Aufklärung zum Thema Drogen

Cannabis und Autofahren

Jeder weiß: Drogen im Blut – Finger weg vom Steuer. Doch was passiert, wenn sich jemand nicht daran hält?

Meine Freunde waren nicht so direkt davon begeistert, dass ich gekifft hatte. Als ich zu meinem Auto wollte, meinte Ute sofort „Komm mal her, setz dich mal hin.“ (Lehrerinnen-Ton)

Ute: „Warum hast du das gemacht?“ (kiffen)
Ich: „Aus Bock.“
Ute: „Und du willst jetzt noch nach Hause fahren?“
Ich: „Ja klar.“
Ute: „Willst Du nicht lieber hier bleiben?“
Ich: „Nee.“ (ging ja nicht)

Ich ging zum Auto, wollte losfahren, und sah, dass Peters Auto in der Einfahrt stand. Ich bat ihn, es wegzufahren. Er sagte, er hätte seinen Schlüssel verloren. (!??!??!?!?) Ich erkannte sofort, dass es eine Lüge war. Ich textete ihn etwas zu, er solle das lassen und wegfahren. Ich ging zurück zum Haus und fragte die anderen, was die wissen von dieser Schlüssel-Geschichte.

„Schlüssel weg, hä?“, „is ja blöd…“ kam als Antwort. Ich sagte, ich hielte das für eine Lüge. „Nicht, dass wir wüssten“, „keine Ahnung“ als Antworten. Ich ging zu Klaus, der draußen rumlief und fragte ihn; auch er dementierte; inzwischen war ich fest überzeugt, dass es eine Lügen-Geschichte ist, alle Reaktionen waren komplett unglaubwürdig. Körpersprache, Ausdrucksweise, Gesamtverhalten waren nicht überzeugend.

Ich setze mich auf den Beifahrersitz meines Autos, machte Musik an und starte den Motor, um etwas im Auto zu heizen, denn es wurde doch kalt. Ich stellte den Sitz zurück, das war entspannter. Nach ein paar Minuten, klopfte es an der Scheibe. Peter hatte sein Auto nun endlich doch weggestellt. Er sagte: „Wenn du einen Unfall baust, reiß ich dir die Eier ab.“ Dann fuhr ich nach Hause, unfallfrei, aber mit einer ziemlichen Wut im Bauch.

So eine Aktion von Freunden, das hätte ich nicht erwartet. Aber sie hatten Recht, ich lasse das kiffen+fahren lieber sein.

[Anmerkung von Psychonaut: Das war eine typische Situation. Der Bekiffte glaubt, er könne noch gut autofahren. Möglicherweise hat er Recht. Wenn er in einen Unfall verwickelt ist, und in dem Bluttest Cannabis gefunden wird, ist er dran – auch wenn er nicht die geringste Schuld hat. Seine Freunde haben hier eine hohe Verantwortung. Auch wenn es lästig ist, so sollten die Freunde z.B. darüber nachdenken, den Bekifften mit seinem eigenen Auto nach Hause zu fahren.]

 

Image: © Gajus / Dollar Photo Club

4 Kommentare

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  1. 1972 says:

    Ich bin früher auch öfters mal in diesem Zustand gefahren, auch Motorrad. Geklappt hat es immer, allerdings waren die Petermänner damals auch noch garnicht geschult auf die Erkennung und so bin ich sogar zweimal durch eine Kontrolle gekommen (Schnelltests und ähnliches gabs damals noch nicht regulär). Heute bewege ich aus Verantwortung meinen Mitmenschen gegenüber heraus nicht einmal mehr ein Fahrrad in diesem Zustand. Ich habe da mittlerweile eine ganz rigorose Einstellung!

  2. Wiam says:

    Von all den tausend Kiffern, kenne ich nicht einen der nach dem Konsum noch fahren wollte, außer die noch kräftig Alk oder Pep induss hatten.
    Also wenn man schon einen Kommentar dazu abgibt, dann ausführlich.
    Purple Haze!!

  3. LKW says:

    Hallo !!!
    ich hatte auch ein joit am vorabend greaucht.und hab nix mir dabei gedacht. War mit einem 40t unterwegs bis mich die blau nasen angehalten haben um mein Fahrten schreiber aus zu werten.Da der blau nase nix gefunden hatt wo er sich austoben konnte mit dem Fahrtenschreiber hat er einfach meine schublade geöffnet und fand Papes und so wurde ich richtig fett durcg sucht. Musste ein Bluttest machen.Hab hoches Bußgeld ein paar points in Flensburg,Job weg und muss dazu noch MPU machen das ist der Cannabis konsum. Ich bereue es das ich es gemacht habe.

  4. jochen" just say know" says:

    dieser artikel suggeriert das zwichen konsum und fahren getrennt werden kann was so nicht stimmt ,der kiffer wäre nach 6wochen noch über 1ng im urin und nach ca 4wochen im blut erst wieder unter dem wert der nicht mehr zu bestrafung führt, daher ist der artikel gut gemeint aber irreführend,hier meine begründung dafür
    Namhafte Experten stufen diese Rechtspraxis als verfassungswidrig ein. In einer Entscheidung vom 20.06.2002 bestätigte das Bundesverfassungsgericht, daß die Anordnung eines Drogentests durch eine Führerscheinstelle allein aufgrund des Besitzes einer geringen Menge Cannabis ohne Zusammenhang zum Straßenverkehr unrechtmäßig ist (siehe unten).

    Fehlender Grenzwert beim Nachweis der akuten Beinflussung
    Der Gesetzgeber hat im Jahre 1998 in einer Führerscheinverordung zu § 24a des Straßenverkehrsgesetzes keinen Grenzwert für Cannabiswirkstoffe festgesetzt, ab dem das Führen eines Kraftfahrzeugs strafbar wird. Spuren des Cannabiswirkstoffs THC sind mit modernsten Analysemethoden wochenlang im Blut nachweisbar, obwohl die Auswirkungen auf die Fahrfähigkeit bereits ein bis zwei Stunden nach dem Rauchen im wesentlichen abgeklungen sind. Der Nachweis einer noch so geringen Menge von THC im Blut wird rechtlich wie das Fahren unter dem Einfluss von mehreren Mass Bier behandelt. Bei einem positiven THC-Nachweis droht eine Geldstrafe bis zu 3000 DM und ein dreimonatiges Fahrverbot.

    Darüberhinaus muss der Betreffende jedoch mit einem unbefristeten (d.h. dauerhaftem) Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Die Fahrerlaubnisverordnung verneint die Fahreignung, wenn der Konsum von Cannabis nicht nur gelegentlich erfolgt oder wenn dem Fahrer die Fähigkeit, Fahren und Cannabiskonsum zu trennen fehlt. Davon wird nach einem THC-Nachweis im Blut in der Regel ausgegangen. Die Folge sind eine MPU, eine mindestens sechsmonatige nachweislichliche Cannabisabstinenz ohne Führerschein und eine erneute MPU. Die direkten und indirekten Kosten belaufen sich auf Tausende von Euro, oft kostet es sogar die berufliche Existenz. Die Regelung bei THC ist im Vergleich zur Regelung bei Alkohol unverhältnismäßig.

    Fazit
    Es drängt sich der Eindruck auf, der Führerscheinentzug werde nach der Cannabisentscheidung des Bundesverfassungsgerichts dazu missbraucht, um das strafrechtliche Übermassverbot des Grundgesetzes zu umgehen. Ohne Führerschein verlieren jedoch viele Betroffenen den Arbeitsplatz. Der Staat zerstört ihre berufliche und oft auch familiäre Existenz. Statt Steuern zu zahlen, belasten sie dann die Arbeitslosenversicherung sowie die Kommunen, die Sozialhilfe bezahlen müssen. Eine Reform ist dringend nötig. Dies scheint auch in der SPD mit Dr. Schäfer und Frau Caspers-Merk den Vertretern verschiedener drogenpolitischer Richtungen klarzusein. Doch das Bundesverkehrsministerium will nicht handeln.
    der ganze link http://www.cannabislegal.de/recht/fs.htm

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