Drogen sind wie Musik
- Ein anonymer Erfahrungsbericht -
Wie kann man die Wirkung von Drogen auf das Bewusstsein beschreiben? Für jemanden, der nur Alkohol kennt, ist zum Beispiel die Erfahrungswelt von LSD nicht begreifbar. Nun ist es so, dass nicht jeder LSD ausprobieren sollte – im Gegenteil.
Dieser Erfahrungsbericht möchte durch die Analogie der Musik einen Eindruck von Drogenerlebnissen vermitteln.
Alkohol
Fangen wir mit einer Droge an, die wir alle kennen: Alkohol. Die Wirkung von Alkohol ist gesellig, fröhlich, beschwingt. Die dazu passende Musik ist die typische Schunkel-Musik: “Da steht ein Pferd auf dem Flur…” oder “Ja, ja, ja der Enzian…” sind für mein Gefühl die Stellvertreter einer lockeren Bewusstseinshaltung.
Nicht jeder mag diese Musik bzw. dieses Gefühl, was dahinter steckt. Der Alkohol vernebelt das Bewusstsein. Man wird primitiver und agressiver. Das ist genau das, was die oben genannten Musikstücke vermitteln.
Cannabis
Wenn man Cannabis zu sich nimmt (dazu gibt es auch einige wichtige Tipps), dann ist der Bewusstseinszustand mit anderen Musikstücken zu vergleichen.
Oftmals driftet das Bewusstsein irgendwo zwischen Zeit und Raum. Hier würde man gerne Trance-Musik hören, wie zum Beispiel Jean Michel Jearre (den die älteren Leser sicherlich kennen). Eine ruhige Musik mit sphärischen Klängen ist optimal.
Oder man würde eine ruhige Kuschel-Rock CD in den Player einlegen. Man schwelgt in Emotionen und ist sehr zärtlich gestimmt. Manchmal ist nichts auf der Welt so interessant, wie am Ohr des Partners zu knabbern und zu erleben.
Die musikalischen Klänge der sehr bekannten Gruppe Dead can dance entführen den Hörer zum Beispiel in die afrikanische Klangwelt. Die Musik ist langsam und unter Cannabis genießt man jede Note, jeden komplexen Rhythmus. Man vergisst sich selbst und genießt eine ganze CD am Stück. Ein Gespräch scheint hier unmöglich zu sein.
Diese Art der Vertiefung ist aber nicht jedermanns Sache. Bei einigen Menschen löst diese Art von Musik Angst aus. Etwas kratzt dort am Bewusstsein. Man wird “runtergezogen” und vielleicht melancholisch. Diese Musik löst alles aus dem gewohnten Kontext.
Psilocybin und LSD
Wenn man diese Stoffe im Blut hat, so fühlt man ganz anders. Viel abgerückter. In diesem Zustand kann klassische Musik begeistern, weil sie so klar, so analytisch ist. Man versteht die Logik dieser Musik und genießt die kristallklaren Klänge einer Violine.
Oder aber man hat den Drang zu sakraler Musik. Vielleicht sind es die Gregorianischen Mönchs-Chöre, oder man schwebt mit Lisa Gerard in den ethischen Gefilden des eigenen Charakters.
Es kann aber auch die Gruppe Ramstein sein, die bei einem Egotrip das Gefühl der absoluten Überlegenheit ausdrückt. Man sieht sich selbst als einen grenzenlosen Potentat, der sich problemlos auf die Straße stellen könnte, um einen LKW anzuhalten. (Hier sind Freunde hilfreich… mit anderen Worten: Musik von Ramstein ist unter LSD nicht wirklich zu empfehlen.)
Oftmals entwickelt sich ein Hang zu schräger Musik, wie etwa Portishead. Das passt zu den schrägen Gedanken, die sich im eigenen Kopf entwickeln.
Dieser Zustand kann aber auch eine Qual sein. Man stelle sich nur vor, man hasst klassische Musik und müsste sich ein ganzes Konzert in voller Lautstärke anhören. Für viele eine Horrorversion… die Klänge eines Violinisten wie Nighel Kennedy können so manchen Zuhörer in den Wahnsinn treiben.
Fazit
Dieser kleine Erfahrungsbericht will Drogen nicht verharmlosen im Sinne “Drogen sind so schön wie Musik”. Es sollte vielmehr gezeigt werden, welchen Charakter einzelne Drogen haben, die man mit Musik-Stilen vergleichen kann.
Vielleicht kann es für den einzelnen Leser Sinn machen, zur Musik zu greifen, statt sofort die jeweilige Droge auszuprobieren. Wer mit der Musik innerlich nicht zurecht kommt, wird vermutlich auch den Bewusstseinszustand nicht als angenehm empfinden. Die 30,00 DM für eine CD sind besser angelegt als ein in etwa gleich teuerer LSD-Trip oder ein Tütchen Cannabis oder ein Körbchen Psilocybin-Pilze.
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