ist Opfer einer Rohypnol-Vergewaltigung und gründete danach Roofie: „Das schlimmste ist, dass dir niemand glaubt. Wenn man sich an den Täter noch erinnern kann, und dieser von der Polizei tatsächlich gefasst wird, behauptet er einfach, man habe freiwillig mit ihm Sex gehabt. Zeugen wie Kellner oder Gäste bestätigen, dass man nicht gezwungen wurde, mitzugehen.“

Einen wirksamen Schutz außer permanenter Kontrolle über seine Getränke gibt es nicht. Zwar hat die Herstellerfirma von Rohypnol, Hoffmann LaRoche, der Pille inzwischen einen Farbstoff beigefügt. Doch dieser ist in Flüssigkeit erst nach 20 Minuten sichtbar – wenn die Opfer bereits genug getrunken haben und die Wirkung meist schon eingetreten ist. „Das Mittel zu verbieten macht auch keinen Sinn. So sind beispielsweise in Ägypten Fabriken bekannt, die es illegal herstellen“, sagt Greenwood. Besonders schlimm sei, dass die Polizei auf solche Fälle entweder gar nicht oder unangemessen reagiert. Sie behandelt die Frauen wie reguläre Vergewaltigungsopfer, legt ihnen die gleichen Fragenprotokolle vor und reagiert entnervt, wenn die Opfer sich an kaum etwas erinnern. Ein Blut- und Urintest, mit dem nur innerhalb von 72 Stunden Rohypnol noch nachgewiesen werden kann, wird meist nicht oder zu spät angeordnet. „Von den uns bekannten Fällen wurden lediglich sechs von der Polizei weiterverfolgt. In keinem der Fälle kam es zu einer Gerichtsverhandlung“, sagt Greenwood. „Es ist praktisch ein perfektes Verbrechen.“

Und für die Opfer eine doppelte Qual: Sie haben nicht nur mit der Scham der Vergewaltigung zu leben, sondern auch mit dem Horror einer verlorenen Erinnerung. „Das schlimmste ist, nicht genau zu wissen, was diese Männer gemacht haben“, sagt Martha. Der Organisation Roofie sind auch Fälle bekannt, bei denen die Frauen während der Vergewaltigung gefilmt wurden. Bei vielen Opfern kommen erst Jahre später bislang im Unterbewusstsein verschollene Erinnerungen wieder hoch. „Eine Frau konnte sich nach sieben Jahren zum ersten Mal an viele Details erinnern“, erzählt Rohdes. Die seelischen Wunden werden dadurch immer wieder aufgerissen. Auch Martha und Agueda leiden an Angstzuständen und Depressionen. Agueda, die nach ihrer Vergewaltigung schwanger wurde, muss zudem die psychischen Folgen einer Abtreibung ertragen.

[Quelle: ein Artikel von von Heike Vowinkel erschienen in der Zeitung DIE WELT vom 20.08.1998]

Links zum Thema „Rohypnol“

Fan-Seite der Fernseh-Serie „Akte X“

Deutsche Techno-Seite, wo die Disco „Mixmag“ informiert

Image: © Riccardo Piccinini / Dollar Photo Club

12 Kommentare

Kommentar schreiben.
  1. Valencia says:

    Mir ist es Ende der 80er Jahre in Spanien passiert.

    Erst 20 Jahre später waren ausreichend Erinnerungslücken geschlossen, um das Erlebte mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten.

  2. Berlin says:

    Mir ist es 2010 passiert. Ich weiss sogar, wer er ist, eine Anzeige kann ich mir jedoch sparen, da ich einfach zu spät wieder `zu mir kam´.
    Diese feigen Schweine!
    Oft weiss ich nicht wie es weitergehen soll.

  3. nk says:

    ich bin auch opfer von 2 männern geworden, die mir ein präpariertes getränk mit liquid extasy verabreichten.

    ich kann nur davor warnen, nehmt keine getränke von fremden an! und trinkt bitte nur etwas, wenn ihr seht wie es eingeschenkt wurde und ihr es nich aus den augen gelassen habt!

  4. Andreas says:

    Versteht sich von selbst nichts von Fremden zu trinken. Das Einschenken sollte man auch im Auge haben, gerade in einem fremden Land.

    mfg

  5. Sarah says:

    Gerade in einem fremden Land? So ein Quatsch! Das kann dir überall passieren,auch in Deutschland!!

  6. Dirk says:

    Es häufen sich in letzter Zeit immer wieder Fälle,die mit der Vergewaltigungsdroge Rohypnol zu tun haben.
    Diesen Menschen müssten man das gleiche antun wie deren Opfer.
    Mein Glaube verbietet es mir.
    Aber es gibt Möglichkeiten,diese Menschen zu bestrafen.
    Ich verabscheue solche Personen.
    Ich rate jedem :Zeigt eure Peiniger an und macht ihnen das Leben zur Hölle.

  7. Ta says:

    mir geschah es 1994 in der schweiz, st. gallen.
    am schlimmsten war die difusse erinnerung und das schwanken der eigenen überzeugung alkohol oder vergewaltigungsdroge. fact ist, ich war in einer bar mit einem typen der mich vorher schon oft anbaggerte. ein kumpel von ihm war auch dort den ich nicht kannte. der aber, wie mein damaliger freund später sagte, mit drogen zu tun hat…
    wir schlossen einerseits darauf dass er mir etwas ins getränk getan hat- denn ich ging kurz auf die toilette. der „kollege“ von uns fuhr mich nach hause und setzte sich merkwürdigerweise auch aufs bett beim reden. ab dann erinnere mich mich an fast nichts. eben nur „fast“ – weil ein gefühl des geschlechtakts habe ich registriert und – gemäss dem täter – hätte ich auch „mitgemacht“, mich also bewegt. Ich kann mich an nen kurzen diffusen moment erinnern, nicht mal wie im traum, nur ein gefühl..
    ich wachte auf und war untenrum entkleidet, der schreckliche typ lag neben mir. ich wusste dass etwas nicht stimmte. er brachte mich wortlos zur arbeit,,, der arsch und ich traute mich kaum ihn anzusprechen auf das was geschehen war.. ich fühlte soviel scham denn ich merkte dass ich keinen sex eingewilligt hatte und ich wusste auch nicht was genau er gemacht hat. er wich aus und antwortete nur knapp.
    ach alles war schrecklich, denn auch mein damaliger freund schwappte zwischen alkohol-leiche und vergewaltigung. dabei hatte ich weder so viel getrunken noch je auf alkohol so reagiert. Ich hatte ja auch keine Kater wie man das haben sollte als Alkoholleiche. Zudem der fremde Typ der mit drogen handelt wie mein Ex damals sagte…

    Also traut man sich selbst nicht und nicht mal der eigene Mann glaubt einem richtig. Ich ging zur Frau dieses „Kollegen“ /täters und fasste all meinen mut zusammen um ihr davon zu berichten. leider kam am schluss der täter hereinspaziert und liess es aussehen als einvernehmlicher sex. ich ging total verdattert und irritiert – denn auch sie glaubte mir nicht.
    gut, ich wusste nicht dass es so was wie ne vergewaltigungsdroge gibt die so kurz das gedächnis ausschaltet aber sonst gar keine nebenwirkungen macht (kein kater, keine kopfschmerzen, keine alkoholleiche…!)

    nun weiss ich es und ich bin überzeugt dass war es. schlimm ist nur, ich hab keinen beweis und missbraucht hat mich der dreckskerl der kranke… er hat mich dann wie er sich lange wünschte endlich „gehabt“ – nur als „fast leiche“.
    es war sehr schambesetzt dass mri so was unklares, irritierendes passiert ist. es bleiben und holen einen ohnmachtsgefühle ein so ausgeliefert gewesen zu sein mit dem ganzen körper, sein intimstes missbraucht zu wissen. dreckskerle die es geniessen über eine frau zu steigen wenn sie wie ne leiche daliegt.

  8. Cganselweit@t-online.de says:

    Alles ab 18 erwünscht!!!

  9. Königin von Preußen says:

    vergewaltigung ist eine furchtbare sache für alle beteiligten. frauen, männer, kinder, die missbraucht werden sind zu achten. ihnen sollte zugehört werden. ihnen und ihren aussagen zur tat sollte in jedem falle geglaubt werden. das schlimmste ist, nicht ernst genommen zu werden nach so einem erlebnis. das schlimmste ist, wenn dein gegenüber sich überhaupt nicht für dein leiden und deine qualen interessiert. nicht nachfragt, nicht für dich da ist. dich allein läßt. das ist schlimm.
    der kranke, soziale umgang mit vergewaltigung ist unerträglich für opfer von sexueller gewalt. wenn dich die gruppe ausschließt, bist du verloren. das ist bei uns nicht anders als bei anderen säugetieren. tierliches verhalten zeigt auf, wie sehr auch menschen, denen so etwas widerfährt, leiden müssen. bleibt zusammen. verliert nicht eure gruppe, eure horde. egal wer das in eurem falle ist: haltet zusammen !! psychische, seelische erkrankungen sind immer auch ein soziales leiden. das gefüge ist aus der ordnung gekommen. einige ermächtigen sich dann des körpers anderer, warum? weil sie es tun können. weil keiner sich ihnen in den weg stellt. vergewaltigung ist in unseren gesellschaften akzeptiert. >männer brauchen dasmensch tanze, sonst wissen die götter im himmel nichts mit dir anzufangen!physical fitness is the first prerequisite of happiness< joseph pilates
    wir deutschen haben uns wahrlich beschränken lassen. nicht böse sein. liebe sein. vor allem frauen sollten sich ihrer eigenverantwortlichkeit bewusst sein. denn sie geben dieses gefühl an ihre kinder weiter. wenn deine mama dises gefühl der sicherheit nciht hatte, wie sollst du es kennen? dein papa kann es dir geben. mama und papa sollten dieses gefühl der sicherheit vermitteln. und kinder sollten auf ihre eltern hören. egal, wie beschränkend das sein mag. egal. sonst führt das zu tyrannei.- das ist das andere extrem.

  10. man wie blöde muss man denn sein says:

    Mir kommen die Tränen, sich Drinks von anderen trinken oder Gläser stehenlassen sind doch Einladungen. Ihr braucht doch hinter her nicht rum heulen.

  11. steven says:

    Wie bist Du denn drauf? Selbst schuld und nicht rumheulen???? Leute wie du sollten sich ihre dummen Kommentare sparen. Keine Frau ist schuld daran Opfer einer Vergewaltigung zu werden. Es kann genausogut sein das der Barkeeper mit involviert ist. Wie soll man dann noch eine Chance haben es zu vermeiden? Meiner Lebensgefährtin ist das auch passiert, zum Glück war ich dabei und konnte schlimmeres verhindern und sie ins Krankenhaus bringen. Den Verantwortlichen Barkeeper habe ich mir noch am gleichen Abend vorgenommen.

  12. Sophie says:

    Wenn ich das hier lese kommen mir schon wieder die Tränen und ich fühle mich total daneben und dreckig. Ist nähmlich noch gar nicht lange her. War im Mai. Da hat man mich auch zum Zomby gemacht.
    Sind zu viert nach Berlin gefahren. (wir sind alle aus Dortmund). Ich (32), meine beste Freundin(32) und Ihr Freund (37) und die jüngere Schwester(30) von meiner Freundin. Der Freund meiner besten Freundin sollte auf uns „aufpassen“. Er war sogar mal Türsteher früher. Jetzt zwar nicht mehr, hat aber eine durchaus beeindruckende Statur.
    Aus Dortmund bin ich natürlich einiges gewohnt, und weiß genau, wie man auf sich aufpasst.
    Das macht mich noch immer so fertig, das ich nicht weiß, wie das alles gelaufen ist.
    Wir waren in einer echt schönen Bar. Alles nur ordentlich Leute dort. Keine Agros, keine besoffenen, viele in Anzug. Hat man aber auch an den Preisen gemerkt. Jetzt nich übertrieben, aber anderswo ist das billiger (die Leute dort aber natürlich auch).
    Ich würde mir nie ein Getränk von wem anders bringen lassen. Nur wenns der Barkeeper bringt. Und ich lasse mein Getränk auch nie stehen. Auch nicht kurz. Ich halte es immer in der Hand oder gebe es einer Freundin, wenn ich aus Klo muss, tanzen geh oder so.
    Hat nähmlich schon mal wer versucht da wo ich in einer Disko war mir was rein zu tun. Keine Ahnung, was das war. Der Typ war nu so besoffen, das er das Glas dabei runter geschmissen hat.
    War viel los in der Bar, aber nicht so viel dass man jetzt nur angestoßen wird oder so. DIe Schwester meiner Freundin und ich haben auch mal mit zwei Jungs gequatscht. Die waren aber total in ordnung, sehr höflich und haben auch nicht nur blöd gebaggert. Die sind dann aber auch wieder gegangen nachdem wir zu verstehen gegeben haben, dass mir uns „nix geht“. Das weiß ich noch, und auch die anderen haben das gesagt, dass sie dann wo anders gestanden sind.
    Hatten natürlich auch Kontakt zu anderen Männern, aber meistens nur kurz.
    Spendiert hat mir keiner was. Zumindest habe ich es nicht angenommen, weil ich noch was hatte und auch nie so viel trinke wenn ich fort gehe dass ich voll betrunken werde.
    Ich hab nur ein Bier und zwei schwache Lady-Cocktails dort gehabt. Die ersten beiden Getränke hab ich selber gezahlt und den letzten hat der Freund meiner Freundin uns die Runde eingeladen.
    Es ist eigenltich nicht viel passiert dort.
    Nur irgendwann kann ich mich dann an nix mehr erinnern.
    Die anderen haben mir dann erzählt, dass ich mit einem Typen geredet habe und mit dem dann auch raus gegangen bin. Habe angeblich sogar noch irgendwie „tschüss“ gewunken.
    Sie haben mir aber gesagt, dads das nach nix ausgesehen hat. Die dachten, ich würde mit dem jetzt nur tanzen oder vielleicht knutschen gehen.
    Meine beste Freundin weiß aber genau, das ich noch nie mit einem Typen irgend wo hingegangen bin. Auch nicht zu Hause. Wenn dann tausche ich handynummer aus das man sich nochmal trifft.
    Ich war jetzt auch schon ein paar mal bei einem Therapeuten. Das hat mir zwar etwas geholfen, aber so sehr ich mich auch anstrenge und alles versuche, kann ich mich an absolut gar nix erinnern. Ich kann nicht mal sagen, ob der schwarze oder blonde Haare gehabt hat, ob groß oder klein, einfach überhaupt gar nix.
    Meine Freunde können auch nichts sagen. Da wo ich mit dem gestanden bin haben die nicht richtig hinsehen können und als ich dann gegangen bin, haben sie gesagt, haben sie ihn nur kurz von hinten gesehen. Nix auffälliges. War aber auch am anderen Ende vom Lokal.
    Das erste was ich weiß ist, wie ich im Krankenhaus ausgewacht bin. Polizei war dann auch da.
    Die haben mir erzählt, dass sie mich um 7 in der früh alleine auf der Straße gehen gesehen haben. Das war aber 10km von der Bar entfernt!
    So ganz da war ich aber im Krankenhaus noch immer nicht. Kann mich aber erinnern und die haben mich gefragt, ob sie einen Alkohol und Drogentest machen dürfen. Hab dann was unterschrieben.
    Die haben dann gesagt, dass ich fast keinen Blutalkohol mehr habe aber sie haben Rohypnol gefunden. Als ich ihnen versichert habe, dass ich nie Drogen nehme, haben sie mir gesagt, das das auch als Vergewaltigungsdroge bekannt ist.
    Dann wollten sie mich noch untersuchen auf Vergewaltigung. Ich war noch total dämmrig, aber ich hab schon gewusst was die machen. Die waren auch total lieb zu mir. War eine etwas ältere Ärztin und eine Schwester. Polizei war ein Mann und eine Frau, aber eigentlich hat fast nur die Freu mit mir gesprochen.
    Bei der Untersuchung haben sie aber nichts festgestellt. Ich hatte keine Verletzungen, keine Abwehrspuren und keine typischen Vergewaltigunsspuren.
    Ich hatte aber wohl mehrmals Geschlechtsverkehr. Auch Anal (das habe ich aber erst ein mal im Leben gemacht). Sperma haben sie aber keines gefunden, aber ein Gleitmittel.
    Mir tat aber alles total weh und ich war wund. Die waren wirklich voll lieb und rücksichtsvoll alle, aber ich habe mich total dreckig gefühlt und geschämt.
    Die haben mir aber gesagt, das sie mir glauben. Die Spuren sind oft von normalem Geschlechtsverkehr nicht zu unterscheiden. Da passieren auch oft kleine Verletzungen hat die Ärztin gesagt. Leider kommt das öfters vor. Viele gehen aber gar nicht ins Krankenhaus, weil sie gar nicht wissen was passiert ist, sich schämen und angst haben das ihnen keiner glaubt. (Ich weiß ja auch nix mehr. Mich hat ja die Polizei gefunden)
    Die haben mir das auch so erklärt wie wenn man ein Zomby ist nur haben sie das anders genannt. Weiß nicht mehr, wie das heißt. (was medizinisches)
    Der Körper arbeitet fast ganz normal. Man fliegt also nicht um oder so wie bei anderen Drogen.
    Andere merken das auch nicht. Man ist vielleicht so wie leicht angeheitert. Man wird aber total willenlos und ein andere kann mit einem machen was er will. Man tut sich gar nicht wehren, auch wenn man sogar die Kraft hätte.
    Ich habe auch kein Kopfweh gehabt und schlecht war mir auch nicht. Das ist auch normal haben sie gesagt.
    Die wollten mich noch ein paar Stunden im Krankenhaus behalten. Meine Freunde sind dann auch gekommen. Dann sind wir nach Hause gefahren. Die ganze Fahrt habe ich dann nur geheult.
    Ein paar Tage später hat mich dann die Polizei angerufen, dass die Bar eine Videokamera am Eingang hat. Da hat man mich auch gesehen wie ich sogar mit zwei Männern weg gehe. War aber nur von hinten und das Bild war auch nicht so gut und die können leider nix erkennen. Gesichter auch nicht, weil eben nur von hinten gefilmt. Die haben nur mich erkannt, wegen meiner hellen Bluse mit Muster drauf.
    Ich wollte es sehen, aber die haben gesagt, das die das nicht schicken dürfen oder können oder so. Die haben mir aber gesagt, dass die dafür Spezialisten haben und dass die Aufnahmen leider vollkommen unbrauchbar sind.
    Die Angestellten in der Bar haben auch nix sagen können, was weiter hilft. Die haben sie auch befragt. Auch den Türsteher dort. Aber man hat angeblich auf dem Video gesehen, dass auch nix unauffällig war. Ich bin einfach mit denen mit gegangen.
    Das ist es glaube ich auch, was mich so fertig macht. Diese Schweine haben wohl zusammen mit mir Sex gehabt, gegen meinen Willen, ich weiß es nicht mal, ich habe nix machen können oder war zumindest nicht im Stande dazu und kann mich an gar nichts erinnern.
    Ich weiß nicht, wie ich das schreiben soll, wenn man es nicht selbst spührt. Das ist das schlimmste, was mir in meinem Leben passiert ist.
    Ich bitte aber alle: bitte passt auf Euch auf! Setzt Euch hin, um was zu trinken und nehmt nie, nie, nie Getränke von anderen an.
    Ich habe ja auch gedacht, ich pass immer voll auf. Die im Krankenhaus haben aber gesagt, dass ich mir keine Vorwürfe machen darf. Das merkt keiner, auch nicht, wenn man das Glas in der Hand hält. Da braucht nur einer beim vorbei gehen die Pille rein fallen lassen. Die löst sich innerhalb von Sekunden auf, die sieht man nicht, das riecht man nicht und das schmeckt man nicht.

  13. Raoul Duke says:

    Wie kann man nur so beschränkt sein und tatsächlich behaupten, die Opfer wären selber Schuld? Niemand hat es verdient gegen seinen Willen zu einem intimen Akt gezwungen zu werden. In meinen Augen sind solche Leute die größten Loser überhaupt. Hätte ich Einfluss auf die Gesetzgebung, gäbe es schon längst die Möglichkeit diesen Männern das Geschlechtsteil zu entfernen, in der Hoffnung sie würden stattdessen endlich ihren Kopf zum denken benutzen! Jeder Mensch, der so etwas durchmachen musste, egal ob durch Drogen oder simplen Zwang, hat mein Mitgefühl. Es ist traurig in einer so degenerierten Gesellschaft zu leben, in der solche Strafdelikte geringer geahndet werden als Kapitalverbrechen. Wenn ich könnte, würde ich helfen.

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