Aufklärung zum Thema Drogen

Mein Vater ist ein Alkoholiker

– Ein anonymer Erfahrungsbericht –

Mein Vater ist ein Alkoholiker

Mein Vater ist Alkoholiker seit ich denken kann. Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass er schon getrunken hat, bevor ich auf die Welt kam (was jetzt 23 Jahre her ist). Tja, da ich also praktisch mit einem fast ständig betrunkenen Vater aufgewachsen bin, war das alles eigentlich fast normal für mich.

Meine Eltern hatten eine Kneipe und somit saß mein Vater natürlich an der “Quelle“. Es war jeden Morgen das gleiche Spiel: Meine Schwester und ich sollten in der Kneipe, die inoffiziell schon morgens um 6 geöffnet war frühstücken bevor wir zur Schule gingen. Das war eigentlich die einzige Zeit am Tag, in der mein Vater nüchtern war. Da konnte man dann sogar noch mit ihm reden.

Als man dann aber nachmittags heimkam, sah man schon die Veränderung: die roten Augen, die lallende Stimme. Aber das war nie so schlimm, denn mein Vater “arbeitete” ja in der Kneipe und somit konnte man ihm ja aus dem Weg gehen. Das Schlimmste war der Abend, als er nach Hause kam. Regelmäßig fing er an, entweder auf meiner Mutter oder auf mir rumzuhacken. Wegen nichts. Und sagte man dann das Falsche, dann wurde er aggressiv: dann wurde rumgeschrieen, wir alle wären doch nur gegen ihn, er ist der Beste, der Größte, der Tollste. Wenn dann bei mir irgendwann die Tränen flossen (ich war noch ein Kind!) wurde ich als hysterische Kuh bezeichnet, die eh nichts anderes kann als heulen.

Das war also der Alltag. Davon abweichend gab es noch die Wochenenden, die ich besonders hasste: Da wurde dann glückliche Familie gespielt und etwas unternommen. (Unternehmung hieß spätestens abends in einer Kneipe zu sitzen und zu trinken). An solchen Abenden, an denen dann meine Mutter meist auch trank, eskalierte es fast regelmäßig: Meine Eltern bekamen sich in die Haare, gingen in aller Öffentlichkeit aufeinander los, und ich versuchte mich immer so klein wie möglich zu machen, weil mir das alles so peinlich war. Aber ich brauchte mich gar nicht klein zu machen, denn meist wurde ich eh vergessen.

An einen Vorfall kann ich mich noch ganz deutlich erinnern, obwohl ich damals erst 5, vielleicht 6 Jahre alt war. Es war irgendwann nachts, ich hatte schon geschlafen, als irgendwann die Türe zum Kinderzimmer aufging und meine Mutter völlig aufgelöst hereingestürzt kam: “Dein Vater hat mich geschlagen”, war alles was sie gesagt hat bevor sie in Tränen ausbrach. Kurz darauf kam mein Vater nach, die beiden schrieen sich eine Weile an, bis meine Mutter abhaute, um die Polizei zu holen. Da war ich dann mit meinem betrunkenem Vater alleine. er war selbst am Heulen, nahm mich in den Arm und erzählte mir wie schlecht es ihm ging mit so einer Frau und dass meine Mutter die Schläge doch selbst provoziert hätte und das er das eigentliche Opfer wäre, usw… Ich wollte in diesem Moment nur, das sie alle weg wären und mich in Ruhe lassen würden, oder dass ich einfach verschwinden könnte, und gleichzeitig schämte ich mich dafür, dass ich zu schwach war, um irgendetwas zu tun.

Geschlagen hat mein Vater meine Mutter seit diesem Abend nie wieder, wahrscheinlich weil sie einmal so stark war und tatsächlich die Polizei gerufen hat (die Anzeige hat sie allerdings im Nachhinein zurückgezogen).

Dafür wurde wieder regelmäßig rumgebrüllt, ich habe mir anhören dürfen was für ein missratenes Kind ich doch war.

Zwischendurch gab es dann immer wieder einige Vorfälle, die ausarteten, irgendwelche Schlägereien in unserer Kneipe, nach denen mein Vater immer ganz stolz auf sich war weil er doch so stark war.

Dann gab es ständig Ärger mit unseren Bedienungen, die alle der Reihe nach kündigten, weil es keiner lange mit meinem Vater aushielt.

Einmal bin ich zufällig dazugekommen, wie er gerade eine Aushilfe bedrängte, die eindeutig nichts von ihm wollte. Ich glaube wenn ich nicht zufällig dazugekommen wäre hätte er sie vielleicht sogar vergewaltigt. Zutrauen würde ich es ihm jedenfalls.

Vor 2 Jahren haben meine Eltern sich zur Ruhe gesetzt und sind aufs Land gezogen. Meine Mutter ist immer noch bei meinem Vater, obwohl sie mir ständig erzählt wie schrecklich sie alles findet, doch den Absprung, ihn endgültig zu verlassen, schafft sie einfach nicht.

Seit diesem Zeitpunkt wohne ich alleine und versuche mein eigenes Leben zu leben. Ich versuche den ganzen Scheiß von früher hinter mir zu lassen und ich fange auch endlich an zu kapieren, dass ich gar nicht so schlecht und wertlos bin wie mein Vater es mir immer eingeredet hat. Obwohl das oft auch noch nicht so toll klappt. Wenn irgendwas schief geht denke ich immer dran, dass er ja doch recht haben könnte, dass ich vielleicht wirklich nichts auf die Reihe krieg, weil ich einfach zu blöd bin.

Es ist verdammt oft noch schwer Selbstvertrauen aufzubauen, aber was mir am meisten dabei hilft ist meine beste Freundin, die meine ganze Geschichte kennt, und die in den letzten drei Jahren immer für mich da war. An dieser Stelle möchte ich mich dafür bedanken!

 

Image: © Monkey Business / Dollar Photo Club

Bild: © J.Bredehorn / PIXELIO Seitenanfang

14 Kommentare

Kommentar schreiben.
  1. Mariann says:

    Du schaffst das schon:D
    ich bin 16 und habe auch mein lebenlang mit einem brutalen alkoholiker zusammen gelebt, meine mutter hat er schon immer geschlagen, ich hab immer wieder versucht ihr zuhelfen, jetzt haben sie sich getrennt … wenn ich es nicht schaffe an mich selbst zuglauben perfektioniere ich etwas was ich sowieso schon kann… treffe mich mit freunden die mich aufbauen… oder mache i.was radikales was meinen vater sicher gestört hätte (letztens mussten meine haare daran glauben:D )

    halte dir immer vor augen was du geschafft hast, konzentriere dich auf menschen die diCh so lieben und aktzeptieren wie du bist und nicht auf deinen vater!

    und eine bitte oder ein tip…ich bezweifle das deine mutter mit der situation leben kann…vermutlich hat sie angst vor den resultaten einer trennung( so war es langezeit bei meiner mutter) hilf auch ihr da raus zu kommen, sollte es dir i.wie möglich sein;D

  2. Toli says:

    Wenigstens wurdest du nicht von deinen vater getreten oder geschlagen wie ich. Am liebsten würde ich gerene seine Kehle durchschneiden und damit Fußball spielen..Dieses Arsch hatte sogar meine Mutter geschlagen. Aber eines Tages würd er es bereuen wenn er im Altersheim krepiert und mich anfleht ihn dort raus zuholen..

  3. Boergi says:

    Hallo,
    du tust mir unendlich leid, gerade weil du noch so jung warst und soiel Gewalt im Spiel war.
    Ich selber bin auch mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen, allerdings alles „friedlich“. Meine Mama war schwerstkrank und das war evt der Grund für seinen langjähringen Suff. Bis ich das bemerkt habe, sind Jahre vergangen. Allerdings war er immer gut zu mir und hat bestimmt unter seiner Situation mit meiner Mutter gelitten. Nichts destotrotz hat er mich in meinen jungen Jahren alleine gelassen. Geschwister habe ich nicht ….., wahrscheinlich war er zu schwach. Inswischen bin ich selber Mutter von 2 erwachsenen Kindern. Ich bin aber mit der Situation aus meiner Kinder und Jugendzeit noch immer nicht fertig, war auch lange in Behandlung, aber naja …..
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hole dir Hilfe, denn alleine wirst du es auf Dauer nicht schaffen.
    Liebe Grüße
    Boergi

  4. johanna says:

    ich bin jetzt 16 und mein vater ist auch Alkoholiker und das find ich garnicht gut er hat mich auch mal geschlagen

  5. DasElternforum says:

    Meine Mutter war Alkohol und Medikamentenabhängig und somit hatte ich keine wirklich schöne Kindheit. Meine Mutter hatte auch immer wieder andere Männer mit denen sie sich Nachts zu prügeln anfing. Wie oft hatte ich mitten in der Nacht Krankenwagen und Polizei rufen müssen als ich um die 7 Jahre alt war aber keiner der Polizisten ist auf die Idee gekommen die Kinder dort herauszuholen obwohl ich und meine Schwester durchaus verletzungen aufzeigten. Später als wir Älter waren suchten wir beim Jugendamt in Oranienburg nach Hilfe auch dort wurden wir wieder nachhause gebracht wofür natürlich unsere tracht Prügel von meiner Mutter abholten. Zu ihrem Alkoholproblem kam eine immer stärker werdende Schizophrenie jedoch hatte meine Mutter die Fähigkeit sich bei Behörden gut darzustellen. Als wir endlich von zuhause weg waren spionierte Sie unsere Adressen bei Einwohnermeldeamt aus und terrorisierte uns mit Besuchen und Hassbriefen die wir allesamt aufgehoben haben. Ich musste dafür regelmäßig zum Pschologen und vor kurzem kam meine Mutter mal wieder in eine Psychatrie in der Sie jetzt seit gut 3 Monaten ist und ich hoffe Sie kommt nie wieder raus. Ich kann dein Leid sehr gut nachvollziehen, denke ich! Viele Grüße Daniel

  6. Anika says:

    Hallo!

    Ich habe gerade deinen Bericht gelesen. Ich freue mich für dich, dass du es geschafft hast,dein eigenes Leben zu leben. Ich selbst lebe aktuell noch mit meinem alkoholkranken Vater zusammen… Zum Glück hat meine Mum den Absprung jetzt geschafft,und lässt sich scheiden. Aber vorbei ist noch lange nichts, da er noch nicht ausgezogen ist,und uns anscheinend das Leben zur Hölle machen will. Aber wenn man Hilfe braucht, bekommt man diese nicht!!!
    Außerdem kommt er mir psychotisch vor,jetzt muss gehandelt werden. Wenn meine Mutti dies nicht kappiert, bin ich in 3-4 Monaten weg ( dann ist meine Ausbildung abgeschlossen).Dann kann ich ihr auch nicht mehr helfen…

    P.S. Versuche wirklich, deine Mutti von deinem vater wegzuholen,ansonsten geht sie kaputt daran!!

  7. Dein Name says:

    Was wäre denn die beste Art (rechtlich gesehen), dass die Mutter und die Geschwister ungeschadet (zumindest körperlich) aus dieser Situation rauskommen ohne das sie viel Geld zur Verfügung haben? Scheidung ist zwar wunderbar, aber hindert nicht daran dass der Vater irgendwann vor der Türe steht und psychisch krank wie er ist seine Frau und seine Kinder bedrängt oder im schlimmsten Fall einfach erschlägt.

  8. Camilla says:

    heei das tuht mir wirklich sehr leid für dich.
    ich weiss wie das ist, ich bin jezt 13 jahre alt geworden. viele denken ich hab eh keine ahnung vom leben & so ein quatsch.
    Ich hab allerdings mehr erfahrungen im leben als manche andere in meinem alter.
    Bis vor 3 jahree haben wir noch bei meinem Vater gelebt, er war auch ein alkoholiker.
    ich kann mich noch an alles genau erinnern . ist schliesslich noch nicht so lange her.
    Mein Vater ist in unser zimmer gelaufen mit dem messer & hat uns gedroht. Das kam zwar nicht jeden tag vor, abeer schoon ziemlich oft. Er hat uns beleidigt er hat gesgat wir sind eh nichts wert & wir sollen uns umbringen . einmal hat er versucht sich in der garage zu erhängen & ich, meine mutter & meine geschwister standen da & wussten nicht was wir machen sollen. Wir haben dann unseren nachbar geholt & der hat ihn dann auch wieder da runter bekommen. Wir haben so oft gesagt er soll auf entzug gehen, doch das einzige was er darauf gesgat hat war, für euch hör ich nicht auf zu trinken. Das tat natürlich weh . doch am meisten tat es weh meine mama weinen zu sehen, er hat dinge nach uns geworfen er hat uns verlezt ohne es warscheinlich überhaupt mitbekommen zu haben. Es hat natürlich niemand gemerkt . im kindergarten hab ich 3 stunden am tag ungefähr geweint weil ich zu meiner mama wollte, weil ich angst um sie hatte. Er hat auch oft gedroht, dass er unseren hund tötet. als ich in der 2ten klasse war ist der hund dann allerdings leider gestorben :( des öfteren war bei uns zuhause die polizei . ich weiss wie es ist seinen vater draussen bei einer schlägerei zu sehen & ich weiss wie man sich dann fühlt. dass man am liebsten im erdboden versinken würde. oft hat er uns auch rausgescmissen von zuhause, es ist ja schliesslich sein haus, in dieser zeit waren wir dann bei meienr oma. jeden abend lag ich inn meinem zimmer & hab mich bei meinen kuscheltieren ausgeheult. ich wra schon ziemlich stark, ich hab nicht oft vor anderen geweint sondern eher versucht zu lachen, dafür ist es heute ganz anders. vorleztes jahr hab ich nur noch geweint in der früh im bus, dann hab ich die tränen abgewischt bin in die toilette & hab dort weiter geweint oft musste ich sogar auch im unterricht anfangen zu weinen in den pausen war ich in der toilette iengespeert & hab gweint. nach der schule im bus ging es weiter. zuhause dann hab ich mich in mein zimmer eingespeert & weiter geweint bis ich eingeschlafen bin, irgentwann bin ich soo ausgerastet weil ich einfach nicht mehr konnte dass ich in meinen zimmer alles durcheinandergeschmissen hab & meine uhr runtergefallen ist, das glas hab ich genommen & hab mich damit gerizt, seit der 2ten klasse hab ich mir gewünscht dass entweder er oder ich sterbe. zuerst war es ein schnitt aber ein halbes jahr später wurden es immer mehr weil es gut tat . an den beinen an den armen am bauch ich hab mich überall gerizt . in diesen halben jar wo ich mich gerizt habe, hab ich sehr viel abgenommen, da ich statt essen mich gerizt habe, als ich mit dem rizen angefangen hab waren wir zwar schon von meinem vater weg aber die alpträume & erinnnerungen sind noch nicht weg. durch das rizen wollte ich eigentlich sterben, in der klinik hat sich dann allerdings rausgestellt dass noch 1 mm gefehlt hätte zum tot. ab & zu bereue ich es noch aber jezt bin ich schon froh dass es nicht so weit gekommen ist . in die klinik bin ich gekommen weil sie mich vom bahngleis weggezogen habe. es ist auch noch viel anderes zu den problemen dazu gekommen dass ich so unbedingt sterben wollte bis ich an die klin für suizidgefährdete gekommen bin . an den einen tag kann ich mich noch genau erinnern als wir noch bei meinen papa gelebt habe, es war die nacht in der wir weg sind. er war mal wieder betrunken, das geschreihe waren wir ja gewöhnt ich & mein bruder haben singstar gespieltals ich aber dann zum fenster raussah stand da mein vater mit einem riesen hammer & hat die fensterscheibe hinten von auto eingeschlagen . meine mama stand daneben & hat geweint, ich hab geschriehen & ebenfalls geweint, die nachbarn haben dann gott sei dank die polizei angerufen & die haben uns dann auch sofort in ein frauenhaus gebracht & er wurde in die ausnüchterungszelle gebracht wieder einmal. vergessen werde ich es wohl auch nie können abeer ich werde alles dafür tuhn dass meine kinder sowas nicht erleben müssen. ich möchte im kindergarten arbeiten in der hoffnung dass ich es erkenne wenn kinder probleme haben.

    is villeicht etwas schwer zu verstehen alles weil ich so geschrieben hab wie es mir grad hochgekommen ist aber ich denke ihr versteht es schoon, auch wenn es etwas durceinander ist 😀 heutee mag ich mein leben . ich weine nur noch seltener dieses schuljahr hab ich erst 7 mal in der schule so wienen müssen dass es jemand gesehen hat & das ist sehr wenig für mich da ich sonst immer geweint habe. ich hoffe ihr versteht mich & über eine antwort von menschen, denen es so ähnlich geht oder geganegn ist würde ich mich sehr freuen.

    & für die, denen es so geht . wendet euch an eine familienhilfe & ans frauenhasu so dass eure väter es nicht mit bekommen. jungs dürfen allerdings nur bis 14 jahre ins frauenhaus. aber es giebt ein extra haus für jungs über 14 . so war es jedenfalls bei uns. das wird euch dann aber noch genau von denen erklärt.

    liebe grüße

  9. Marcel says:

    Mein Vater ist ebenfalls Alkoholkrank. Eigentlich ist Alkohol in unserer Familie Allgegenwärtig. Seit ich mich zurück erinnern kann wurde immer irgendwie getrunken. Mein Vater, meine Mutter, die Tante oder der Onkel! Gründe gab es immer, irgendwelche Feiern, Besuch usw. Ich selber trinke eher wenig bis gar kein Alkohol. Bei meinem Cousins, also die Kinder von allen der oben genanten (bis auf einer) ist es Gott sei dank genauso. Gestern kam es dann aber Eklat zwischen meinen Vater und mir. Er war wiedereinmal betrunken und wollte mit seinem Auto fahren. Da ich den Schlüssel hatte konnte er natürlich nicht fahren. Er glaubt tatsächlich und weiß machen zu können er wäre nicht betrunken. Die übliche Ausrede ist, das er müde sei. Ich kenne ihn ja nun mehr als 30 Jahre und weiß genau wann er betrunken ist. Die Glasaugen, die tief hängende Hose und das nicht gerade aus laufen können. Er ist dann in das Auto meiner Mutter gestiegen und gerade als ich seinen Wagen nach Hause fahren wollte, sah ich wie er meine Mutter am Arm puffte (so hat er es verharmlost, es war natürlich ein Schlag, vielleicht kein starker, aber ein Schlag). Daraufhin bin ich ausgestiegen und haben da die Scheibe runter gedreht war, in mit einem Faustschlag ins Gesicht geschlagen. Er ist natürlich ausgestiegen und hat geflucht, geschimpft und alles. Er hat mit allem gedroht, mit Schläge, mich anzuzeigen und mich umzubringen. Mit all diesen Drohungen kam ich klar, bis er drohte meine 5 Monate alte Tochter auch umzubringen, da bin ich leider ausgerastet. Ich schlug in nieder, sorgte dafür das er zu Boden ging und trat zu meinen Bedauern zu.
    Dieses alles ist für mich ein absoluter Tiefpunkt. Am meisten bin ich von mir enttäuscht. Ich habe mich selbst immer für mehr gehalten, da ich beruflich auch weiß wie man verhandelt und Konflikte umgeht und löst. Aber in diesem Moment verlor ich mich und geriet in einen Rausch. Wie es jetzt weiter gehen kann weiß ich nicht wirklich. Ich habe mich natürlich entschuldigt, aber seinerseits kam nicht eine Entschuldigung. Ob und wie ich ihn fallen lassen soll weiß ich nicht, da ich auch sehr an meiner Mutter Hänge und es bedeuten würde sie allein mit ihm stehen zu lassen. Auch bin ich skeptisch das dieser „tritt in den Arsch“ was positives bringt.
    Für mich steht auf jedenfall fest das das leben mit alkoholkranken Menschen sehr belastend ist und man oftmals an das Ende seiner selbst geraten kann.

  10. Evelyn says:

    Hi, ich bin erst 12 und musste mich
    Bis zu meinem 11 Lebensjahr auch mit diesem Problemen auseinander setzen wir dumm ich doch war und das meine Eltern einmal mehr verhüten hatten sollen das alles genau wie bei dir bis auf das das meine Eltern eine Bar haben.. Als ich 11 wurde schmiss meine Mutter in endlich raus ich kämpfe noch immer!!

  11. Henry says:

    Mein Vater ist auch Alkoholiker. Aber wir wohnen nicht zusammen. Meine Eltern haben sich getrennt als ich noch ganz klein war. Unser Verhältnis ist auch eher oberflächlich. Wir wissen nicht viel voneinander. Ich habe ihn deswegen auch noch nicht oft betrunken erlebt. Höchstens bei meinen Großeltern als ich ein Kind war. Aber daran kann ich mich kaum noch errinern. Mir wird nur immer ganz komisch wenn ich braune Bierflaschen sehe und ich vermeide es Alkohol zu trinken. Darüber machen sich meine Brüder hin und wieder lustig. Ich bin jetzt schon etwas älter und wir waren wieder bei meinen Großeltern und jetzt habe ich ihn das erste mal richtig bewusst betrunken erlebt. Daran habe ich immer noch etwas zu kauen. Er hat mir nämlich noch nie über sein Problem gesprochen. Ich weiß noch nichtmal ob er es sich selber eingesteht. Aber ich glaube, dass er zuhause nicht so viel trinkt wie bei meinen Großeltern, da er erzählte zuhause besser zu schlafen. Ich bin einfach besorgt und habe Angst um ihn und ich wünsche mir, dass er bald versucht es sich abzugewöhnen. Aber ich habe ihn trotz allem Lieb.

  12. molak says:

    Leut, ich bin so einer den ihr warscheinlich als Alkohol abhängigen Vater nennen würdet, ich hab frau und kind, bin oft besoffen. So. Na und? Ich krieg mein leben auf die reihe, meine Frau liebt mich , und ich hab mein kind nie geschlagen oder so. Klar muss ich manchmal auch ausrasten, aber das muss auch meine frau und mein kind manchmal. Verteufelt hier nicht alle die regelmäßig trinken oder besoffen heim kommen, es geht darum ob man sein leben trotzdem im griff hat. Und wenn nicht, dann fomgt darauf als ausweg der Alkohol, der das schlimmer macht. Nicht andersrum.

  13. lulu says:

    hallo , ich bin 19 Jahre und mein vater ist alkoholabhängig , er hat mich nie geschlagen und im Grunde kann ich mir irgendwie keinen besseren Papa wünschen. Er hatte jetzt 2 normale Klinik Aufenthalte und jetzt war er , jedoch nur eine Woche , in psychiatrischer Behandlung. Mein Papa trinkt sein ganzes Leben eigentlich schon. Was heißt das ganze Leben , ich glaube er hat vermutlich wie fast jeder im Jugendalter eben begonnen. Er hat auch meine Mama schon sehr früh kennengelernt , sie waren immer das Traumpaar , bis ihr erster Sohn gestorben ist. Ich glaube das hat viel zerstört was natürlich nahe liegt. Viele Jahre später haben sich meine Eltern getrennt , sie haben sich vermutlich beide betrogen , was ich als Kind aber nicht wirklich wissen wollte. Dann ging es irgendwie immer mehr Berg ab für ihn. Ich denke er ist einfach zu einsam , er führt eine „Beziehung“ die auch mit der Grund für die Trennung ist, aber das tut nichts zur Sache. Das letzte mal als er so betrunken war hat er nichts mehr gegessen , ich hab ihn dann gefunden im Bett und den Krankenwagen gerufen. Meine Schwester war auch dabei. Aber zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht weinen .. ich war so unglaublich enttäuscht und wütend. Jetzt trinkt er anscheinend nichts mehr. Er bekommt jetzt Tabletten und es geht ihm momentan besser. Aber mir nicht , ich kann das alles nicht vergessen oder vielleicht auch nicht verzeihen. Ich habe Freunde , lache gern und studiere jetzt Soziale Arbeit. Alles wirkt geregelt. Aber ich bin nicht wirklich glücklich , immer habe ich das Gefühl ich muss was ändern , mehr tun , mehr sein. Ich weiß nicht ob es an der Sucht meines Papas liegt und ich will ihn dafür nicht verantwortlich machen , oder sollte ich das ? Es gibt so viele Sachen die mir im Kopf umgehen. Und das schlimmste ist , ich warte nur darauf , dass er wieder trinkt.

  14. Irres Kind says:

    Ich bin auch mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen, deine Geschichte ähnelt meiner sehr. Mein Vater hat meine Mama einmal heftig gegen die Wand und die Tür geschubst, als sie mich, zu Grundschulzeiten, bei einem nächtlichen Versuch, vergessene Hausaufgaben nachzuholen, entdeckten. Er gab erst ihr die Schuld und dann mir. Ich war oft Schuld, ausserdem provozierte ihn ja auch jeder von uns. Wenn ich mir irgendwann eine finge wäre es mein Schuld. Ich bin dumm und unfähig, wenn er etwas nicht wahrhaben wollte, war ich eine Lügnerin. Als ich sie gebraucht hätte, waren sie nicht da. Wer will schon wahrhaben, dass sein sechs jähriges Kind vom neuen Freund der Oma angefasst wurde. Warum sollte man das glauben… Ich habe sie gehasst, wie ich sie liebe und oft nicht verstand. Meine Mama hat es vor fünf Jahren geschafft, lange nach dem ich schon ein eigenes Leben hatte, Papa vom Alkohol wegzubringen. Im letzten Jahr ist sie unerwartet gestorben. Papa trinkt wieder, spricht über Suizid. Und ich bin alleine, weil niemand wahrhaben will, wie es ist. Manchmal wünschte ich mir er geht. Für immer.

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