Aufklärung zum Thema Drogen

„LSD – mein Sorgenkind“

Ein Buch von Albert Hofmann
(zusammengefasst von Psychonaut)

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Der Titel passt überhaupt nicht zu dem Buch. Man könnte erwarten, dass der Autor in langen Kapiteln darüber klagt, wann wie und wo LSD missbraucht wurde und noch immer wird. Aber weit gefehlt!
In diesem lehrreichen, kurzweiligen und teilweise spannenden Buch wird die Geschichte der ‚Wunderdroge‘ LSD erzählt. Darüber hinaus wird auch auf viele verwandte Drogen (Psilocybin, Meskalin) eingegangen.

Der Inhalt dieses Buches wird recht ausführlich wiedergegeben, weil es sehr weitgreifend den Themenbereich rund um LSD erklärt. Komprimiertere Information ist zu diesem Thema wohl kaum zu finden. Ein überaus packendes Buch, das jeder gelesen haben sollte, der sich mit LSD beschäftigt.
Einleitung

Albert Hofmann ist mehr als nur ein Wissenschaftler. Ihm war bewusst, dass LSD eine gesellschaftliche Funktion haben kann: „Ich teile den Glauben vieler Zeitgenossen, dass die geistige Krise in allen Lebensbereichen unserer westlichen Industriegesellschaft nur überwunden werden kann, wenn wir das materialistische Weltbild, in dem der Mensch und Umwelt getrennt sind, durch das Bewusstsein einer alles bergenden Wirklichkeit ersetzen, die auch das sie erfahrende Ich einschließt und in der sich der Mensch eins weiß mit der lebendigen natur und der ganzen Schöpfung. Alle Mittel und Wege, die zu einer solchen grundlegenden Veränderung des Wirklichkeitserlebens beitragen können, verdienen daher ernsthafte Beachtung. Dazu gehören in erster Linie die verschiedenen Formen der Meditation […]

Ein anderer wichtiger, aber noch umstrittener Weg zum gleichen Ziel ist die Nutzbarmachung der bewusstseinsverändernden halluzinogenen Psychopharmaka. […]

Die bisherige Geschichte von LSD zeigt zur Genüge, was für katastrophale Folgen es haben kann, wenn seine Tiefenwirkung verkannt wird und wenn man diesen Wirkstoff mit einem Genussmittel verwechselt. […]

Wenn man lernen würde, die Fähigkeit von LSD, unter geeigneten Bedingungen visionäres Erleben hervorzurufen, in der medizinischen Praxis und in Verbindung mit Meditation besser zu nutzen, dann könnte ich dieses neuartige Psychopharmakon, glaube ich, von einem Sorgenkind zu einem Wunderkind werden.“ {1,9f}
1. Wie LSD entstand

„Ich erinnere mich noch deutlich des Gefühls der Erwartung von Schöpferglück, das ich in Hinblick auf die geplanten Untersuchungen auf dem damals noch wenig erschlossenen Gebiet der Mutterkornalkaloide empfand.“ {1,16} Er sollte Recht bekommen. In seinen Schilderungen ist Hofmann recht ausführlich, so dass man fast das Gefühl hat im Labor neben ihm zu stehen.

Die Erforschung der Mutterkornalkaloide fand heraus, dass die Lysergsäure der zentral wirksame Bestandteil ist. Von den beiden Alkaloiden ‚Ergotamin‘ und ‚Ergobasin‘ konnte letzteres synthetisiert werden und als gebärmutterkontrahierendes und blutstillendes Mittel in der Medizin eingesetzt werden.

Aus wissenschaftlicher Neugierde wurden andere Synthesen mit Lysergsäure durchgeführt. Bei dem 25. Präparat (LSD-25) wurde im Tierversuch nichts besonderes festgestellt… außer dass die Tiere unruhig wurden. Die nächsten 5 Jahre blieb es ruhig um LSD-25.

Doch LSD-25 geriet nicht in Vergessenheit. „Eine merkwürdige Ahnung, dieser Stoff noch andere als die bei der ersten Untersuchung festgestellten Wirkungsqualitäten besitzen, veranlasste mich, fünf Jahre nach der ersten Synthese LSD-25 nochmals herzustellen, um es erneut für eine erweiterte Prüfung in die pharmakologische Abteilung zu geben.“ {1,26}

„In der Schlussphase der Synthese […] wurde ich in meiner Arbeit durch ungewöhnliche Empfindungen gestört. […] Ich musste mitten am Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Haus begeben. […] Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch einen äußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell – drangen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand. […]
Ich konnte mir zwar nicht so recht vorstellen, wie ich etwas von diesem Stoff resorbiert haben könnte, da ich bei der bekannten Giftigkeit der Mutterkornsubstanzen an peinlich sauberes Arbeiten gewöhnt war. […]
Um der Sache auf den Grund zu gehen, entschloss ich mich zum Selbstversuch. Ich wollte vorsichtig sein und begann deshalb die Versuchsreihe mit der kleinsten Menge, von der, verglichen mit der Wirksamkeit der damals bekannten Mutterkornalkaloide, noch irgendein feststellbarer Effekt erwartet werden konnte, nämlich mit 0,25 Milligramm.“ {1,27}

Dr. Hofmann hatte also die 250-fache Überdosis genommen und erlebte somit einen sehr eindrucksvollen Trip, den er ausführlich schildert. Für ihn war von Bedeutung, dass er sich an alle Details erinnern konnte und am Folgetag keinen ‚Kater‘ hatte, sondern sich in ausgezeichneter physischer und psychischer Verfassung befand.

Bei Sandoz herrschte Unglauben über die extrem niedrige Dosierung. Erst als der Vorgesetzte und zwei seiner Kollegen mit 0,08 Milligramm experimentierten wurde klar, dass hier ein äußerst potentes Psychopharmakon gefunden wurde.
2. LSD im Tierversuch und in der biologischen Forschung

„LSD entfaltet seine Wirkungen vor allem im Bereich der höheren und höchsten psychischen und geistigen Funktionen. So ist es verständlich, dass nur bei höheren Tieren spezifische Reaktionen auf LSD erwartet werden können. […] Entgegen dem bekannten Sprichwort lässt die Katze das Mausen, und nicht nur dies, sie fürchtet sich sogar vor der Maus. […] An Fischen werden merkwürdige Schwimmstellungen beobachtet, und bei den Spinnen lassen sich durch LSD erzeugte Veränderungen am Netzbau feststellen. Bei sehr niedrigen optimalen Dosierungen werden die Netze noch regelmäßiger und exakter gebaut als normal; bei höheren Dosierungen aber schlecht und nur noch rudimentär ausgeführt.“ {1,36}

„Meines Wissens sind noch keine Todesfälle als direkte Folge einer LSD-Vergiftung bekannt geworden.“ {1,38} Die therapeutische Breite ist sehr groß und somit günstig für den Konsumenten. Zusammenhänge zwischen LSD-Konsum und Chromosomen-Anomalien konnten nicht festgestellt werden. Das gleiche gilt für Missbildungen am Embryo.

LSD wird im Magen-Darm-Kanal leicht und vollständig resorbiert. Überraschenderweise wird die geringste Konzentration im Gehirn gefunden. Hier wird es in bestimmten Zentren des Zwischenhirns, die bei der Regulierung des Gefühlslebens eine Rolle spielen, angereichert. Die Konzentration von LSD in den verschiedenen Organen erreicht zehn bis fünfzehn Minuten nach der Injektion Höchstwerte, um dann rasch wieder abzufallen. Da die psychischen Wirkungen von LSD auch dann noch andauern, wenn es im Organismus nicht mehr nachzuweisen ist, muss angenommen werden, dass es nicht als solches wirksam ist, sondern dass es bestimmte biochemische, neurophysiologische und psychische Mechanismen, die zum Rauschzustand führen, in Gang setzt, die dann ohne Wirkstoff weiterlaufen.

LSD blockiert Serotonin. Doch der Serotonin blockierende Effekt von LSD reicht alleine nicht aus, um seine halluzinogenen Eigenschaften zu erklären. LSD beeinflusst auch neurophysiologische Funktionen, die mit Dopamin, einer ebenfalls natürlich vorkommenden hormonartigen Substanz, im Zusammenhang stehen. {1,39f}
3. Die chemischen Abwandlungen von LSD

Es wurde keine Abwandlung von LSD gefunden, die ähnlich halluzinogen war wie LSD-25. Allerdings hatten die Abwandlungen ebenfalls eine serotoninblockierende Wirkung. Da Serotonin bei allergisch-entzündlichen Prozessen und auch bei der Entstehung der Migräne eine Rolle spielt, war eine spezifische serotoninblockierende Substanz für die medizinische Forschung von großer Bedeutung. {1,43}

[Einen ähnlichen Weg geht man heute auch in der medizinischen Cannabis-Forschung. Die Cannabispflanze enthält ca. 60 Cannabinole, von denen besonders das THC psychisch wirksam ist.]
4. Anwendungen von LSD in der Psychiatrie

Auf sieben Seiten werden Erlebnisbericht von Psychologen beschrieben, die mit 0,02 Milligramm durchgeführt wurden.

„Das Wirkungsbild von LSD, wie es sich nach diesen ersten Untersuchungen darbot, war der Wissenschaft nicht neu. Es entsprach weitgehend dem des Meskalins, eines schon um die Jahrhundertwende untersuchten Alkaloids. Meskalin ist der psychoaktive Inhaltsstoff des mexikanischen Kaktus Lephophora Williamsii. […] Diese Droge wurde von den Azteken als Peyotl bezeichnet.“ {1,52f}

LSD ist 5.000 bis 10.000 mal wirksamer als Meskalin. „Diese unter den Psychopharmaka einzig bestehende hohe Wirksamkeit von LSD besitzt nicht nur quantitative Bedeutung, sondern ist auch ein wichtiges qualitatives Merkmal des Stoffes, weil in ihr eine hochspezifische, das heißt gezielte Wirkung auf die menschliche Psyche zum Ausdruck kommt. Auch kann daraus geschlossen werden, dass LSD an höchsten Regelzentren der psychischen und geistigen Funktionen angreift.“ {1,53}

„Sandoz stellte daher den neuen Wirkstoff, der auf meinen Vorschlag hin die Markenbezeichnung ‚Delysid‘ (D-Lysergsäurediathylamid) erhielt, den Forschunstinstituten und der Ärzteschaft als Versuchspräparat zur Verfügung.“ {1,54}

Als Gegengift (Antidot) wird eine intravenöse Injektion von 50 mg Chlorpromazin empfohlen. {1,55}

„Ein weiteres bedeutendes, psychotherapeutisch wertvolles Merkmal des LSD-Rausches besteht darin, dass in ihm oft vergessene oder verdrängte Erlebnisinhalte wieder ins Bewusstsein treten. […] Der Terminus ‚psycholytische Therapie‘ (psycholytic therapy) wurde von Ronald A. Sandison geprägt, einem englischen Therapeuten der Jungschen Richtung und Pionier der klinischen LSD-Forschung. Die Wurzel ‚-lysis‘ deutet auf die Auflösung von Spannungen oder Konflikten in der menschlichen Psyche hin. […] Zweckmäßigkeit und Erfolg der medikamentösen Unterstützung der Psychoanalyse und Psychotherapie durch LSD sind in Fachkreisen noch umstritten.“ {1,56f}
5. Vom Heilmittel zur Rauschdroge

„Die Freude an der Vaterschaft von LSD wurde getrübt, als nach mehr als zehn Jahren ungestörter wissenschaftlicher Forschung und medizinischer Anwendung LSD in den Sog der mächtigen Rauschmittelsuchtwelle geriet, die sich Ende der fünfziger Jahre, vor allem in den USA, auszubreiten begann. […] LSD wurde für mich und die Firma Sandoz zum Sorgenkind. […] Ich hätte nie erwartet, dass LSD, das mit seiner so unberechenbaren, unheimlichen Tiefenwirkung so gar nicht den Charakter eines Genussmittels hat, jemals eine weltweite Anwendung als Rauschmittel haben würde. […]
Der rapide Anstieg des Drogenkonsums […] hat tiefliegende soziologische Ursachen. Es sind dies Materialismus, Naturentfremdung als Folge der Industrialisierung und zunehmender Verstädterung, mangelnder Befriedigung in der beruflichen Tätigkeit in einer mechanisierten, entseelten Arbeitswelt, Langeweile und Ziellosigkeit in einer gesättigten Wohlstandsgesellschaft sowie das Fehlen eines religiösen, eines bergenden und sinngebenden weltanschaulichen Lebensgrundes.“ {1,61ff}

Im April 1966 lies Sandoz verlauten, dass „ab sofort jegliche Abgabe von LSD-25 und Psilocybin gesperrt werde“. {1,68} Doch die erhoffte Wirkung dieser Maßnahme blieb aus; erreicht wurde lediglich, dass die medizinisch-psychiatrische Erforschung zum Erliegen kam.
6. Gefahren bei nicht-medizinischen LSD-Versuchen

„Die Befürworter des unkontrollierten, freien Gebrauchs von LSD und der anderen Halluzinogene begründen ihre Einstellung damit, dass diese Art von Drogen keine Sucht erzeugen und dass bis jetzt bei mäßigem Gebrauch noch keine gesundheitlichen Schädigungen durch Halluzinogene nachgewiesen werden konnten. Beides stimmt. […] LSD ist wie die anderen Halluzinogene jedoch auf ganz andere Art gefährlich.“ {1,72} Die mögliche Gefahr bei LSD liegt in jedem einzelnen Versuch, und nicht – wie z.B. bei den Opiaten – im chronischen Gebrauch.

„Ein Glücksgefühl kann sich bis zur Seeligkeit steigern, eine Depression bis zur Verzweiflung vertiefen. LSD ist daher das denkbar ungeeignetste Mittel, um sich über eine depressive Phase hinwegzuhelfen. […] Ganz abzuraten sind LSD-Versuche bei Menschen mit unstabiler, zu psychotischen Reaktionen neigender Persönlichkeitsstruktur. Hier kann LSD einen bleibenden seelischen Schaden erzeugen, indem er eine latente Psychose zur Auslösung bringt. […] Selbst im Rahmen von psychoanalytischen Behandlungen bei Jugendlichen unter achtzehn Jahren ist in Fachkreisen – meiner Meinung nach mit Recht – gewarnt worden. […] Die Unzuverlässigkeit der Angaben im Drogenschwarzhandel kann zu gefährlichen Überdosierungen führen.“ {1,75ff}

„Die Behauptung, LSD sei leicht herzustellen und jeder Chemiestudent sei einem halbwegs gut eingerichteten Laboratorium dazu in der Lage, ist falsch. […] LSD ist nur in vollkommen sauerstoffreinen Ampullen und vor Licht geschützt unbeschränkt haltbar. […] LSD-Präparate, wie sie auf dem Schwarzmarkt angeboten werden, zersetzen sich jedoch schon im Verlauf von Wochen oder wenigen Monaten.“ {1, 78f}
7. Der Fall Dr. Leary

„Einen ganz besonders starken Einfluss auf die Verbreitung des illegalen LSD-Konsums in den USA hatte der als ‚Drogenapostel‘ weltweit bekannt gewordene Dr. Timothy Leary. […] Mein schwerwiegendster Vorwurf an Leary betraf aber die Propagierung von LSD bei Jugendlichen.“ {1,80}

„Er unterschied streng zwischen psychedelischen Drogen – LSD, Psilocybin, Meskalin, Haschisch -, von deren wohltätigen Wirkungen er überzeugt war, und den süchtigmachenden Rauschgiften Morphin, Heroin usw., vor deren Gebrauch er immer wieder warnte.“ {1,84f}
8. Fahrten im Weltraum der Seele

„Die nachfolgenden Berichte sollen zeigen, wie verschiedenartig durch LSD hervorgerufene Rauscherlebnisse sein können. Maßgebend für die Auswahl war ferner die Motivation, aus der die Versuche unternommen wurden. Es handelt sich durchwegs um berichte von personen, die LSD nicht einfach aus Neugier oder als ausgefallenes Genussmittel versucht haben, sondern die damit experimentierten, weil sie nach Möglichkeiten suchten, das Erleben der inneren und äußeren Welt zu erweitern […]“ {1,87}

Es folgen an dieser Stelle im Buch 23 Seiten mit Erlebnisberichten.
9. Die mexikanischen Verwandten von LSD

„Es kam eine Anfrage, ob wir Interesse hätten, die chemische Untersuchung der halluzinogenen mexikanischen Pilze [„Teo-nanácatl“ = göttlicher Pilz] durchzuführen. Mit großer Freunde erklärte ich mich bereit, diese Arbeit in meiner Abteilung, den Laboratorien für Naturstoff-Forschung, in Angriff zu nehmen. […] Das amerikanische Forscherehepaar Valentina Pavlovna und R. Gordon Wasson, waren an dieser Wiederentdeckung [des Pilzes] maßgebend beteiligt. […] Der Pilzkult könnte über zweitausend Jahre alt sein. […]

Es zeigte sich, dass die Blätterpilze aus der Familie der Strophariaceae sind, eine Art, die größtenteils zur Gattung der Psilocybe angehören. Besonders geeignet für die künstliche Kultur erwies sich der Pilz Psilocybe mexicana. […]“ {1,110ff}

Da die Tierversuche erneut keine Anhaltspunkte für irgendwelche spezifischen Wirkungen erbrachten, hat Dr. Hofmann wieder im Selbstexperiment geforscht. Er fand dem LSD sehr ähnliche Wirkungen. {1,120}

„Mit Hilfe dieses zuverlässigen Tests am Menschen ließ sich dann das wirksame Prinzip isolieren, anreichern und unter Anwendung neuester Trennungsverfahren in einen chemisch reinen Zustand überführen. Dabei wurden zwei neue Substanzen in Form von farblosen Kristallen gewonnen, die ich ‚Psilocybin‘ und ‚Psilocin‘ nannte.“ {1,121}

Es stellte sich heraus, dass Psilocybin und Psilocin in der menschlichen Psyche die gleichen Wirkungen zeigen, aber Psilocybin chemisch wesentlich stabiler ist. {1,122}

Der einzige Unterschied zwischen dem synthetischen Psilocybin und dem natürlichen Pilz ist die Tatsache, dass durch das Kauen der Pilze schon einiges an Wirkstoff aufgenommen wird. Die Resorption über den Magen dauert länger. {1,148}

„Psilocybin und Psilocin besitzen eine auch dem Hirnfaktor Serotonin sehr ähnliche chemische Struktur. […] Die beiden Pilzstoffe blockieren im pharmakologischen Versuch, gleich wie LSD, an verschiedenen Organen die Wirkung von Serotonin. […] Mit der Isolierung und Synthese der wirksamen Prinzipien war die Entzauberung der Zauberpilze vollzogen. […]

Das Auftreten von mexikanischen Motiven im Psilocybin-Rausch habe ich auch, wie bereits gesagt, in meinem ersten Selbstversuch mit getrockneten Psilocybe-mexicana-Pilzen festgestellt. Dieses Phänomen ist auch R. Gordon Wasson aufgefallen. Von solchen Beobachtungen ausgehend hat er die Vermutung geäußert, die altmexikanische Kunst könnte durch visionäre Bilder, wie sie im Pilzrausch erscheinen, beeinflusst worden sein.“ {1,124ff}

„Im Zusammenhang mit Psilocybin interessierte sich Hofmann auch noch für die ‚Zauberwinde“ Ololiuqui, die ähnlich wie die Zauberpilze wirkt. Sie gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaveae); die psychoaktiven Substanzen finden sich in den Samenkörnern der Pflanzen ‚Rivea corymbosa‘ und ‚Ipomoea violacea‘. […] Als Hauptwirkstoff von Ololiuqui wurden Lysergsäure-amid, Lysergsäure-hydroxyäthylamid und chemisch damit nah verwandte Alkaloide festgestellt. […] Daraus folgt die bedeutsame Tatsache, daß LSD zur Gruppe der sakralen mexikanischen Drogen gehört. […] Das Vorkommen einer charakteristischen Stoffgruppe, in diesem Fall der Mutterkornalkaloide, in zwei im Pflanzenbereich entwicklungsgeschichtlich weit auseinander liegenen Abteilungen ist eine seltene Ausnahme. […] Die Samen, die zerquetscht mit Wasser, Milch oder einem anderen Getränk vermischt eingenommen werden, schmecken sehr schlecht und werden vom Magen schwer vertragen. Ferner sind die psychischen Wirkungn von Ololiuqui doch verschieden von denen von LSD, da die euphorische und halluzinogene Komponente weniger ausgeprägt sind und meistens Gefühle geistiger Leere, oft der Angst und Depression vorherrschen.“ {1, 133ff}
10. Auf der Suche nach der Zauberpflanze ‚Ska Maria Pastora‘

In diesem Kapitel beschreibt Hofmann eine mehrwöchige Reise nach Mexiko, die er zusammen mit seiner Frau und Gordon Wasson unternimmt. Die Schilderung der Erlebnisse ist recht packend und entführt den Leser ins weit entfernte Südamerika.

„Die Zauberpflanze ‚Ska Maria Pastora‘ erwies sich als eine bis dahin nicht beschriebene Art der Gattung Salvia, die als ‚Salvia divinorum‘ benannt wurde.“ {1,150}
11. Einstrahlung von Ernst Jünger

„Es lag im Wesen meiner Arbeit, dass sie auch Rückwirkungen auf mein Leben und wohl auf meine Persönlichkeit hatte, nicht zuletzt dadurch, dass sie mich mit interessanten und mit bedeutenden Zeitgenossen in Verbindung brachte. Einige – Timothy Leary, Rudolf Gelpke, Gordon Wasson – hab ich bereits erwähnt.“ {1,152}

Es folgen viele Seiten mit Erlebnisberichten und Briefwechseln.
12. Begegnungen mit Aldous Huxley

„Mitte der fünfziger Jahre erschienen zwei Bücher von Aldous Huxley, ‚The doors of perception‘ und ‚heaven and hell‘, in denen er sich mit dem durch halluzinogenen Drogen erzeugten Rauschzustand befasst. Die Veränderungen der Sinneswahrnehmungen und des Bewusstseins sind darin meisterhaft geschildert.“ {1,175}

Auch hier werden die einzelnen Begegnungen geschildert. Interessant ist, dass auch Aldous Huxley das Ende seines qualvollen Sterbens mit LSD einleitete. {1,180}
13. Korrespondenz mit dem Dichter-Arzt Walter Vogt

Naja, schon wieder Briefwechsel.
14. Besucher aus aller Welt

Hier berichtet Hofmann über die zahlreichen Besucher, die er im Laufe der Jahre empfing.

„Personen im LSD-Delirium, die eine leidenschaftliche Verurteilung von LSD gerechtfertigt hätten, habe ich persönlich nie zu Gesicht bekommen. Solche Fälle, die auf LSD-Konsum unter unverantwortlichen Umständen, auf Überdosierung oder auf psychotische Veranlagung zurückzuführen waren, landeten meistens in der Klinik oder auf dem Polizeiposten. Ihnen wurde stets eine große Publizität zuteil.“ {1,193}
15. LSD-Erfahrung und Wirklichkeit

„Oft wir die Frage an mich gestellt, was mich bei meinen LSD-Versuchen am tiefsten beeindruckt habe und ob ich durch diese Erfahrungen zu neuen Erkenntnissen gelangt sei.[…]

Die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus den LSD-Versuchen gewann, sind Einsichten in das Wesen der Wirklichkeit. Bis dahin hatte ich geglaubt, dass es nur ein einziges wahres Bild der Welt, das, was man als die ‚Wirklichkeit‘ bezeichnet, gäbe. Die Erfahrungen im LSD-Rausch in dem fremde Welten als ebenso wirklich erlebt werden wie die Alltagswirklichkeit, zeigten, dass die Wirklichkeit keineswegs etwas Absolutes, Feststehendes ist, sondern dass ihr Bild und Erleben durch einen veränderten Bewusstseinszustand des Betrachters verändert werden.

Zu dieser Einsicht kann man auch durch wissenschaftliche Überlegungen gelangen. Das Problem ‚Wirklichkeit‘ ist und war von jeher ein zentrales Anliegen der Philosophie. Es ist aber ein fundamentaler Unterschied, ob man dieses Problem rational, mit den Denkmethoden der Philosophie angeht oder ob es sich emotional durch ein existentielles Erlebnis aufdrängt. Der erste geplante LSD Versuch war deshalb so tief erschütternd und erschreckend, weil die Alltagswirklichkeit und das sie erlebende Ich, die ich bis dahin allein für wirklich gehalten hatte, sich auflösten und ein fremdes Ich eine andere, fremde Wirklichkeit erlebte.“ {1,196f}

„In der Möglichkeit, die auf mystisches Erleben ausgerichtete Meditation von der stofflichen Seite her zu unterstützen, sehe ich die eigentliche Bedeutung von LSD. Eine solche Anwendung entspricht voll und ganz dem Wesen und dem Wirkungscharakter von LSD als sakraler Droge. [LSD…] begünstigt die Lösung aus einem ichhaft-fixierten Problemkreis und das Finden einer bergenden Wirklichkeit.“ {1,208}

Quelle:

{1} = „LSD – mein Sorgenkind“ von Albert Hofmann, 1979

7 Kommentare

Kommentar schreiben.
  1. Dein Name says:

    danke dir ist echt ein lehrreicher bericht.weiter so

  2. marco says:

    drogen sind scheiße lasst alle die finger davon ich habe es am eigenem leib gespürt wie gefährlich drogen sein können ja deshalb lasst es einfach

  3. pascqualiino says:

    Drogen sind nicht gleich schleht. es kommt auf deine psychische Verfassung und das Mass an.

  4. tabakspfeife says:

    ein klasse bericht! „gottseidank“ gibt es diese psychedelischen „drogen“, ohne sie würde mir etwas mystisches im heutigen zeitalter fehlen.

  5. Eckhart says:

    Dem Gefahr, mit sich Selbst zu experimentieren ist jeder Wissenschaftler ausgesetzt. Die Risiken einzuschraenken ist eine Luxus, die nur wenige Leute verstehen. Dank Hilfe guter Freunden habe ich etwa 40 Jahre her 2 Mal LSD verwendet. Dies hat mich (im Nachschau) klarerweise zu ein besserer und deutlich weniger egoistischer Person geblidet. Diese Danksagung an Dr Hoffmann kann ich nicht entgehen.

    Dazu moechte ich aber sagen, das werr die Uberwachung guter Freunden verpassen muesste, ein tatsaechliches Risiko ausgesetzt ist.

  6. Mike says:

    19 Jahre her. Schön wars. Leider verloren wir den Respekt nach einigen Trips vor dieser „Substanz“. Und es war keine Sucht! Mehr eine Suche nach dem ersten nahezu perfektem Trip. Man kann jedoch vergangenes nicht wieder „greifen“. Es „eintüten“ und es herausholen wenn man wieder „bock“ drauf hat funktioniert leider nicht. Aber hey, wir waren dort 😉

    Was es m.M.n. auf den Punkt bringt:

    Ich hätte nie erwartet, dass LSD, das mit seiner so unberechenbaren, unheimlichen Tiefenwirkung so gar nicht den Charakter eines Genussmittels hat, jemals eine weltweite Anwendung als Rauschmittel haben würde. […]

    Die mögliche Gefahr bei LSD liegt in jedem einzelnen Versuch, und nicht – wie z.B. bei den Opiaten – im chronischen Gebrauch.
    —————————————————————–
    Es ist eben keine Droge, weil es sich nicht zur Droge eignet.

    …und heute weiß ichs wieder. Auch wenn Glück nicht greifbar ist, man muss die Sachen einfach nur erkennen. Und manchmal, muss man sich seine Freiheiten in dieser Gesellschaft einfach nehmen.

    So have a nice day..
    _Mike

  7. acid wurm23 says:

    ich wäre daführ LSD wieder in der psychatrie einzusetzen damit man leuten mit psychosen helfen kann weil ein geführter lsd trip vom psychologen oder ähnlichen wäre ein sehr sehr guter fortschritt in der medizin! ich selber liebe LSD und kosumiere es sehr sehr oft und viel davon immer 5-10 stück auf einmal und ich reise dann durch welten die ich nie für echt und da gehalten habe und ja es gefällt mir sehr und ich hoffe das die dosierungen auf den pappen bald wieder mal steigt so mit 300-500 mµ das wäre ja wirklich sehr sehr wünschens wert dafür würde ich ein vermögen zahlen! also in diesem sinne nehmt lsd nur wenn es euch psychisch gut geht und ihr mit den richtigen leuten unterwegs seit und eins noch immer erst LSD nehmen wenn die sonne aufgeht da sieht und hat man den meisten spass daran glaubt mir ich spreche aus erfahrung! HAVE A NICE TRIP

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