Die Rolle der Angehörigen von Alkoholikern

Kategorie Alkohol - 04/2000

- Ein Bericht von Lutz -

Die Rolle der Angehörigen von AlkoholikernDieser Artikel kann nicht die Situation von Angehörigen in ihrer ganzen Tragweite erfassen. Darüber wurden schon viele Bücher geschrieben. Aber ich möchte versuchen, für Verständnis für die Situation der Menschen zu werben, die in der scheinbar ausweglosen Situation sind, mit einem Suchtkranken leben zu müssen.

Diese Menschen sind oft über Jahre hinweg in ein Leben hinein geraten, das sie nicht sicherlich nicht gewünscht haben, und das anfangs in ihrer Tragweite gar nicht zu erkennen war. Vielleicht erkennt der eine oder andere Leser seine eigene Situation und bekommt das Gefühl, dass es doch nicht hoffnungslos ist. Oder einer erkennt die Lage einer Nachbarin oder Kollegin, und kann ihr einige Hinweise geben.

Es wird viel geschrieben über den Alkoholiker, über Therapiemöglichkeiten, über die Folgen der Krankheit, über die Situation im Allgemeinen. Dabei wird leicht vergessen, dass auch andere Menschen in das Leben eines Alkoholkranken eingebunden sind, in aller erster Linie die Familie, aber auch andere nahe Verwandte und nicht zuletzt Arbeitskollegen.

Die am stärksten Mitbetroffenen sind die Familienangehörigen. Wer einmal das Leben eines Alkoholikers, vielleicht auch nur auszugsweise, miterleben durfte oder musste, kann sich ein Bild machen von seinen Problemen. Feiern, Verlust des Arbeitsplatzes und/oder des Führerscheins, Krankenhausaufenthalte wegen Entzug sind nur die Spitzen eines Eisberges. Das tägliche Leben spielt sich in Bahnen ab, die oft nur wenig nach außen dringen. Es sind Lügen, weil man mal wieder am Montag nicht zur Arbeit konnte, weil der Magen zu sehr rebellierte, es sind Wutausbrüche, kaum vorstellbare Aggressionen allen Menschen gegenüber, es ist Übergeben, weil der Alkohol doch mal wieder zu viel war. Dazu kommen Zittern, Schmerzen, Selbstmitleid, Krankheit und vieles andere mehr.

Und wenn man sich das einmal innerhalb einer Familie vorstellt, auf wenigen Quadratmetern Wohnfläche, mit vier oder fünf Personen, Ehepartner und Kindern, kann man sich vorstellen, dass alle Familienmitglieder unter diesen Umständen leiden. Ein guter Nährboden für ein harmonisches Familienleben ist das auf gar keinen Fall. zudem dann noch sehr oft akuter Geldmangel hinzukommt, da der Suchtkranke das meiste in den Alkohol investiert.

Der Ehepartner oder die Ehepartnerin

Diesen Ehepartnern kommt fast immer eine entscheidende Rolle zu. Die Krankheit bricht nicht plötzlich mit aller Macht aus, Alkoholismus entwickelt sich schleichend. So fängt der Suchtkranke langsam an, immer mehr zu trinken. Die Krisen durch zu viel Trinken sind anfangs nicht so schlimm, und werden oft leichtfertig übergangen. So wird ein Vollsuff entschuldigt, das peinliche Benehmen wie Übergeben oder stark auffälliges Verhalten werden vergessen. Irgendwann aber wird es zuviel, eigentlich ist es nicht mehr zu ignorieren. Trotzdem macht der Partner oder die Partnerin weiter. Schließlich soll dem anderen ja geholfen werden. Es folgen Ermahnungen, es wird beim Chef gelogen („Rufst Du bitte mal an, ich wäre beim Arzt, mir ist heute so schlecht!“. Und der Partner oder die Partnerin ruft dann an, gegen das eigene schlechte Gewissen. Der Grund, dem geliebten Mann oder der Frau doch nur helfen zu wollen, reicht aus. Ich habe einige Frauen kennengelernt, die das jahrelang gemacht haben. Andere haben ihren Partner aus dem Rinnstein aufgehoben, drei Etagen nach oben geschleppt, gewaschen, den Schlafanzug angezogen und ins Bett gelegt. Die Palette des Helfens ist unendlich. Diese Verhaltensweisen werden als Co-Alkoholismus bezeichnet.

Co-Alkoholismus

Diese Verhaltensmuster sind auf der einen Seite nur zu verständlich, auf der anderen Seite unterstützen sie den Kranken, und können, wenn sie nicht aufgegeben werden, mit zum Tode führen.

Es ist nur natürlich und auch richtig, einem Kranken helfen zu wollen. Wenn der Lebensgefährte eine Grippe hat, steckt man ihn ins Bett, reibt ihm die Brust rein („Liebe und W…WaPu.. J), macht die Wärmflasche heiß und vieles andere mehr. Aus den gleichen Gründen wird man natürlich auch jemanden pflegen, der zu viel Alkohol getrunken hat. Wenn es ein einmaliger Ausrutscher ist, würde ich es übrigens auch genauso machen und lachend verzeihen. Das kann ja mal passieren, wir sind alle nur Menschen.

Aber wenn diese Ausfälle sich häufen, sind dies immer Alarmzeichen. Auch alle Jahre wieder würde meine persönliche Toleranzschwelle überschreiten. In Alkoholikerfamilien geht das aber über viele Jahre, oft regelmäßig treten schlimme Situationen ein. Aus einem einmaligen Ausrutscher wird eine Regel und diese Regel zerstört die Menschen. Der Nicht–Alkoholiker steht seinem Partner, den er ja eigentlich liebt, machtlos gegenüber. Endlose Schwüre und unzählige Versprechungen, die Hände vom Sprit zu lassen, werden immer wieder enttäuscht, oft schneller, als sie ausgesprochen wurden. Das Leiden verstärkt sich durch Streitereien, aus denen Zornausbrüche entstehen, die oft genug zu Gewalt dem anderen gegenüber führen. Aber auch ohne Schläge wird der oder die Angehörige täglich zermürbt durch die unerträgliche Situation mit seinem oder ihren Partner. Aber aus dem fehlenden Wissen um eine andere Art und Weise des Helfens entsteht eine Machtlosigkeit und das Leben geht immer weiter. Oft haben die Frauen, die solches Leben mit ihrem Mann erdulden müssen, das gleiche oder Ähnliches bereits im eigenen Elternhaus miterlebt und die eigene Mutter hat es vielleicht bis zum Tod des Vaters ertragen. Dann weiß die Frau auch nichts anderes, als es gegebenenfalls auch bis zum Tod des Ehemannes auszustehen.

Vielleicht staunt jetzt der Leser, dass so etwas in unserer Zeit überhaupt noch möglich ist. Aber vergessen wir nicht, dass sich das alles hinter geschlossenen Türen abspielt, über Alkoholismus redet man auch heute noch nicht, die Betroffenen schämen sich. Und so sehr unsere Zeit auch aufgeklärt zu sein scheint, sie ist es nicht! Solche Dinge spielen sich tagtäglich hinter unseren Fenstern ab, in allen sozialen Schichten. Auf dieser Site werden Zahlen genannt von 2,5 Mill. bekannten Alkoholkranken. Diese Zahlen stammen meines Wissen nach von vor 20 Jahren. Dann kamen die neuen Bundesländer dazu, und wir haben eine erhebliche Dunkelziffer. Mann kann problemlos von 5 – 7,5 Mill. Alkoholkranken in unseren Ländern sprechen. Das bedeutet mindestens genauso viele Familien. Und wir haben 36 Mill. Haushalte in der Bundesrepublik! Also jeder sechste oder siebte Haushalt ist vom Alkoholismus betroffen!

Eine positive Entwicklung

Die ersten Abstinenzlergruppen kümmerten sich nur um den Kranken selber. Was ja auch richtig ist, denn um ihn geht es ja aus seiner Sicht in erster Linie. Das Trockenwerden und das trockene Leben wird den Betroffenen sehr zum Positiven verändern und er wird vieles, das im Suff zerstört wurde, vielleicht wieder aufbauen können. Aber vielleicht kann sich der Leser ein wenig in die Situation einer Ehefrau hineindenken, die den Zerfall ihres Mannes und der eigenen Familie über viele Jahre miterleben musste. Auch bei diesen Frauen ist vieles zerstört worden und sie benötigen genauso viel Hilfe wie der Alkoholiker selber. Die Ehe und die Familie wurde von beiden gelebt und kann auch nur von beiden wieder aufgebaut werden. Und die Frau kann nur sich selber wiederaufbauen. Denn das Vertrauen in den Partner wurde zerstört, das Vertrauen in sich selber und das Leben im Allgemeinen. Sexuelle Probleme, seelische und psychosomatische Krankheiten sind nicht selten.

Aus diesen und vielen anderen Gründen kümmern sich moderne Selbsthilfegruppen um die Angehörigen, auch um die Kinder, die ich bisher leider völlig außen vor gelassen habe. Mittlerweile sind es oft die Angehörigen, die den Hausarzt ansprechen, was sie tun können und der gibt ihnen Ansprechpartner der Gruppen, die ihm bekannt sind. Und so kommen sie dann in eine neue Welt, die ihnen hoffentlich alternative Wege aufzeigen können, aus diesem Dilemma hinaus zu kommen.

Als erstes wird eine solche Gruppe versuchen, den oder die Angehörige selber zu stärken. Das Selbstbewusstsein wird das Jahre andauernde Chaos sehr angeknackst sein, die Ratlosigkeit ist meistens grenzenlos. Aber der erste Prüfstein kommt in dem Moment, wenn die Frage beantwortet wird: „Wie kann meinem Partner helfen?“.

In Liebe loslassen

Dann nämlich werden die Angehörigen lernen müssen, nicht mehr hinter dem Kranken her zu helfen, ihm nicht immer wieder das Leben, das er selber zerstört, so weit es geht gerade zu rücken. Denn genau dadurch, dass nach außen hin der Alkoholiker keine Verantwortung übernehmen muss, weil der Co – Alkoholiker für ihn lügt, putzt, wäscht und alles andere macht, funktioniert sein Leben im Suff ja so gut es geht. Erst wenn er merkt, dass er selber für den Schaden gerade stehen muss, den er im Suff anrichtet, wird er selber spüren, was er wirklich anrichtet. Aber wie gesagt, das ist ein enormer Schritt, vom zuerst normalen Helfen, das sich zum Co–Alkoholismus weiter entwickelt hat, zum Fallenlassen zu gelangen.

Dazu gehört, dass der Angehörige seinen Schuldgefühle erkennt und ebenfalls lernt, dass diese Schuldgefühle nicht seine eigenen sind, sondern sie vom trinkenden Partner eingeredet bekam. „Ich trinke, weil Du so doof bist“ „Ich trinke, weil Du so hohe Ansprüche stellst“. „Ich trinke, weil Du nicht mit mir ins Bett gehst“ „… weil Du nicht arbeitest“, „…weil wir so viele Schulden haben.“ „… weil Du mich nicht mehr liebst.“ und so weiter und so weiter. Das über Jahre eingetrichtert, zeigt bei vielen Frauen und Männern Wirkung.

Dazu gehört aber auch, dass der Betrunkene eben nicht aus der Gosse geholt wird, dass der Angehörige nicht am Montag morgen beim Chef anruft, dass er nicht zur Bank geht und sich den Anpfiff vom Filialleiter anhört, der eigentlich dem Trinker gilt. Und viele andere Dinge, die der oder die Angehörige macht, um den Schaden zu begrenzen.

Der Tiefpunkt

So ist es eine Regel, dass jeder Alkoholiker so lange trinkt, bis er seinen eigenen Tiefpunkt erreicht hat. So kann der Verlust des Führerscheins oder des Arbeitsplatzes bei dem einen ausreichen, eine Entgiftung anzufangen oder sogar eine Therapie dran zu hängen. Andere müssen die ganze Palette durchmachen, Führerschein weg, Arbeit weg, Familie weg, Haus weg, alles weg und erst dann sind sie bereit, vor dem Alkohol zu kapitulieren und eine Therapie anzufangen. Andere schaffen das nie und sterben am Sprit.

Aber für viele in der Therapie und den Selbsthilfegruppen war die Drohung, dass der Partner sich scheiden lässt, der auslösende Faktor, ein Leben ohne Alkohol zu beginnen.

So ist der Tiefpunkt für den Trinker natürlich auch ein Tiefpunkt für die gesamte Familie. Aber in einer gut funktionierende Gruppe wird den Angehörigen entsprechend geholfen werden, Die Menschen dort kennen ihr Fach, die Leiter sind ausgebildete Suchtkrankenhelfer und haben oft über Jahre hinweg Erfahrungen. Abgesehen von ihrem eigenen Leben, dass irgendwann einmal an dem gleichen Punkt stand und dann später zum Guten gewendet werden konnte. Darin liegt auch der Erfolg dieser Gruppen, dass alle genau wissen, wovon sie reden und gerne bereit sind, ihre Erfahrung mit anderen zu teilen.

Arbeitskollegen

Die „Angehörigen“ sind oft eine ganz eigene Gruppe. Oft können sich Menschen vor den Augen aller tot saufen und alle schauen weg. Keiner sagt was, der trinkt ja nur ein bisschen viel und eigentlich geht es mich ja nichts an. Warum soll ich ihm seinen Beruf kaputt machen? Wenn einer was sagt, fliegt ja der oder die Kollegin und ist dann arbeitslos.

Diese Meinungen sind weit verbreitet, sie zeugen aber nur von Desinteresse, bequemlich und mangelndem Wissen. Erstens: Der Arbeitgeber hat sehr gute Möglichkeiten, einen Mitarbeiter abzumahnen, und sogar zu entlassen, wenn sein Alkoholkonsum auf die Arbeitsleistung und vielleicht sogar auf die Sicherheit im Unternehmen geht.

Aber der Arbeitgeber kann auch eine Wiedereinstellung in Aussicht stellen, für den Fall, dass eine Therapie begonnen und erfolgreich beendet wird. Großunternehmen wie Daimler Benz, Opel, Deutsche Bahn AG und viele andere haben extra soziale Einrichtungen geschaffen, um Kolleginnen und Kollegen mit Alkoholproblemen zu helfen.

Diese Sozialstellen haben Kontakte zu örtlichen Krankenhäusern, Selbsthilfegruppen und Therapieeinrichtungen. Auf diesem Weg wurde schon vielen geholfen, ein Leben Alkohol zu beginnen. Nur muss irgendwann ein Kollege oder eine Kollegin oder ein Vorgesetzter den Mut haben, auf den Betroffenen zu zu gehen und entsprechende Schritte einzuleiten.

Bild: © J.Bredehorn / PIXELIO

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Kategorie Alkohol - 44 Kommentare.

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  1. 1. Anton Mirabel schrieb:

    Guten Tag

    Dieser Artikel ist leider viel zu einseitig geschrieben und setzt nur und absolut auf Eskalation. Nicht alle Fälle sind gleich, nicht überall sind arme Frauen und Kinder, in vielen Fällen ist Alkoholismus eine ernstzunehmende Krankheit. Man kann doch nicht in der Kirche die “guten und schlechten Zeiten” absegnen, und dann den Partner – oder auch die PartnerIN (!!!!!) einfach abstürzen lassen. Es sind ja nicht nur Männer, was in diesem Artikel aber so scheint. Hier hört es sich so an, dass alle selbst schuld sind und man sie abstürzen lassen muss, bis sie endlich parieren oder schlussendlich verrecken. Das ist extrem unethisch. Nicht zu sagen, dass es viele Partner und Partnerinnen gibt, die das nicht wollen und ihre(n) Partner(in) wirklich lieben. All das kommt hier nicht vor. Einfach eskalieren lassen ist hier das Allheilmittel. Bis in den Tod. Wer das geschrieben hat, dem oder der ist wirklich nicht mehr zu helfen. Ich vermute, dass da eine grosse Portion Hass im Spiel ist oder war, und dass der Schreiberling bzw. die Schreibse vermutlich selber psychiatrischer Hilfe bedarf. Bitte nochmals durchdenken und dann lieber nichts mehr schreiben.

  2. 2. icke schrieb:

    ANTON MIRBAL….. ANTWORT:

    SORRY ABER ICH GLAUBE DU SOLLTEST DEN TEXT NOCH EINMAL LESEN!!!

    EINEM/R ALKOHOLIKER/IN ODER SUCHT KRANKEN IST NUR ZU HELFEN WENN DER KRANKE CHECKT DAS ER KRANK IST!!!!

    WIE SOLL DER ALKOHOLKRANKE MENSCH MERKEN DAS ER KRANK IST, WENN SEIN/E PARTNER/IN DAFÜR SORGT DAS ALLES AM NÄCHSTEN TAG IN ORDNUNG IST?
    SCHON MAL BESOFFEN?
    WENN ES WIRKLICH GUT WAR , WEIST DU NIX MEHR … UND SO GEHT ES DEM ALKI…

    MEIN VATER HAT ZB. GESOFFEN , UND UNS NACHTS ANGEKOTZT UND MEINE MUTTER HAT ALLES BIS ZUM FRÜHEN MORGEN BESEITIG!

    ICH FINDE DEN BEITRAG GUT UND ER ZEIGT NICHT EINMAL ALLES…. DA FEHLT NOCH SO VIEL!!!

  3. 3. W.H. schrieb:

    Anton: Ich geb Icke Recht!
    Meine Mutter war ihr Leben lang Alkoholikerin, mein Vater hat es stets versucht zu vertuschen, auch vor mir! Als ich mit 14 durch Zufall erkannt habe, was mit meiner Mutter ist, ist in mir eine Welt zerbrochen! Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass sowohl meine erste als auch meine zweite Ehe am Alkohol zerbrochen ist! Als ich mit 29 vor den Scherben meiner zweiten Ehe stand, habe ich immer noch die Schuld bei mir gesucht, habe eine Therapie angefangen, weil ich dachte ich sei *beziehungsunfähig* ! Ich hatte Glück, bin an einen guten Therapeute geraten, der sehr schnell mein Problem erkannt hat! Endlich habe ich die Zusammenhängen begriffen.. Ich habe dann einen Mann kennengelernt, der keinen Alkohol getrunken hat, wir waren eine Zeitlang glücklich – bis ich gemerkt habe, dass er heimlich Kredite gemacht hat und dennoch nie Geld hatte….. Er war spielsüchtig! Ich weiss nicht, was für mich schlimmer war! Heute bin ich 49, Single…. einsam….. Ich habe jahrelang unter Depressionen gelitten, habe bis heute immer mal wieder Schübe! Es ist ein ewiger Kreislauf – dieser sch*** Alkohol hat mein Leben zerstört! Ich hätte mir gewünscht, mein Vater hätte anders gehandelt, hätte meine Mutter zum Teufel gejagt – es wäre uns viel erspart geblieben, aber er hat eben auch “liebend” gehandelt – und ist letztendlich an gebrochenem Herzen gestorben!
    Doch, Anton – ALLE Fälle sind gleich!!!! Du hast das richtige Wort benutzt: verrecken lassen – ja, das ist es was man/frau tun sollte! Denn tun wir es nicht, zahlen wir Co-Alkoholiker eine Rechnung, die wir nicht verursacht haben!
    Hast Du denn noch nicht erkannt, dass Du genauso vom Alkohol abhängig bist, wie Deine Partnerin? Der einzige Unterschied ist, dass Du Deine Anhängigkeit bei “klarem Kopf” durchlebst, was aber durchaus auch die Sinne vernebelt!

    W.H.

  4. 4. amor schrieb:

    Den Alkoholiker verlassen ist die einzige Möglichkeit sich selber zu retten. Man kann einem Alkoholiker nicht helfen. Er muß selber kämpfen. Man erlebt soviel Leid, Enttäuschungen und Verletzungen wenn man bei einem Alkoholiker zu lange bleibt. Alkoholiker lieben auch niemand anderen ausser sich selbst. Manchmal wenn ich solche Kommentare lese wie oben und teilweise im Internet, das ja die Alkoholiker die armen kranken sind und wir Angehörigen die Schuldigen.
    Ich erwarte ein Baby von einem Alkoholiker das natürlich nicht geplant war und nur durch seine Unachtsamkeit im Alkohol entstanden ist. Ich habe ihn trotz der Schwangerschaft verlassen als mir die ganze Tragweite seines Alkoholkonsums klar war.

  5. 5. isor schrieb:

    hallo meine schwägerin ist alkoholikerin, und wen sie besoffen ist benimmt sie sich furchtbar,sie beschimpft meinen Bruder stellt behauptungen auf die nicht stimmen die kinder sind die leidtragenden und das geht schon seit jahren so ich habe meinem bruder geraden sie fallen zu lassen mit den kindern weg zu gehen das sie aufwacht und ihre situation erkennt, ich finde das ist das einzige was ihr hilft den wen sie nüchtern ist ist sie ein liebenswerter mensch und es wäre schade wen sie ganz zu grunde geht

  6. 6. Ramona schrieb:

    Mein Vater ist leider nach dem letzt Delir gestorben.Leider vergeßen viele Menschen
    was für eine schreckliche Krankheit Alkoholismus ist…Ich hoffe ich konnte ein paar von Euch klar machen,das der Alkohol nicht zu unterschätzen ist..

  7. 7. jasmin schrieb:

    ich muss einiegen zustimmen die hier ihre erfahrungen kund getahn haben.mein leben ist stark gezeichnet vom co alkoholismus und diversen co abhängigkeiten….meine mutter ist alkoholkrank und mein jetziger freund auch….es ist sooo tragisch in welche machtlosigkeit man gerrät ohne es zu wollen…ich selbst habe vergeblich versucht die trinksituationen meiner geliebten mutter oder auch die meines freundes zu steuern in dem ich so nett wie möglich war und gebettelt habe das nicht getrunken wird damidt die situationen nicht eskalieren…doch jedesmal umso schlimmer ausgeartet auch schon 2 mal musste die polizei gerufen werden inerhalb eines halben jahres indem ich mit meinem freund zusammen bin ist auch die ausnüchterungszelle ihm nicht erspart geblieben genauso wie geplatzte hochzeit wegem suff führerschein weg doch nein er hat kein problem meint er in seiner verdrehten wahrnehmung noch befinde ich mich in dieser hölle doch wie lange ich aushalte ist eine frage der zeit…man hofft doch im tiefsten inneren weiß man man kann es nicht mehr mittragen alkoholkranke menschen sind egoisten pur denn in ihrem selbstmitleid sulen sie sich und mißbrauchen nicht nur den alkohol sondern die menschen um sie herum….es wird so viel gelogen vor allem sich selbst betrogen vatal wäre das mit zu unterstützen so sehr ich will ich kann das nicht nur meinen weg daraus muss ich noch finden………

  8. 8. simone schrieb:

    Ich lebe jetzt seit 20 Jahren mit meinen Mann zusammen. In der Zeit habe ich selbst gesehen ,was ein Partner der alkohlkrank ist dem anderen antun kann. Er sagt dann Dinge und Sätze die sehr verletzend sind und man denkt ,man ist selbst dran Schuld, aber es ist nicht so. Die kinder bekommen es nach einiger Zeit auch mit und fragen sich warum der Vater oder die Mutter so ist. Mein Mann hat ein entzug gemacht, leider hat es nur ein einhalb Jahre gedauert ,dann fing er an. als Partner gibt man die Hoffung nie auf.Aber meine hoffnung ist bald weg,das er sich je ändert.Die Sätze oben im Text habe ich auch schon oft gehört

  9. 9. claudia schrieb:

    ich finde , das mit dem Alkohol ist eine Einstellungssache. Wie mit dem Rauchen Drogen Essen u.s.w.Wen man natürlich in einer Familie einen Alkoholiker hat sollte man sofort Massnahmen ergreifen vorallem wen Kinder mit im Spiel sind .Den Alkoholkranker Partner verlassen , ohne schuldgefühle und schlechtem Gewissen.Erst wen er allles verloren hat und noch tiefer unten ist wird er es selbst merken was er damit angerichtet hat.

    Meine Meinung !

    Das ist doch kein Leben.

  10. 10. andrea schrieb:

    Mein Exfreund war auch Alkoholiker,bzw ist es wohl noch.
    Er war zudem cholerisch eifersüchtig,seine und meine männlichen Freunde durften uns nicht mehr besuchen,ich hätte ja was von denen wollen können. Erspionierte mich aus, wo es nur ging, unterstellte mir unverschämtes, schrie mich im Suff an, zerstörte viele Handys,damit mich keiner mehr erreichte…
    Bis er vor ein paar jahren sternhagelvoll ausgerastet ist,meine Wohnung demolierte,Messer nach mir warf und mir drohte, mich umzubringen, wenn ich die Polizei rufen würde. Dies taten gottlob meine Nachbarn ! Und als die Beamten auf ihn zu kamen, sprang er von meinem Balkon aus der 3 Etage !! Er überlebte,ist aber nun 2fach gestraft, da er im Rollstuhl sitzt UND er sich an alles erinnern wird, da sein Kopf nicht viel Schaden nahm….

    Was ich hier klarmachen will ist : das ein Alkoholiker einsehen muss, das er allen und sich selbst schadet, wenn er nichts gegen die Sucht tut !

  11. 11. Dunia schrieb:

    Mein Vater war bzw. ist ein Alkoholiker, ich habe eine scheiß Kindheit erlebt und habe mir geschworen nie einem Mann haben zu wollen der Alkoholiker ist.Mein Ex-Mann hat das gleiche in der Kindheit erlebt und somit habe ich mir eingeredet einen Mann gefunden zu haben der mich versteht und nie so sein möchte.Wir haben im Jahr 2002 geheiratet und letztes Jahr war die Scheidung, Grund Alkoholismus.Selbst Kinder von Alkoholikern sehen anscheinend nicht wirklich was alles dadurch kaputt geht.Ich habe leider gesehen das ich davon nicht verschohnt geblieben bin doch so einen Mann zu heiraten.Ich verstehe es nicht das das Unterbewusstsein eines Menschen leider genau diese Personen aussucht die wohl immer indirekt den Eltern gleichen.Ich werde wohl mein Leben lang alleine bleiben müssen da ich mir eh immer die falschen Männer aussuche bzw. lieben kann.Ich bin auch der Meinung Alkoholiker fallen lassen wie eine heiße Kartoffel ansonsten fällt man selbst in den Abgrund.

  12. 12. mona schrieb:

    Hallo, ich bin seid 4 Jahren mit meinen Freund zusammen. Vor ca.5 Jahren hatte er ein Herzinfarkt.Nach seinem Kur Aufenthalt war 1 Jahr ohne Alkohol alles so toll. Leider hat er einen Freund der täglich trinkt und kifft und auch noch gegenüber wohnt. Wir wohnen nicht zusammen. Mein Freund hat angefangen wieder zu seinem Freund den Kontakt zu suchen und das Alkoholproblem ging von vorne los. Es kam auch schon vor das er sich krank schreiben musste, weil er die Arbeit wegen Alkohol nicht antreten konnte. Seine Launen werden immer schlimmer. Er hält nichts mehr ein. Wird beleidigend. Fährt sogar mit seinem Freund in Urlaub. Seine Ehe ist gescheitert, weil er sich für den Alkohol entschieden hat und wohl nichts daraus gelernt hat. Drüber zu sprechen ist zwecklos. ich werde als letzte Chance mich an seinen Arzt wenden. Der Arzt hat Schweigepflicht. Das Gespräch kann vielleicht bewirken, vorsichtig drauf einzugehen. Er muss ja auch Medikamente nehmen. Hat immer öfter Gichtanfälle. Ich werde es einfach mal versuchen beim Arzt. Vielleicht ist es ein Weg für mein Freund, wenn der Arzt mit Ihm darüber redet und Ihm die Augen mal öffnet. Das gute ist wir wohnen nicht zusammen, obwohl wenn er dort weg ziehen würde, wäre das schon mal ein kleiner Schritt. Eigentlich führt er mit seinem Sauf Freund eine Beziehung. Sagen auch schon andere aus seinem Bekanntenkreis. Ist schon schlimm mit anzusehen wie sich ein Mensch so zu Grunde richtet mit dem Alkohol. Solange er es sich nicht eingesteht, dass er Alkoholiker ist, wird der Zustand wohl so bleiben.

  13. 13. schnucki schrieb:

    Hallo,war selbst 10 Jahre süchtig und bin nun im 11 Jahr trocken.Es ist mit Sicherheit nicht einfach aufzuhören,aber wenn man es von sich aus will,kostet es zwar Kraft,aber es ist zu schaffen.Wenn ich heute über meinen Entzug nachdenke kann ich sagen das es garnicht so schlimm war.Was aber viel schlimmer ist ist die Co-Abhängigjeit die ich mit meinem jetzigen Ehemann durchlebe,denn er kann und wird es nie aufgeben zu trinken,sein Spruch ist es “Ein Mann ohne Bier ist kein Mann”.Leider bin ich immer wieder so doof und falle auf seine Versprechen rein,ich kenne schließlich alle ausreden,Lügen usw.aus meiner Zeit.Heute kam er auch wieder volltrunken nachhause und wurde ausfallend und beleidigend,habe ihm auch gesagt das ich ohne ihn besser dran bin,aber morgen weint er wieder und verspricht mir das blaue vom Himmel,hoffe nur das es bald ein Einde hat.Ich kann allen nur sagen ein Alkoholiker liebt nur sich selbst und seine Flasche,alles andere um ihn herum ist ihm egal.

  14. 14. Wolke7 schrieb:

    Hallo, mein Lebensgefährte ist Alkoholiker und Ex Junkie. Er ist der liebenswerteste Mensch, den ich kenne und ich habe bisher nicht bereut, meine 25jährige Ehe für ihn aufgegeben zu haben. Jetzt allerdings wird seine Alkoholsucht immer schlimmer. Er sieht in meinen 3 erwachsenen Kindern und meinem Vater “die Lebensfeinde” von denen ich mich nicht ausreichend distanziere, um ihm den passenden Stellenwert in meinem Leben einzuräumen. Er fordert Akzeptanz von meiner Familie ein, tut aber selber gar nichts dafür. Im Gegenteil, sobald jemand einen Schritt auf ihn zugeht, schottet er sich noch mehr ab. Bisher habe ich den Spagat zwischen meinem Freund und meiner Familie geschafft, ich frage mich jetzt aber: Mit welchem Recht erwartet er von mir (und das besonders dann, wenn er getrunken hat)dass ich meine Familie vor den Kopf stoße, um das als Liebesbeweis zu ihm zu sehen? Letzten Abend ist er einfach weggegangen, hat wilde SMS an mich geschickt und bis jetzt nicht wieder zu Hause aufgetaucht. Es war die Nacht der Antworten….Was mache ich richtig? ICh will ihn nicht im Stich lassen….aber wo führt das hin?

  15. 15. Ich schrieb:

    Hallo
    Meine Schwester ist seit vielen Jahren starke Alkoholikerin und ist dabei, sich um Kopf und Kragen zu saufen – muss ich einfach so hart ausdrücken. Wie oft haben wir versucht, ihr in´s Gewissen zu reden, haben versucht zu verstehen, warum sie trinkt, versucht sie von der Flasche weg zu kriegen…vergeblich. Sie hat sich stets jegliche Einmischung – egal von wem – verboten! Meine Schwester ist mittlerweile 51 Jahre alt, sieht um Jahre älter aus – aufgedunsen, faltig, von roten Flecken übersät – hat ihren Job verloren, ihren Führerschein verloren und kam im Februar zum zweiten Mal in eine stationäre Entgiftung im örtlichen KH. Auch das nicht zum ersten Mal. Wie es aussieht, trinkt sie weiter, aber wir können es nur erahnen, weil sie den Kontakt zu uns immer mehr meidet! Ich weiß nicht, was ich da tun soll, was ich sagen könnte…fühle mich hilflos, aber auch wütend. Ich glaube auch, dass der Alkoholkranke selbst den Willen haben muss, um sich helfen zu lassen. Solange diese Einsicht fehlt, ist man als Angehöriger machtlos.

  16. 16. julia91 schrieb:

    hallo Hey ! also ich finde deinen beitrag super ,grade im bezug auch co abhängigkeit triffst du genau ins schwarze.Bin grade in so einer situation und garde an dem punkt des “fallen lassens ” angekommen.Man müsste viel mehr über alkohliker sprechen zumindest in der öffentlichkeit.Es ist eine Volkskrankheit und es wird nicht besser ,heute lief im Radio noch ein beitrag das 16 jährige schon regelmäßige alkohol trinken.Ich kann nur vor alkohol warnen man muss wirklich vorsichtig und konseqent damit umgehen ich habe meinen freund jetz 1/2 jahre dabei zu gesehen wie er sich kaputt macht.Ich kqnn nur raten (leider,da auch alkoholiker eine sehr warmherzige seite an sich haben können )asich von “solchen” leuten fern zu halten ,man kann ihnen nicht helfen ,das müssen sie selber tun um sich zu schützen sollte man sich echt überlegen ob man sich auf so einen menschen einlässt !ich weis aus eigener erfahrung das einer immer auf der strecke bleibt und leidet und das ist in erste linie der co abhängige.

  17. 17. Sonja schrieb:

    Der Beitrag trifft den Nagel auf den kopf. Lass los, was Dich kaputt macht. Dazu gehört auch, einen geliebten Menschen zu verlassen. Es spricht sich immer leichter aus, als es tatsächlich durchzuziehen, aber es scheint die einzige Lösung zu sein. Die Achtung und der Respekt den man vor dem Menschen hatte der trinkt, werden ggf. nie wieder kommen. Aber auch wenn es weh tut, erkennt der Trinker irgendwann, dass ihm nur dadurch geholfen werden konnte. Mansche schaffen es nie, manche nur nach langem Kampf. Kein Mensch sollte sich für einen anderen aufgeben, egal wie groß die Liebe auch sein mag!

  18. 18. pit schrieb:

    bin selbst alkoholikerin und nun ,nachdem ich alles wirklich alles kaputt gemacht habe ,seit 16 monaten abstinent.Mein mann,jetzt geschiedener mann ,haben mich aus dem haus und ihrem leben geschmissen.-Ich leide wie ein hund,aber die beiden haben richtig gehandelt!!Nun,wo sich der “nebelschleier”bei mir verflüchtigt,habe ich erkannt,was die beiden durchgemacht haben.Sie haben mich fallenlassen;um selbst zu überleben.Führerschein ,job,Geld u.s.w.alles weg,Aber seit ich erkannt habe wie grausam ich meinem eigenen Kind geschadet habe,es krank gemacht habe…könnte ich verrückt werden.Ganz langsam baue ich mir ein “neues” leben auf;doch mit den Schuldgefühlen ,dem verlust,der scham und und..Doch ich habe das liebste verloren was ich je in meinem leben gehabt habe,mein kind!Um sich ihr eigenes leben aufzubauen;ja um zu überleben,musste sie den kontakt abbrechen .Sie hat richtig gehandelt doch unser schmerz wird nie aufhören.29.5.12

  19. 19. Sabine1967 schrieb:

    Hallo und alles Liebe an die, die in irgendeiner Weise mit dem Drecksmittel Alkohol zutun haben.
    Ich (45) bin seit knapp 20 Jahren mit einem Alkoholiker verheiratet. Mein Mann, ein hochintelligenter Mensch (Jurist, 52) hat alles verloren, was man eigentlich verlieren kann, hat an die 15 Entziehungskuren hinter sich, auch Versuche mit dem Medikament Antabus haben stattgefunden – aber er trinkt, schläft und trinkt dann weiter. Er lebt in einem Glauben, dass die Ärzte und Therapeuten das Problem mit dem Wodka lösen könnten. Er braucht nur wieder ins KH zu gehen, dann erledigt es sich. Die längste Zeit ohne Alkohol war nicht einmal ein Jahr. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mir denke, er soll saufen bis er stirbt. Da ist mit Sicherheit kein Hass dabei -nach all den vielen Jahren habe ich endlich erkannt, dass es nicht an mir liegt, ob er säuft oder nicht. Wir führen eine Ehe zu dritt: Mein Mann, der Alk und ich. Meine 3 Kinder wissen gar nicht, wie sich ein “normaler” Vater verhält. Ich als Gattin habe all die Jahre versucht, ihn zu untersützen – selbstverständlich war oder bin ich co-abhängig, denn auch ich habe gelogen für ihn und enorme Anstrengungen unternommen, um nichts nach außen dringen zu lassen. Ich werde zornig, wenn die “gescheiten” Leute erklären, man soll sich abgrenzen und ein möglichst normales Leben führen. Das geht aber nicht, denn man hängt emotional voll drinnen. Eine “normale” Ehe führen wir schon lange nicht mehr – mein Mann ist wie ein behindertes Kind, hat seine Arbeit verloren, seine Familie (Mutter und Brüder) haben sich abgegrenzt, seit 2 Jahren ist er impotent und sein einziger Lebensinhalt ist seine tägliche Flasche WODKA.

    Ich möchte allen raten: RENNT DAVON, SOLANGE IHR NOCH DIE KRAFT BESITZT ODER GEHT MIT DEM ALKI UNTER!!!

  20. 20. Anna schrieb:

    Einige kommentare die ich oben gelesen habe machen mich wirklich traurig und ich möchte zuerst auf die behauptung eingehen alkoholiker seien nich fähig zu lieben-das ist eine lüge! liebe ist in vielen fällen der auslöser.viele beiträge sind so hassbelastet und naiv geschrieben, dass es mir die sprache verschlägt.ich will keineswegs irgendwen verletzen oder in seiner haltung ggü. suchtkranken angreifen aber ein alkoholiker entsteht nie aus dem nichts heraus.in anderen beiträgen ging es immer darum wie der alkoholiker einfach ins verderben geschickt werde soll aber wie herzlos kann ein mitmensch sein einen angehörigen so im stich zu lassen:in meinem fall ist die liebe das was meinen angehörigen im endeffekt wieder auf den boden der tatsachen zurückbringt und er wirft mir nichts vor sondern beklagt sich über die gesamtheit

    ich würde gerne wissen für wen die bloße veränderung(sei es ein schärferer tonfall) des betroffenen schon allein der grund für trauer und entteuschung ist denn die hauptaussage in meiner vorstellung war schon immer :wie kann alkohol als einfaches genussgetränk einen menschen so von grundauf verändern…und darin liegt mein schmerz das was der alkoholisierte in seinem rausch äussert ist der alkohol und die unterdrückte gefühlswelt die aus ihm spricht.der schmerz kummer die schuldgefühle sind zu ’suff’-phasen in keinem anderem am größten als im betroffenen selbst!bedenkt das!

  21. 21. bellady schrieb:

    Hallo alle zusammen…auch ich war mit einem Alkoholiker verheiratet und wusste es nicht!! Er hat zwar in meinem Umfeld Alkohol getrunken, aber eben nicht über das Maß hinaus.
    Ich kann nur jedem raten, den Partner im genau zu beobachten, wenn er ausser Sichtweise ist(ist schwer aber ist ein muss), wie dort sein Trinkverhalten ist,denn es ist der entscheidende, wie man sich weiterhin benimmt.
    Mein Partner hat seinen wahren Alkoholkonsum solange vor mir verheimlicht, bis wir in unser gekauftes Haus eingezogen waren mit zwei kleinen Töchtern. Denkt bitte daran, eure aklkoholabhängigen sind in erster Linie durch
    Depressionen erkrankt,über deren Gründe sie schon nicht sprechen (brauchen(!) siehe ärztliche Schweigepflicht), die in meinem Fall dadurch für ohne Zweifel lebensbedrohlich war, denn auf diese Weise können Süchtige ihre Sucht über den verstorbenen Partner weiter-finanzieren, den sie angeblich geliebt haben.Orientiert euch immer erst an der Diagnose BORDERLINE, bevor ihr euch nur an der diagnose Alkohol festbeisst.
    Deshalb ist mir heute klar, weshalb er einen anderen Hausarzt brauchte:-(((( Ihr müsst merken, die Gesetze sind gegen die Angehörigen, doch leider merktg man es zuspät !!

    Liebe Grüsse

  22. 22. Frank Lavario schrieb:

    Anna, du hast recht. Es gibt überhaupt keine einzige Studie, die besagt, dass Alkoholiker zu weniger Liebe fähig werden. Es darf sogar vermutet werden, dass viele Alkoholiker deutlich sensibler sind als der Schnitt der Bevölkerung, viele Probleme im Laufe des Lebens sehr stark in sich hineinfressen und dies eine grössere Neigung zu Alkoholabhängigkeit bedingt. Was vielleicht Mut machen kann, sind Studien, die zeigen, dass ehemals Süchtige (nicht nur Alkoholiker), die ihre Sucht überwinden, fast durchweg glücklicher geworden sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Aber man muss natürlich erst einmal dahin…

  23. 23. Frank Lavario schrieb:

    “In Liebe loslassen” – eine sehr bewegende Überschrift eines der Absätze!

  24. 24. Nicceli schrieb:

    Hallo zusammen. Ich mache die Co-Abhängigkeit seit 29 Jahren mit und bin erst 29. Meine Mutter trinkt seit 35-40 Jahren, also ihr ganzes Leben lang seit sie erwachsen ist… seit meinem 10. Lebensjahr habe ich sie angefleht, bin vor ihr niedergekniet, habe nächtelang geweint… nichts hat geholfen. Mit 20 habe ich sie losgelassen und es hat sich nichts verändert. Ich habe gelernt, ihr Wesen so zu aktzeptieren wie sie ist, das ist das einzige was ich raten kann, damit man nicht selbst draufgeht! Es ist nicht einfach, aber jeder Mensch hat das Recht sein Leben selbst zu bestimmen, wie ich so auch meine Mutter. Ich lasse ihr dieses Recht und das einzig positive was ich davon mitnehme ist, dass ich mein Leben anders lebe als sie und ich bin glücklich. Manchmal muss man aufgeben um zu überleben. Ich wünsche allen Co-Abhängigen, gebt nicht auf, aber vergeudet euere Kraft und Energie nicht für etwas, das nicht zu ändern ist…

  25. 25. conny schrieb:

    Hallo, wenn ich das hier alles so lese glaube ich das ich auch Co-Abhängig bin. Meiin Freund trinkt schon seit dem 12.Lebensjahr. Er ist aber der Meinung, dass alle saufen und das es ganz normal ist. Wer sagt mir denn das mein Leben so richtig ist wie ich es lebe?! Er könnte ja auch schließlich noch arbeiten und er wohnt nicht unter der Brücke. Er meint das ja noch alles im Griff hat.
    Wir sind jetzt fast 5 Jahre zusammen und ich fühle mich ausgebrannt. Ich glaube er saugt mich aus. Seine Sucht wird auch immer schlimmer. Jetzt liegen die Abstände bei 2 Tagen und das rauchen hat er auch wieder angefangen.
    Unsere Beziehung lief eigentlich immer ganz harmonisch ab. Ja eigentlich…. Ich denke immer wenn er auf “entzug” ist, ist unsere Beziehung schlecht. “Wir haben schlechten Sex, mein Sohn ist im Weg und und und”. Ich fühl mich dann schuldig und schlecht. Er greift mich physisch an und ich kann nichts tun und bin dann total hilflos.
    Eigentlich bin ich sehr selbstständig habe meinen Sohn alleine gross gezogen geh arbeiten.
    Ich fühl mich oft schuldig…. Oft hilflos weil er mir leid tut.

  26. 26. emma schrieb:

    Hallo,
    alleine das Lesen der Kommentare gibt das gute Gefühl, nicht allein zu sein mit all der Machtlosigkeit und der Trauer über das Wissen, nicht helfen zu können.
    Ich war über 20 Jahre die perfekte Co-Alkoholikerin, seit zwei Jahren lebe ich getrennt – und das war die beste Entscheidung für mich und die Kinder, trotz aller finanziellen Einschränkungen. Uns ist eine große Last von den Schultern gefallen und unser Leben ist wieder fröhlicher geworden.
    Mein Mann ist nach unserer Trennung (die er selbst auch wollte, die pubertierenden Jungs und die kritische Frau waren seiner Meinung nach ja der Grund seines Alkoholproblems..) tief abgestürzt, hat Job, Führerschein, Freunde verloren, aber der Alkohol ist immer noch sein bester Freund. Gerade ist er im Langzeitentzug (mal wieder), ich wünsche ihm wirklich, dass er es schafft, ohne Alkohol zu leben – aber ich weiß mittlerweile, dass nur er entscheidet, welchen Weg er gehen will – Alkoholiker sind große Egoisten, die sich nicht dafür interessieren, was sie ihrem Umfeld antun.

  27. 27. Franziska Steinrauch schrieb:

    Liebe Freunde,

    ich lernte meinen Mann mit 18 kennen und kannte mich nicht mit Alkoholikern aus… erst nach einem Jahr Liebe erkannte ich, dass er Alkoholiker war und von da an habe ich, wie so viele gelogen, allen etwas vorgemacht, mir selbst etwas vorgemacht, immer wieder gehofft, dass es aufhörte, immer wieder daran geglaubt, wenn er mir versichert hatte, seit einiger Zeit nicht mehr zu trinken. Ich glaubte sogar, ihm das anzusehen. Aber es war nicht wahr, keinen einzigen Tag war er trocken. Er war ein Meister der Verstellung.
    Seither weiß ich, dass man den, den man am besten zu kennen glaubt, am schlechtesten von allen Menschen kennt. So ging es etwa 15 Jahre lang. Dann war ich endlich soweit, zu gehen. Und ich weiß nicht, ob das dann sein persönlicher Tiefpunkt war oder ob es aus anderen Gründen für ihn Zeit war, jedenfalls hat er aufgehört, zu trinken. In der Zwischenzeit ist er seit 10 Jahren trocken und unsere Liebe hat sich erneuert und hält immer noch an. Seltsam, aber es gibt auch diese Geschichten. Ich will niemandem falsche Hoffnungen machen. Es ist sicher gut, zu gehen, bevor man selbst als Angehörige so passiv und mutlos ist. Ich kenne viele Angehörige, bei denen ich das Gefühl habe, dass ihr Leben wie erloschen ist. Sie sind auf die Dauer verstummt. Wenn man weiß, dass das, was mit einem selbst los ist, nichts zählt und nichts ändert, dann bleibt einem nur noch das, was oben oft geschildert wurde: hinterher putzen, verleugnen, den Schein wahren,… um den Kranken herum eine Atmosphäre schaffen, die es ihm erlaubt, ein bisschen weiter zu leben… und zu trinken.
    Über diese Erfahrung habe ich ein Buch geschrieben. Es ist ganz neu und kostet 9,90. Es heißt Franziska Steinrauch: “Der kluge Säufer – Roman von Sucht und Liebe”. In das Buch floss mein Leben ein, aber auch das von meinem Mann, der Tagebuch schrieb und alles, was er schrieb, ist ehrlich, aufrichtig, echt und wahr. Auch wenn ich das alles damals nicht wusste sondern erst jetzt weiß.
    Ich stellte das Buch in einer Leipziger Suchtklinik vor, und die Angehörigen und Leute von Selbsthilfegruppen und die Suchtpatienten fanden es wahrhaftig, und es machte ihnen auch Mut.
    Es gibt nämlich keine leichten Wahrheiten. Es gibt die Liebe auch in diesen Beziehungen, nicht nur Abhängigkeit. Aber diese Liebe ist manchmal wie im Inneren einer Mumie versteckt.
    Nur in einem Fall finde ich, dass man streng sein muss: Wenn man geschlagen wird, muss man gehen! Wenn man sich nämlich schlagen lässt, dann wird man auf die Dauer so schwach und schwächelt so sehr in seinem Selbstwertgefühl, dass man irgendwann nicht mehr die Kraft hat, zu gehen und dann ist man dem anderen ausgeliefert. Dann kann alles passieren! Und das ist einfach schrecklich, für einen selbst und auch für ein Kind, das Zeuge sein muss und das das Vertrauen in das Leben vielleicht für immer verliert. Da muss man sich selbst retten, und darf nie verwechseln, dass ein anderer einem etwas antut. Das muss gestoppt werden.
    Aber manchmal bleibt auch die Liebe, und das muss man dann auch akzeptieren und darf nicht jeder Angehörigen eines Alkoholkranken unterstellen, sie würde ihn nur lieben, weil mit ihr psychisch etwas nicht in Ordnung ist.
    Der Angehörigen eines Krebskranken würde man ja auch nicht sofort raten, den Mann im Stich zu lassen. Man möchte ja auch selbst nicht im Stich gelassen werden, sobald man krank ist.
    Aber physische Gewalt ist eine Grenze. Das hätte ich nie zugelassen. Das ist ein zu starker Übergriff.

    Ich wünsche euch allen so viel Mut und fühle so viel Mitleid, wenn ich diese kurzen Berichte lese.

    Viele Grüße
    von Franziska Steinrauch

  28. 28. monika schrieb:

    Hallo ihr Lieben!
    es gibt ein gutes Buch! die Sucht gebraucht zu werden von Melody Beattie. Tut zwar sauweh beim lesen aber es ist die Wahrheit.

  29. 29. Harti schrieb:

    Hallo,es werden meistens Frauen als Co-Alkoholiker genant,
    aber mir geht es schon als Ehemann so!und das schon über 30 Jahre!Ich muß dazu bekennen,da ich fast 50 Jahre auf dem Bau
    garbeitet habe,und auch stets mit Alkohol in berührung kam,aber
    nie meine Arbeit verloren hatte,also es gibt auch da Unterschiede,mit den Alk.Bei meiner Frau war es in den ganzen
    Jahren so wie es in manchen Kommentaren von einigen geschildert
    wurde(Kliniken,Arbeit verloren-usw.)Ich habe es immer bis Heute
    vertuscht!Wir sind jetzt kurz vor der Goldenen Hochzeit,ich
    trinke seit 6 jahren keinen Tropfen mehr,und bin auch seitdem
    Nichtraucher!Ich laß sie bis zum Tode weiter saufen!

  30. 30. maria schrieb:

    Hallo meine familienangehörigen meiden mich als alkoholikerin. Sie toben wenn ich ein glas sekt trinke. ich bin die einzige, die in dieser familie arbeitet, allen finanziere ich die Miete
    was für eine schreckliche Alkoholikerin tut so etwas?

  31. 31. LiLaura schrieb:

    Hallo,

    ich bin 22 und wohne mit meinem 25 jährigen Bruder zusammen – er ist Alkohol abhängig aber er sieht es nicht ein!
    Es wird immer schwerer mit anzusehen wie er sein Leben zerstört. Er hat schon 2 Entgiftungen hinter sich! Ich finde immer wieder leere Flaschen in seinem Zimmer, er verbarrikadiert sich in seinem Zimmer, geht nicht regelmäßig in die Arbeit, wird aggressiv wenn man ihn darauf anspricht. Hinzu kommt noch dass seine Freunde selber gerne über den Durst trinken und ihn auch noch anstiften obwohl sie teilweise von seinem Problem wissen.
    Ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll! Ich weiß auch nicht ob diese Treffen für Co-Alkoholiker viel nützen?!
    Heute habe ich entdeckt dass er Bier in Apfelsaftschorle-Flaschen umfüllt – habe sofort alles ausgeschüttet und die restlichen Bierflaschen in meinem Auto versteckt!
    Ich will ihm ja nur helfen, aber ich weiß nicht wie! Es ist so frustrierend! Ich könnte nur noch heulen – und meine Eltern machen sich auch endlos Vorwürfe, in unserem Bekanntenkreis gibt es niemanden mit einem solchen Problem!

  32. 32. Denise schrieb:

    Hallo
    Beim Durchlesen des Berichts sind meine Tränen geflossen, es bewegt mich so viele ähnliche Geschichten zu hören.
    Ich bin jetzt seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen.
    Als wir zusammenzogen, war ich so Glücklich…. Aber genau das veränderte unsere Beziehung.Ab diesem Zeitpunkt bekam ich mit, das sein Bierkonsum “nicht normal” ist. Vorher Dachte ich, er trinkt seine 1-2 Bierchen und manchmal ein paar mehr…
    Leider war das nicht so, ich bekam mit, dass er am Mittag bereits anfing.. jetzt wird es immer früher.. ich erwischte ihn gerade erst, um halb zehn morgens! Er meinte nur : Es ist Zeit für ein Bier…
    Seine Launen sind schrecklich und für alles bin ich schuld..
    Er war bis vor 2 Jahren Selbständig, ging in den Konkurs –> Das sei nötig, damit er seiner Nochehefrau nicht mehr soviel Unterhalt Bezahlen müsse.Er lebt in den Tag hinein, die Scheidung hat er nie eingegeben, es bringt ihm ja Finanziell nichts… Er hat jetzt nur noch unseren Nebenjob, der Hauswartjob von unserem Hausbesitzer.Er Arbeitet noch ein wenig, da er da frei ist und machen kann was er will, klappt das ziemlich gut. Trotzdem arbeitet er lediglich am morgen ein paar Stunden. Kurz vor Mittag geht er in seine Stammbeiz, wo seine Neue Arbeitet..Zwischen 17-18.00h kommt er nach Hause und bevor er einschläft gibt es Krach. Ich bin zu faul und mache nichts… ( Ich habe einen 100% Job und helfe noch ca 20% beim Hauswartjob) Wir streiten uns andauern, weil er ist der Arme wo alles machen muss.. Ich habe kein Verständnis für ihn, ihm gehe es ja so schlecht auch Gesundheitlich usw.
    Ich bin jetzt soweit, das ich ausziehe, es zerbricht mein Herz. Denn ich liebe ihn wirklich und ich weiss, dass er vermutlich dadurch seinen Job auch noch verliert…
    Ich bin verzweifelt und weiss ganz genau, dass ich es nicht ändern kann und genau das macht mich so fertig.
    Ich habe mein Leben im Griff und habe mein Job und Hobby.Ich lebe mein Leben und kapsle mich dennoch ab, indem ich niemanden von meinen Problemen erzähle.Mein Freund kann sich sehr gut verstellen, ausserhalb ist er freundlich, aufgeschlossen und Hilfsbereit, in den Mann habe ich mich Verliebt.Er hat zwei Gesichter, zuhause ist er eklig zu mir und es wird schlimmer! Ich mache mir Vorwürfe, das ich nicht genug mache und nicht alles versucht habe..
    Ich habe mich jetzt entschlossen ihn zu verlassen, es ist besser für mich.. ? Oder ist das einfach bequemer ?

  33. 33. eine Mutter schrieb:

    Hallo, zusammen,
    Eure Artikel sind alle sehr ergreifend und teilweise auch lehrreich.
    Bei mir ist die Situation etwas anders: Meine Tochter ist zur Zeit trockene Alkoholikerin. Mittlerweile ist sie schon 35 Jahre alt. Sie begann ca. mit 14 Jahren zu trinken, genau zur Zeit der Scheidung von ihrem Vater. Seit über 4 Jahren ist sie abstinent und nimmt Medikamente ein. Nun begann meine Tochter vor ca. 2 Jahren eine neue Psychotherapie (Tiefenpsychologie, Rückführung…). Da kam man nun gemeinsam zu dem Schluss, dass ICH an allem schuld sei, was in meiner Tochter`s Leben schief ging. Ich bin also an allem schuld, an ihrer Essstörung, Alkoholsucht und sogar an ihrer Homosexualität, welche auf “pränatale Prägungen” meinerseits zurück zu führen sei. Ich habe noch nie so einen Mist gehört!
    Die Therapeutin meiner Tochter hat sich am Telefon sehr merkwürdig verhalten, sodass ich den Verdacht habe, meine Tochter hat die Wahrheit wohl etwas verändert, oder sie wurde vielleicht falsch beraten. Nur weil ich nie auf die Süchte meiner Tochter reagierte, habe ich meine Tochter “ihrer Kindheit beraubt”, sagte sie zu mir. Damals war sie allerdings schon längst kein Kind mehr, als sie zu trinken usw.! begann.
    Unser letztes Gespräch ist nun schon ein halbes Jahr her. Ich habe den Kontakt zu meiner Tochter vollständig abgebrochen und befinde mich mittlerweile selbst in psychotherapeutischer Behandlung. 20 Jahre haben wir Eltern die ganze “Palette” mit erlebt. Da ist auch bei mir Einiges aufzuarbeiten.
    Gibt es irgend jemand, der Ähnliches erlebt hat? Ist das etwa der Preis, den Angehörige / Eltern zahlen müssen, damit das “Kind” abstinent bleibt?
    Unsere Familie ist zerbrochen. Aber ich will nicht mehr zurück. Wenn man sich so viele Jahre die unglaublichsten Ausreden und dümmsten Sprüche angehört hat, ist irgendwann Schluss.
    Wie geht es anderen Eltern, die vielleicht auch im Nachhinein so abgefertigt wurden? Ich bin so verletzt worden, dass ich meiner Tochter nie mehr verzeihen kann.
    Bitte schreibt doch etwas dazu. Ich würde mich freuen.

  34. 34. Erdbeer_Mädchen schrieb:

    Mein Freund trinkt auch viel und nimmt leider Gottes noch Drogen.
    Er war an einigen Tagen recht hässlich zu mir, betrog mich mit einer anderen Frau, hat mich im Regen stehn lassen wenn es ihm in den Kram passte. Hauptsache drogen und alkohol.
    Dann gab es Tage an dem er Stückchen Weise ankam und alles bereute und sagte : “Es tut mir Leid, dass ich Dich betrog ich war so blauäugig, ich würd dich so gern wieder in die Arme nehmen, ich vermisse dich ich muss oft an dich denken, du bist immer in meinem Herzen” etc. bla bla.
    Ja er wollte sich sogar wieder melden, auch zu Weihnachten kommen. Aber nichts !
    Es kam kein ” Frohe Weihnachten” kein “frohes neues Jahr ” nein.. er hat sich keines Wegs bei mir gemeldet.
    Ende Januar schrieb ich ihn an und fragte, ob es ihm gut geht, es folgte nur: Nein, hab Rückenschmerzen und nichts zu rauchen, sitze nu beim Nachbarn der besorgt schon was an ” Schmerzmittel”.
    Daa wurde ich wütend und dachte : Nein .. ich sitze hier rum warte dass er sich meldet und mache mir sorgen, und er ist verzweifelt weil er nichts zu rauchen hat? So soll es nicht weitergehen!!!!!!!!!

    Ich habe zu ihm den Kontakt abgebrochen, weil es eine Qual war für mich und weil es so nicht mehr weiter ging, obwohl er seit unserer Kindheit meine Liebe ist.
    Jetzt frage ich mich dennoch, war es richtig was ich tat ???
    Habe ich genug gegeben an Liebe und verständnis ? War ich genug für ihn da ? War es richtig, dass ich mich von ihm abgewandt habe ?
    Oder habe ich ihn in die Hölle fallen lassen ? :-(

  35. 35. Ralf schrieb:

    Eure Berichte zu lesen bricht mir das Herz. Ich habe beruflich viel mit Alkoholikern zu tun als Arbeitsvermittler im Jobcenter. Hier kann man die Leute noch zu einer Therapie zwingen.
    Aber darüber kommen mir nicht die Tränen, sondern wegen meiner Frau daheim. Noch arbeitet Sie, ist Beamtin in gehobener Position. Wir haben Haus und mehrere Hunde und es könnte alles Prima sein, wenn Sie nicht Saufen würde.
    Der Artikel beschreibt unsere Situation sehr gut. Aber ich kann nicht mehr. Und ich weiß nicht mehr weiter. Ihr Vater war Säufer und hat sich totgesoffen. Am Ende durften wir ihn in Pflegestufe III noch 4 Jahre versorgen, mit vollem Programm, wie Arsch abwischen.
    Davor war er ein Drecksack. Wer meint, dass dies seine Tochter abgeschreckt hätte, so wie ich es jahrelang glaubte, den muss ich enttäuschen.
    Sie säuft, erst versteckt, jetzt immer häufiger und zwar so, dass man es nicht mehr übersehen kann. Gestern hat Sie den Bogen überspannt. Sie ist mit den Hunden nach der Arbeit laufen gewesen? und kam besoffen nach Hause, nachdem Sie mit dem Auto gefahren war. Konnte sich kaum noch auf den Beinen halten.
    Ich war total ohnmächtig, erst sauer und agressiv und konnte mich gerade noch beherschen. Ich war schon kurz davor die Polizei zu rufen, damit der FS entzogen wird. Habe es aber nicht übers Herz gebracht, als Sie mir in den Arm fiel.
    Gott – was für eine Scheißsituation.
    Ich weiß weder ein noch aus.

  36. 36. Nadja schrieb:

    hi..ich sitze hier und lese die beiträge in der hoffnung vllt eine lösung für meinen vater bzw. für meine familie zu finden…aber soll nur das fallenlassen allein eine lösung sein? ich bin 26 jahre alt u mein vater war dem alkohol schon immer mehr freund als feind…den genauen zeitraum kann ich garnicht direkt erfassen, vllt weil man es nicht war haben wollte oder es einem nicht bewusst war, seit wann er alkoholiker ist. mir fallen nur unzählige male, auch aus meiner kindheit ein,als beim ,,ausrastern,, eigentlich immer der alkohol im spiel war. so wie es aussieht häufen sich diese situationen u werden immer krasser…erst gestern war meine mama mit mir einkaufen (ca2std.), als sie nach hause kam waren 3/4 der wodkaflasche leer u er wieder durchaus ,,nett,, ich habe kein plan wie das weiter laufen soll.meine mama hat dieses prikäre thema heute bei unserm hausarzt angesprochen (die meine eltern u mich auch seit 15jahren kennt)..sie meinte er kann sich nur selbst helfen, indem er erkennt das er ein problem hat, wenn nich wird sein körper es nicht mehr lange aushalten vllt noch 1-2jahre u ob er dann noch ein chance bekommt ist die frage.
    so und nun steh ich da u will diesen alten stiesel aber nich hängen lassen bzw aufgeben und warten das er sich ins koma säuft….was kann ich tun?

    @denise: nein es ist nicht bequemer, es ist einzig und allein der richtige weg. tue das vllt gibt es ihm dann doch den richtigen schubser u er kann vllt auch ohne dich in eine alkoholfreie zukunft blicken!!!

  37. 37. aura schrieb:

    habe und erlebe noch alles genauso wie es in jedem dieser kommentare beschrieben wird, mein mann bettelt mich an : gibt mir noch eine chance – wie viele chancen soll ich ihm denn noch geben? er säuft rund um die uhr mit ausnahmen wenn er schwankend ins bett fällt – putzen erledige ich nicht mehr, mit ausnahme: wenn mal wieder einiges vollgeschissen ist = hart formuliert, ist aber so – am kommenden montag hat er ein vorgespräch im krankenhaus, dieses mal ein anderes als bei den letzten 5 entgiftungen – ich lass mich überraschen ob er seine letzte chance nutzt, ich würde sonst schweren herzens mit aller finanzieller, psychischer und pysischer problematik meinen mann verlassen

  38. 38. wann schrieb:

    wann hat das mit dem sch…alk eine ende – soll er sich doch totsaufen, dann hast du deine ruhe

  39. 39. babsi schrieb:

    Ich kann Euch nur raten, “trennt” Euch von den Alkoholabhängigen. Ihr müsst Sie wirklich fallen lassen. Ein Alkohlabhängiger sieht keine Veranlassung sein Leben zu ändern solange sein Umfeld mitspielt. Solange wie Frau/Mann und alle anderen ihr Leben nach ihm einrichten, wird sich nichts ändern. Alkoholismus ist zwar eine Krankheit, aber eine gegen die man was tun kann. Das passiert aber erst wenn der Kranke die Einsicht hat, das sein Alkoholkonsum nicht in Ordnung ist.
    Kein Angehöriger eines Alkoholikers sollte sich dadurch sein Leben zerstören lassen, oder sich selbst aufopfern. Jeder hat das Recht sich sein Leben so einzurichten das er glücklich ist, und wenn es nicht anders geht, ohne den Trinkenden. Lasst Euch Euer Leben nicht kaputt machen.
    Denkt an Euch, macht dem Leiden ein Ende.
    Babsi, trockene Alkoholikerin

  40. 40. Dau schrieb:

    So einen Haufen Mist habe ich von so einem großem Haufen Hobbypsychologen noch nie gelesen ..

  41. 41. Franziska schrieb:

    Der Artikel ist interessant. Einerseits wird den Angehörigen (vor allem den Ehefrauen) vorgeworfen, dem Alkoholkranken beizustehen und dadurch letztendlich seinen Tod zu bewirken (”Dann weiß die Frau auch nichts anderes, als es gegebenenfalls auch bis zum Tod des Ehemannes auszustehen.”). Andererseits wird aber eingestanden, dass das angebliche Mittel der Wahl ebenfalls zum Tod des Alkoholsüchtigen führen kann: “Andere müssen die ganze Palette durchmachen [...] erst dann sind sie bereit, vor dem Alkohol zu kapitulieren und eine Therapie anzufangen. Andere schaffen das nie und sterben am Sprit.”

    Wichtig wäre, zu erfahren, wie hoch der Prozentsatz derjenigen ist, die durch das “Fallenlassen” tatsächlich “aufwachen”, bei denen also der Tiefpunkt einen Wendepunkt darstellt. Und wie hoch im Gegensatz dazu der Prozentsatz derjenigen ist, die dieses Fallenlassen ins Verderben, in einen baldigen Tod oder in eine baldige Zukunft als Pflegefall stürzt. Gibt es dazu Statistiken? Außerdem sollte (falls das noch nicht geschieht) analysiert werden, bei welchen Arten von Alkoholikern die Erkenntnis und Einsicht durch Fallenlassen einsetzt und bei welchen diese “Methode” gänzlich aussichtslos ist. Es könnte beispielsweise bei manchen Menschen eine so stark verankerte genetische Disposition geben (in manchen Kommentaren war ja die Rede davon, dass schon Elternteile/Eltern alkoholkrank waren und eins der erwachsenen Kinder trotz des abschreckenden Beispiels ebenfalls suchtkrank wurde), dass auch jeglicher Tiefpunkt sie nicht aufrütteln und aus ihrer Sucht herausholen kann. Für diese müssten andere Mittel und Maßnahmen ersonnen werden.

    Es ist für mich erschreckend, dass offenbar nur diese zwei Konzepte existieren: das Zusammenleben mit dem Alkoholkranken (das grundsätzlich als falsche Unterstützung und somit als falsches Verhalten betrachtet wird, weil es den Betroffenen gemäß der herrschenden Überzeugung von seiner Einsicht fernhält) oder das Verstoßen des Alkoholkranken (das als einzig brauchbare Methode und als Hilfe zur Selbsthilfe propagiert wird).

    Natürlich ist das Verstoßen oder Verlassen und das Sich-Distanzieren eine Methode des SELBSTSCHUTZES für Partner/innen und andere Familienangehörige, die am Ende ihrer Kräfte sind. Ja, sie müssen sich selbst nicht weiter und nicht länger kaputt machen. ABER dass Angehörigen, die für ihren alkoholkranken Partner/Verwandten auf der Suche nach einer Unterstützung sind (ohne dass sie ihn fallen lassen wollen), grundsätzlich nur zum Verstoßen geraten wird und jegliches weitere Zusammenleben als FEHLER der Angehörigen dargestellt wird, ist deprimierend.

    Im Artikel wird auch einseitig so getan, als ließen sich alle Angehörigen zu Lügen und Vertuschungen zugunsten des Alkoholkranken hinreißen. Warum sollte das so sein? Man kann zu seinem Angehörigen weiterhin (als Mensch!) stehen, ohne die Situation seiner Alkoholsucht zu beschönigen oder vor anderen geheim zu halten. Man kann ihn die Folge seines Handelns spüren lassen, ohne ihn jedoch vor die Tür zu setzen (sofern er nicht, wie eine Leserin weiter oben schreibt, gewalttätig wird). Ansonsten ihn möglichst in seinem alkoholisierten Zustand wenig beachten (sich auch keinesfalls durch dummes, aggressives oder auch wehleidiges Geschwätz der alkoholisierten Person provozieren oder zu Vorwürfen hinreißen lassen), dafür die Person in ihrem nüchternen Zustand bestärken und wichtig nehmen. Ja, ich weiß, das ist natürlich KEIN Patentrezept dafür, dass der Betroffene zur Einsicht kommt und Hilfe sucht oder dass der Betroffene schließlich den Alkohol bleiben lässt. Nein, ganz sicher nicht. Aber die hier beschriebene Methode des “Fallen Lassens” und “Verstoßens” durch Familie, Verwandte, Freunde, Kollegen bringt viele Alkoholkranke eben auch nicht zurück in ein abstinentes, geregeltes Leben, sondern in die Gosse und unter die Brücke. (Aber ich betone noch mal, dass ich großes Verständnis habe für den Selbstschutz, den Angehörige nach vielen Leidensjahren benötigen.)

    Meiner Meinung nach sollte die genetische Forschung im Hinblick auf Alkoholsucht weiter betrieben werden, um prophylaktische Maßnahmen bzw. rechtzeitig einsetzende Medikationen im Jugendlichenalter (wenn sich die Suchtneigung erstmals abzeichnet) zu entwickeln, damit es bei genetisch vorbelasteten Personen erst gar nicht zu einer Alkoholsucht mit all ihren leidvollen Konsequenzen (für den Betroffenen und sein Umfeld) kommen muss. Gesellschaftlich sollte gerade in dörflichen Vereinen (Sportverein! Schützenverein, Musikkapelle usw.) von den erwachsenen Vereinsmitgliedern darauf geachtet werden, den Nachwuchs nicht zum Alkoholkonsum zu sozialisieren. Für manche Jugendliche ist das Bier nach dem Training und der Suff auf Vereinsfeiern nur eine “lustige” Begleiterscheinung der Geselligkeit (die sie auch wieder unterlassen können), andere dagegen (vielleicht die mit erhöhter genetischer Disposition?) bleiben jedoch am Alkohol kleben…

  42. 42. resiblack schrieb:

    Liebe Alle
    Ich befinde mich ebenfalls in einer Co-Abhängigkeit.
    ich habe diverse Beiträge gelesen…… die mich unendlich traurig stimmen- denn man fühlt sich als Co-Abhängige hilflos, unverstanden, energielos und machtlos.
    Ist die SUCHT tatsächlich STÄRKER als die LIEBE? Eigentlich bin ich der Überzeugung, dass die Liebe alles bewältigt und das Wichtigste ist was an Bedeutung hat.
    Leider ist es trotz aller Liebe nicht möglich, einen Menschen verändern zu können-noch sich seiner Sucht fern zu halten.
    Ich bin seit einem Jahr mit meinem (alkoholsüchtigen) Partner zusammen. Wie beretis in diversen Berichten zu lesen, diese Menschen sind sehr sendibel, hilfsbereit,verantwortungsvoll, vertrauenswürdig, ausserordentlich liebenswürdig und haben so viele gute Seiten!! Die Kehrseite im Alkoholrausch: sie werden unsensibel, egoistisch, respektlos, verantwortungslos, unzuverlässlich und sooo weiter. Leider ist es so- und sehr schwierig zu ändern- wenn überhaupt…..
    Wie gesagt, wenn ein Alkoholiker sein Leben nicht selbst verändern möchte und an sich arbeitet hat er keine Chance! Die Liebe geht daran kaputt und der Co-Abhängige erst recht.
    Ich befinde mich derzeit in einer Situation, die ich nicht bewältigen kann- denn ich rede “an eine Wand”! Ohne Einsicht des Süchtigen- keine Chance für Rettung. d.h.ein definitiver Beziehungskiller ….und Selbstmord auf Rate.
    Will und kann ich damit leben?
    Um mich selber zu schützen und mein Leben selber nicht zu gefährden muss ich wohl die Konsequenzen ziehen !??
    So traurig es auch sein mag- ich kam jetzt an die Grenzen meiner Kräfte und Geduld.
    Meine Liebe alleine schafft es nicht einen Menschen von seiner Sucht abzuhalten- weil er es nicht einsehen möchte und sich nicht helfen lässt- das stimmt mich abgrundtief traurig, enttäuscht und machtlos.
    An alle Betroffenen: viel Kraft und positives Denken- verliert euch selbst nicht !!!!
    LG

  43. 43. Josef schrieb:

    Nun, als Mann kann ich Ralf´s Bericht gut nachvollziehen, wenngleich es bei meiner Frau nicht ganz so schlimm zu sein scheint.

    Wir haben eigentlich alles – unseren Vorstellungen entsprechend – im Leben erreicht. Nach über 40jähriger Ehe: Kinder aus dem Haus, Haus bezahlt, jetzt stehen wir kurz vor der Rente!
    Das Alkoholproblem meiner Partnerin beschäftigt mich weit über 20 Jahre!

    Es ist immer das gleiche: verwaschenes, undeutliches Reden, man kann´s auch “lallen” nennen, unsicherer, schwankender Gang, aber was ich dann noch schlimmer finde, sind die Lücken im Kurzzeitgedächtnis!
    Fängt irgend etwas an und macht nichts fertig. (Eigentlich harmlos dagegen, wenn sie beim Verlassen eines Raumes vergißt, das Licht auszumachen.)
    Vor dem Fernseher kann man beobachten, wie sie geistesabwesend vor sich hinsinniert, hin und wieder einen unpassenden Kommentar zur Sendung abgibt, bevor sie dann letztlich doch einnickt.
    Mittlerweilen habe ich die Befürchtung, dass sich hier bereits eine Art Demenz einnistet. (Was ich da bei einem 4-wöchigen Probearbeiten in einem Pflegeheim gesehen habe, war einfach schlimm!)

    Das denkbar schlechteste aber geschieht jedesmal nach dem Auffinden der Flaschen: Eine blanke Wut macht sich in mir breit, es beibt nicht nur bei Geschrei, ich raste regelrecht aus. Habe auch schon an Selbstanzeige bei der Polizei gedacht!

    Was habe ich alles schon probiert, angefangen von Literatur über unseren Hausarzt (enttäuschend) zu Psychotherapeuten und Selbsthilfegruppe Al-Anon: AUSSICHTSLOS!!
    Auch das ich selbst seit 2 Jahren die alkoholischen Getränke fast gänzlich meide, zeigt bei ihr keine Wirkung.
    Die Kinder: Wir müssen uns mal zusammensetzen… Das war´s dann schon!
    Der Freundeskreis: Sauft sie immer noch???

    Offenbar bleibt mir auch nur die Möglichkeit, “…bis dass der Tod uns scheidet!”

    Dennoch will ich jetzt noch auf o.g. Bericht von Franziska eingehen, wo sie schreibt, dass Vereine starken Einfluss auf das Alkohoverhalten bei Jugendlichen haben können.

    Beispielweise haben wir in unserem Schwimmverein damals vor gut 25 Jahren das Rauchen aufgegeben (war überhaupt nicht schlimm!) und mittlerweilen ist nach dem Training im Vereinslokal die Tendenz zu alkoholfreien Getränken deutlich erkennbar.
    Die Ergebnisse im Sport (bei uns mittlerweilen über 60-jährigen!) können sich sehen lassen! Ich glaube, dies dürfte Anreiz sein.

    Ähnliches habe ich auch in meinem früheren Musikverein erfahren können. Viele junge MusikerInnen wurden hier aufgrund der musikalischen Leistungsanforderung vom Alkohol abgehalten, spätestens von den älteren Musikern zur Zurückhaltung ermahnt.

    Letztlich will ich damit sagen, dass es durchaus Ansatzpunkte gibt.
    Nur fürchte ich, dass in meinem Fall es doch keine Lösung gibt.

    Irgendwie deprimierend…
    Josef

  44. 44. Melanie schrieb:

    Es wirklich eine furchbare Situation, wenn man hilflos mit ansehen muss, wie sich ein geliebter Mensch selbst kaputt macht. Mein Ex-Freund, mit dem ich ca. 8 Jahre zusammen war, ist auch alkoholkrank. er hatte schon immer mal Ausraster, die ich aber nie auf den Alkohol zurückgeführt habe. Er hat meiner Ansicht nach weniger Alkohol getrunken, also viele “normale” Menschen, die mehrmals wöchentlich Alkohol trinken. Mit der Zeit wurde er, wenn er zu viel getrunken hatte, immer aggressiver und hat dann meistens mich oder seine Mutter beschimpft. Also meistens die jenigen, die ihm am nächsten standen und die ihn sehr gern hatten. zum Schluss ist er in eine eigene Wohnung gezogen, weil ich ihm gesagt habe, dass er nicht mehr bei mir bleiben kann, da mich sein Benehmen selbst fertig gemacht hat. Das konnte er nicht verstehen und gab mir dann die Schuld an seinem totalen Absturz in seiner eigenen Wohnung. Ich habe dort hin und wieder besucht, doch er hat sich nicht verändert, sondern ist dort erst recht in schlechte Kreise geraten. Schließlich ist er zur Entgiftung ins Krankenhaus und hat danach eine mehrmonatige Therapie gemacht, die er vor ca. 4 Monaten beendet hat. Seitdem hat er wieder versucht Kontakt mit mir aufzunehmen. Ich wollte uns zuerst auch wieder eine Chance geben, habe aber schnell gemerkt, dass die ganzen Verletzungen der letzten Jahren nicht einfach so weg sind. Ich muss mich jetzt erst mal um mich kümmern. Seit dem terrorisiert er mich und benimmt sich schlimmer als vorher. Ich denke, das für ihn eine Beziehung jetzt auch nicht gut wäre, da er jetzt erst mal schauen muss, dass er im Alltag wieder klar kommt. Vor einigen Tagen habe ich ihn angezeigt, weil er mich wieder beschimpft und bedroht hat. leider sehe ich keine andere Möglichkeit, da ich denke, wenn er jetzt wieder keine Konsequenzen deswegen bekommen wird, wird er immer weiter mein Leben kaputt machen. ich habe in der letzten Zeit, als er nicht da war, so viel Selbstbewusstsein und Mut wieder erlangt, dass ich mir das nicht mehr von irgendjemandem nehmen lassen will.
    ich hoffe, er kann das einmal verstehen. Er hat auch wirklich sehr gute Seiten an sich und ist auch hilfsbereit, doch mittlerweile glaube ich, dass er die meisten Dinge nicht aus Zuneigung zu mir gemacht hat, sondern aus Berechnung bzw. zu seinem eigenen Nutzen. Das macht mich noch etwas traurig. Andererseits glaube ich, dass ich mit ihm ohne sein miserables Benehmen kaum so lange Zeit zusammen geblieben wäre. Irgendwie konnte ich das immer gar nicht glauben, dass ein Mensch so sein kann, und habe deswegen die ganzen Ausreden und Entschuldigungen akzeptiert. Ich habe viel zu viel auf mich genommen, in dem ich ihm helfen wollte. Leider hab ich auch noch gedacht, das wäre möglich. Naja, irgendwann muss man einfach loslassen.

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