Immer auf der Suche nach dem ersten Kick
Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass eine Droge insbesondere bei den ersten Malen besonders intensiv wirkt. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich das Gehirn an die Irritationen – die Droge scheint schlechter zu wirken. Hier liegt eine Wurzel für eine Suchtproblematik: Wer sich nicht damit abfinden kann, dass sich das Gehirn adaptiert, der hat ein Problem…
Allem Anschein nach ist unser Gehirn eine phänomenale Maschine. Man kann sie durch den Gebrauch von Drogen zwar stören – aber dieser Umstand hält nicht sehr lange an. Sehr bald adaptiert sich das Gehirn an diese “Vergiftungs-Erscheinungen” und kann – trotz Droge – fast einen klaren Kopf bewahren.
Schauen wir uns doch um:
* Wer sehr wenig Alkohol trinkt, wird nach einem Bier schon fröhlich. Ein Alkoholiker merkt erst die zweite Flasche Wodka.
* Wer die ersten Male Haschisch-Kekse ist, taucht weit ab und “verbiegt” seinen kompletten Wahrnehmungsapparat. Nach 20 Keks-Abenden driftet man zwar ganz nett, aber die Wahrnehmung ist wieder relativ intakt.
* Wer die ersten Male Psylocybin-Pilze zu sich nimmt, dem wird seine komplette Wirklichkeit zerschossen. Kein Stein steht mehr auf dem anderen, das Weltbild zerbröselt vollständig. Nach 20 Pilz-Abenden denkt man zwar immer noch recht verrückte Dinge und sieht die Welt aus einer anderen Perspektive, aber man kann genauso gut praktisch und anschaulich denken. Der Trip dauert nur noch 2 Stunden statt 5 Stunden.
* Wer das erste Mal Kokain schnupft, dem wird der Kopf weggeblasen. Das Universum bebt aus Ehrfurcht vor unserer Kraft. Einige Monate später ist dies verflogen. Es war Constantin Wecker, der in seinem Gerichtsverfahren darauf hinwies, dass der jahrelange Kokain-Konsum letztendlich immer die Jagt nach dem ersten Kick war.
* Und zum guten Schluss: Wer ein neues Auto (Fahrrad, …) hat, der kann sich gar nicht sattsehen und freut sich jede Sekunde über die neue Maschine. Nach 6 Monaten ist das Auto zwar ganz nett, aber andere Autos auf der Straße sind noch schöner.
Diese Aufzählung macht deutlich, dass unser Gehirn und unser Körper (leider) sehr adaptiv ist. Wenn wir ihn regelmäßig vergiften, dann werden Körper und Geist sich darauf einstellen und versuchen möglichst schnell wieder Normalität und “Gesundheit” herzustellen.
Dieser Effekt kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Das kann man nicht übergehen. Aus dieser Erfahrung kann ich jedem nur raten:
* Genieße die ersten Male so gut und so bewusst es nur geht.
* Überlege Dir gut, in welcher Häufigkeit Du mit einer Droge beginnst. Lasse Dir Zeit. Verpulvere nicht die ersten Erlebnisse in einem Monat.
* Glaube nicht dem Motto “Viel hilft viel”. Der Körper ist verdammt schlau. Eine Dosissteigerung bringt nicht den gewünschten Effekt!
* Versteigere Dich nicht in immer härtere Drogen. Es hat doch keinen Sinn. Bei der nächsten Droge wird es Dir genauso gehen. Und der Frust steigt.
* Wechsle ab und zu das Setting. Gehe in die freie Natur. Konsumiere bei Freunden. Konsumiere mit verschiedenen Menschen zusammen. Auf diese Weise kannst Du die Erlebnisse etwas intensiver gestalten.
* Versuche Deinen Drogen-Erlebnissen einen neuen Schwerpunkt zu geben. Probiere neue Dinge aus. Das sich das Gehirn an die Droge gewöhnt, kann man auch zu seinem Vorteil nutzen. Schreibe Gedichte, tanze, musiziere, oder nutze die höhere Bewusstheit für Affirmationen oder Arbeiten magischer Art.
* Denke immer daran, dass eine Gewöhnung ganz normal und gesund ist. Flüchte nicht davor, denn sonst beginnt vielleicht eine sehr ungesunde Leidensgeschichte.
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