Die Designerdroge “GHB”

Kategorie Designerdrogen - 06/2000

– Ein Bericht von G.C. Rump -

GHB bekommt man in verschiedenen Zubereitungen im Chemikalienhandel, aber nicht ohne Endverbrauchserklärung. Illegal ist die Substanz in Deutschland also nicht, sie steht nicht in den Anlagen zum BTMG. Meine frühere Auffassung, dass GHB Kokain Konkurrenz machen kann, muss ich relativieren: Der Umgang mit GHB ist sehr viel komplizierter.

GHB-Gebrauch erfordert 1. eine sehr genaue Waage und 2. einiges Experimentieren mit der Dosierung. Die Grundregel ist: Ausgangsdosis 1 g bei 50 kg Biomasse, 1,4 g bei 70 kg, 2 g bei 100 kg usw. GHB wirkt auch nur bei nüchternem Magen. Es muss getrunken werden, Pulver schniefen heißt praktisch good bye Schleimhaut.

Erfreulich ist: GHB ist eine natürlicherweise im Körper vorkommende Substanz, daher ist die Gefahr von Sucht (und Abhängigkeit) wohl kaum höher als etwa bei Schokolade. Unerfreulich bleibt weiterhin, dass bei Überdosierung akute Lebensgefahr besteht. Die Gefahr der Überdosierung besteht vor allem bei Schwarzmarkt-Zubereitungen, und da vor allem in flüssiger Form. Denn wer weiß schon, wieviel Wirkstoff in der Phiole ist? Es kann eine Ampulle Schwarzmarkt-GHB ausreichen, um ins Koma zu fallen. Im Krankenhaus ist kaum feststellbar, was das Koma ausgelöst hat, wenn den Ärzten nicht gesagt wird, dass GHB im Spiel ist (”Anticholium” ist Antidot).

Auch unerfreulich: Vor allem Frauen wird davon schnell übel. Bei einer Anzahl von Männern wirkt es – auch nüchtern genommen – praktisch gar nicht. Der “Crash” ist offenbar auch individuell abhängig. Manche verspüren ihn nach einer Dosis stark, manche können eine Nacht lang durchsalzen und haben allenfalls leichte (!) Kopfschmerzen, die mit zwei Aspirin weg sind. Über Langzeitwirkungen ist (mir) wenig bekannt.

Am besten lässt man die Finger davon, vor allem von schwarz hergestelltem GHB. Es entsteht, grob gesprochen, durch das Zusammenkippen von Lackabbeizer mit Klo- Reiniger. Und wer nimmt schon so etwas gerne zu sich?

[Quelle: G.C. Rump]

Nachtrag

03/2001 Es gab Leserstimmen, die den Darstellungen dieses Artikels widersprachen. Die Informationen zu Designerdrogen scheinen recht widersprüchlich zu sein. Dies ist sicherlich eine Auswirkung des Verbotes: Die Forschung kommt nicht voran.

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Kategorie Designerdrogen - 1 Kommentar.

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  1. 1. Rosa schrieb:

    Vom Konsum von GHB ist (wie von einigem anderen) ohne Ausnahme abzuraten. Leider kann ich aus Erfahrung sprechen: Meine Tochter entwickelte eine heftige Abhängigkeit (natürlich ist Polytoximanie im Spiel). Einige Male fiel sie lebensgefährlich ins Koma. Entzugsversuch mehrere Male – auch lebensgefährlich!!! Es kann sich im Nu körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln.
    Nach einigen Tagen oder Wochen ist der Entzug noch nicht vollzogen. Von psychosozialen und Lebens-Aufgaben ist schon gar nicht zu reden.
    Im übrigen kann eine Überdosis bereits tödlich sein – eine junge Frau unserer Bekanntschaft ist seit dem Sommer tot.

    Bitte warnen Sie in allen Artikeln ohne Einschränkung und vor GHB oder GBL – es ist zur Trenddroge geworden von jungen Leuten, die Gefahr laufen, ihr Leben einfach weg zu werfen.

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