Was ist Kokain?

Kategorie Kokain - 04/2000

Kokain ist neben Heroin wohl eins der gefährlichsten Rauschgifte. Gewonnen wird es auf den Blättern des Coca-Strauches, der hauptsächlich in Südamerika wächst. Reines Kokain wurde erstmals 1860 gewonnen und hatte Anwendungen im medizinischen Bereich. Bis 1903 waren in “Coca Cola” sogar Kokainextrakte.

Kokain kann auf vielen unterschiedlichen Wegen konsumiert werden. Die bekannteste Methode ist der Konsum durch die Nase, das sog. koksen. Eine weitere Form ist dass Kokain in Form von Crack zu rauchen. Zudem kann man es in Zigaretten untermischen oder beim “freebasen” mit Backpulver backen und dann entweder den Rauch inhalieren oder das Gemisch rauchen. Allerdings verbrennt hierbei ein Großteil des Wirkstoffs bevor er in den Organismus gelangt.

Kokain erzeugt ein starkes Stärke- und Glücksgefühl. Darauf kann eine Phase einer empfundenen Bedrängung und gewissen Hoffnungslosigkeit folgen. Die gefährlichste Methode, aber auch die am häufigsten genutzte, weil am “effektivsten” ist der intravenöse Konsum, der wie bei Heroin die Gefahr von Überdosierung und Infektionen gibt. Sehr häufig wird Kokain nicht allein benutzt, sondern mit Heroin und anderen Drogen.

In den Vereinigten Staaten konsumieren etwa 5-6 Millionen Personen Kokain und 20-22 Millionen haben es schon einmal probiert. Weltweit konsumieren zwischen 8 und 15 Mio. Menschen Kokablätter und ca. 10 Mio. Menschen Kokain, geerntet werden 210.000 t Kokablätter und 1.400 t Kokain werden verkauft. Die Gewinnspannen sind sehr groß, ein Kilogramm Kokain kostet in Kolumbien 1.650 DM, in Deutschland wird es für 65.000-140.000 DM verkauft. Das in Deutschland beschlagnahmte Kokain kommt großteils aus Kolumbien.

Die Gefahr der Kokainabhängigkeit ist sehr groß. Dies macht sich vor allem geistig bemerkbar. Da das Alkaloid nicht in den Stoffwechsel eingebaut wird, liegt also keine körperliche Abhängigkeit vor, wie man sie von denOpiaten (Heroin etc.) kennt. Die Suchtwirkung wird nur noch von Heroin übertroffen. Die körperlichen Schäden bei Dauerkonsum wie die sog. Koksnase und der körperliche Verfall ließen sich bei reinem Stoff und sozialer Unterstützung weitgehend vermeiden.

Quellen
{1} = Das “Handbuch der Rauschdrogen” Seite 186-203
{2} = Der Drogenbericht der Bundesregierung 1999
{3} = Drogenpolitsches Grundsatzprogramm des Fachforum Drogen des Grün-Alternativen Jugendbündnisses (GAJB)
{4} = Lintner, Eduard: Rauschgiftbilanz 1996, Das Bundesministerium des Inneren informiert, 17.2.1997, S. 2

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