Pilztripp: Mit dem Fahrrad unterwegs

Kategorie Psychedelische Drogen - 04/2002

– Ein anonymer Erfahrungsbericht –

(04/2002) Hier nehmen drei Jungs Pilze zu sich und fahren mit dem Fahrrad durch die Gegend. Ein schwerer Fehler. Doch finden sich hier in diesem Bericht so einige interessante Aspekte, die typisch sind für Pilz-Tripps.

Ich war damals 16 und es war der 1. Weihnachtstag. Mein bester Freund D. hatte Geburtstag und ein anderer Freund, T., hatte ein ganz besonderes Geschenk: psychedelische Pilze.

Wir hatten bis dato öfters mal was geraucht, jedoch waren wir alle Pilz unerfahren.Ich hatte bis zu diesem Tag noch nichtmal von von Pilzen mit bewußtseinerweiternder Wirkung gehört.

Wir teilten das Tütchen mit den Pilzen durch 3 und aßen die Pilze in heissem Kakao aufgelöst.Da wir nicht undbedingt D’s Eltern im breiten Zustand begegnen wollten, haben wir uns auf unsere Fahrräder geschwungen und sind durchs Dorf gefahren.Ich merkte lange Zeit nichts, meine Freunde auch nicht.

Doch ehe ich mich versah merkte ich, daß mir das Fahrrad fahren ungeheurlichen Spaß bereitete.Wir fuhren durch die hell beleuchteten, breiten Straßen des Nobelviertels und hatten mordsmäßigen Spaß.Mir kam es vor als würden wir mit 50 oder 60 km/h fahren…alles war so breit.Diese bis dahin nie verspürte Euphorie machte sich wohl auch in meiner Lautstärke bemerkbar.Deswegen wollte T auch das wir uns in einen ruhigeren Platz verziehen.Also fuhren wir in die Wald/Parkanlage.Dort wurde mir auf einmal ganz komisch.Es war ca. 21 Uhr, also schon dunkel.Die Baumkronen, wie sie sich im Wind bewegten, machten mir auf einmal ungeheuere Angst.Dann hielten wir an, am Parkplatz/Haupteingang des Parks.

Ich vernahm ein sehr warmes Gefühl im Magen/Darm.Das Gefühl war so stark, daß ich auf einmal überzeugt war, daß ich mir grad in die Hosen scheissen würde.Sofort wurde ich hysterisch und erzählte meinen Freunde von meiner Befürchtung.Und als ob das nicht genug wäre, fing ich an mich mitten auf dieser größeren Wiese auszuziehen…bis ich afu einmal nur in Unterhose bekleidet da stand.T war schon bereit abzuhauen, wurde aber von D dazu ermahnt, kurz die Gegend zu erkunden um sicher zustellen, daß niemand kommt.D versicherte mir auch daraufhin, daß ich mir NICHT in die Hosen gemacht habe.

Doch ich wollte ihm in meinem Wahn nicht glauben.Ich sah meine Hände in braun, und ich hatte Bilder vor mir wie die Hippies sich damals bei Woodstock im Schlamm wälzten.

Wie auch immer, wir mussten dringenst den Ort verlassen.Inzwischen wieder angezogen, fuhren wir weiter.Jedoch hatte mich meine Wahnvorstellung schnell wieder eingeholt, und wir mussten am nächsten Parkplatz anhalten, worauf mir D wieder versichern musste, daß bei mir alles „trocken“ ist.Erst da merkte ich, wie krass das alles war, daß ich nicht zwischen Realität & Rausch unterscheiden konnte.Interessanterweise merkte T wenig, D war gut breit, mehr aber auch nicht.Muss wohl an der unproportionalen Aufteilung gelegen haben: T wog 85 kg, D 75 und ich lediglich 55.

Wir fuhren erneut weiter und allmählich hatte ich auch meine Fassung wieder.Wir fuhren durch versch. Feldwege, hielten jedoch oft grundlos an.Zwischenzeitlich habe ich geglaubt, meine Freunde und ich wären die drei Mitglieder der HipHop Band „Fettes Brot“.Woran ich mich ebenfalls erinnere ist, daß T einmal auf den Boden rotzen musste und wir zufälligerweise beide den Speichel beim Landen auf der Erde beobachteten.Es war als wäre eine Rakete gestürzt oder ein Flugzeug gelandet.Totale Zeitdehnung.Außerdem war es sehr hell, wie in der Dämmerung, obwohl es später Abend war.

So um ca. Mitternacht waren wir wieder bei D zu Hause.Es war für uns, als wären wir von einer Weltreise zurückgekehrt, dabei waren wir keine 4 Stunden unterwegs.

Insgesamt war es ein recht ambivalenter Trip.

In einer unterschiedlichen Konstellation haben wir diese Aktion eine Woche später wiederholt.Hierbei hatte ich wieder einen Absturz, der jedoch längst nicht so krass war, wie beim ersten Mal.Ein anderer Kumpel hatte jedoch extrem krasse Angstzustände.Deswegen hatte sich die Gruppe getrennt.Wir zwei „Opfer“ gingen unsere eigenen Wege…sprich: Wir saßen ca. 5 Stunden an der Dorfgrundschule.Basti, kam mit dem Zustand überhaupt nicht klar.Er wollte sogar die Polizei/seine Eltern rufen und alles beichten.Ich war relativ nüchtern (habe es aber dennoch nicht geschafft ne Mandarine zu schälen, und habe sie deswegen wie einen Apfel gegessen ) und habe mir alle seine Äußerungen angehört.Tlw. hatte er mir Einblick in seine innersten Empfindungen und Gedanken gewährt.

Irgendwannmal kam auch er jedoch runter und wir beiden waren einfach nur erleichtert und auch tlw. „geläutert“.Seitdem esse ich gelegentlich Hasch-Kekse oder rauche was, allerdings immer nur in Gesellschaft.

Aus heutiger Sicht weiss ich , daß ich wohl so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man so machen konnte.Vor allem war ich nicht reif genug für so ein Erlebnis.

Dennoch würde ich, vorausgesetzt das Setting ist gut, einen erneuten Trip wagen.

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