Abhängig von Flunitrazepam

Kategorie Medikamente - 02/2001

- Ein anonymer Erfahrungsbericht -

Erlebnisbericht Nr. 1

(Februar 2000) Ich möchte Euch einen kleinen Teil meiner Medikamenten Abhängigkeit berichten.

Hauptsächlich habe ich Flunitrazepam eingenommen (Flunis). Eigentlich macht das Zeug am Anfang einfach nur Müde. Man bekommt überhaupt nichts mit vom Turn. Hat sich der Körper aber einmal daran gewöhnt ist die Sucht nicht mehr zu bremsen. Allerdings muss ich sagen, dass mir das Zeug immer nur in Kombination mit Methadon etwas gebracht hat. Ich hatte ein richtiges Hochgefühl.

Bin geschwebt. Musste nicht mehr denken. War einfach nur high. Soviel zu den Vorteilen, wenn man das so nennen kann. Die Nachteile überwiegen. Ich wusste oft nicht was passiert war. Konnte mich an Dinge, die ich getan habe, einfach nicht erinnern. Bin beim Zigaretten rauchen eingeschlafen und habe die Couch beinah abgefackelt. Bin beim erzählen einfach weggepennt.

Und das schlimmste war, dass ich ganz schnell gemerkt habe, dass mein Körper und natürlich mein Geist total abhängig waren. Habe ich mal einen Tag keine genommen, habe ich ganz schlimme Krampfanfälle bekommen und bin auf der Intensivstation wieder aufgewacht. Dem Tod gerade so entgangen. Mir blieb also nur übrig immer drauf zu sein oder eine stationäre Entgiftung zu machen.

Ich hatte mich dann leider für das erste entschieden. Trotz das mir mein Arzt mitgeteilt hatte, dass ich mit dem Tod spiele. “Flunis” haben ein sehr hohes Abhängigkeitspotential. Damals hatte ich das Glück, dass mein Apotheker mir dieses Teufelszeug auch ohne Rezept verkauft hat.

Ich rate hiermit jedem die Finger von solchen Tabletten zu lassen. Ich bin dem Teufel gerade noch von der Schippe gesprungen. Man kann an so einem Krampfanfall ganz schnell sterben. Also niemals einfach absetzen, sondern immer ärztlichen Rat einholen. Ich kann hier nur noch mal warnen wie schnell solche Diazepine abhängig machen.

Unter Zwang oder Druck wird man niemals clean. Mann muss es einfach selber wollen und davon überzeugt sein. Dann kann man es schaffen. Und Hife holen, dann wird es ein bisschen einfacher.

[Quelle: anonym]

Erlebnisbericht Nr. 2

(02/2001) Ich bin leider eine, die abhängig von Flunis ist. Eine stationäre Behandlung hab ich schon hinter mir. Da hatte ich es geschafft von 10-12 Tabletten pro Tag und eine Menge Bier auf 0 zu kommen. Idiotischerweise hab ich wieder angefangen mit diesen Scheisstabletten! Meine Angst-und Panikattacken haben mich wieder auf die Idee gebracht, weil ich sie einfach nicht mehr ertrage.

Naja, ich war dann wieder bei zwei bis zweieinhalb. Jetzt mache ich den Versuch selbst runterzukommen. Hab als Ausweichmöglichkeit für die Nacht Stilnox-Schlaftabletten. Tagsüber nehme ich dann meist eine halbe Fluni, wenn mein Herz wieder anfängt zu schmerzen und meine Panik anfängt. Ab und zu brauche ich abends dann noch eine halbe. Da ich gerade eine eigene Wohnung bezogen habe, zwei süsse Katzen hab und einen Job kann ich nicht wieder stationär einen Entzug machen. Also lege ich echt alle Hoffnung auf meine Disziplin. Ich werde versuchen in meinem Urlaub die Flunis ganz abzusetzen. Aber ich hab etwas Angst, weil ich allein wohne. Was ist, wenn ich einen Krampfanfall bekomme? Naja, ich muss es aber versuchen, denn so geht es einfach nicht weiter. Das Leben verliert wirklich die Lebensqualität und man ist so eingeschränkt. Ich hoffe ich schaffe es.

[Quelle: anonym]

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Kategorie Medikamente - 10 Kommentare.

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  1. 1. winkelmann,Bianka schrieb:

    mein Ehemann ist am 5.12.2010 in der Jva Neumünster in Untersuchungshaft verstorben. Er war Drogenabhängig (Heroin und Flunis, ca.20-28 Stk. pro Tag!)
    Gegen die Entzugserscheinungen von Heroin bekam er Methadon, für die Flunis dagegen bekam er nichts!
    Er ist nach 3 Tagen gestorben…angeblich sei er nachts im Schlaf verstorben…
    Trotz Obduktion wurde keine Todesursache gefunden!!
    Keiner meint, etwas unterlassen zu haben und ich – nicht süchtig- stehe nun da und muß mit Hilfe eines Anwalts beweisen, das die Haftanstalt sich durch unterlassene Hilfeleistung schuldig gemacht hat.
    Ich hatte bei Festnahme meines Mannes am Telefon darauf hingewiesen, das mein Mann Flunis nimmt und dementsprechend ärztlich versorgt werden müsse.
    Dies ist wohl nicht ausreichend passiert, obwohl mir versichert wurde, das er alles bekäme, was er bräuchte!Er würde bestens versorgt!
    Jetzt ist er tot…und keinen interessiert es. War ja bloß ein Junkie….

  2. 2. Larry Szoke schrieb:

    Hallo, ich habe mit Entsetzen Deine Zeilen gelesen. Ich bitte Dich, Deinen Mann in guter Erinnerung zu bewahren. Was soll ich schreiben??? Ich betreue über das Amtsgericht 2 Heroin- und Tabletten-Abhängige. Es ist sehr schwer. Aber ich verstehe immer mehr, dass diese Menschen nicht mehr Herr Ihrer Gedanken sind, sondern total von den Tabletten abhängig sind. Ich wünsche Dir, dass Du einen “guten” Anwalt hast. Dir alles Gute, von ganzem Herzen. Wer hat keine Süchte???????
    Lieben Gruß Larry

  3. 3. Dein Name schrieb:

    Hallo
    Mein Bruder nahm auch diese Flunis und Diazepam und nahm auch leider noch Heroin dazu , leider ist er auch daran verstorben es muss ein Teufelszeug sein diese flunis dehalb an alle die sie noch ein nehmen hört auf damit es bringt euch nur den tot.
    Es ist nicht schön mit an zu sehn wie sich die Leute ihr leben kaputt machen und schon ganicht wenn man sie sieht wenn sie drauf sind .

  4. 4. Druide schrieb:

    “High”
    Ich bin 46 Jahre alt und seit 27 Jahren auf Rosen(Flunis)+ momentan Methadon, früher ‘H’. Als es in den 80er jahren noch die 2mg Teile gab, habe ich täglich um die 40 Stück gefressen oder ne 5er Pack Rohypnolampullen weggeknallt.Ich wurde ich nicht müde sondern endagil,speedig + schwerst aggresiv.Durch den Übermaß hatte ich eine Paradoxwirkung entwickelt.
    Die kleinste von mir wahrgenommene ‘anscheinende’ Anmache gegen meine Person, habe ich mit furchtbarster Gewalt binnen kürzester Zeit ‘gelöst’.
    Anfang 1990 habe ich meinen damaligen besten Freund, wegen eigentlich nichtigen Gründen erstochen.Deswegen bin ich vom Schwurgericht zu 7 Jahren Knast + Einweisung in ne Entziehungsanstalt nach § 64(Psychiatrie) verurteilt worden.
    Durch viel Glück + Knasterfahrung hatte ichs geschafft, den 64er, wegen nach meiner damaligen Meinung, lediglichen erneuten Unterbringung “OHNE” jeglichen therapeutischem Nutzen, aussetzen zu lassen um wieder in den Knast zurück zu können. Denn dort hatte mein staatlicher Aufenthalt wenigstens ein konkretes ende- was bei der Unterbringung nicht gewesen wäre.
    (Übrigens wurde ‘auch wegen mir’ damals die mg- Menge halbiert + die Waschzettel (Gebrauchsanweisung.. Nebenwirkung,,blabla verändert).
    Nach dem Knast habe ich die Stadt gewechselt + hatte’leider binnen küzester Zeit wieder einen Arzt, der mir nun über 10 Jahre Flunitrazepam 1mg + Diazepam 10mg wieder in rauen Mengen verschreibt. Von meiner Methadonsubstitution 11 mg, weiß er nix.
    Wahrscheinlich werde ich so weitermachen bis es mich weghaut.
    Es ist genauso , wie ich in nem Bericht weiter oben las –
    Es hilft ‘KEIN’ Zwang- ‘KEINE’ Strafe, nur der eigene Wille und diesen habe ich bis heute nicht, obwohl ich dies immer abstreite. E G A L !!
    Wer dies liest + mich kennt weiß wer + was ich bin.
    Wer nicht, den W A R N E ich – auch wenns wahrscheinlich umsonst ist. Aber vielleicht gibt es doch jemanden, der sich meine Lebensgeschichte zu Herzen nimmt und mit Benzos aufhört bevor es zu spät ist.
    Jedem seine eigne Entscheidung!!!
    Alles Gute für die die in ähnlicher Lage sind. Machts gut!!
    Druide.. Gruß an die 64er von 1996 im BKH Haar……

  5. 5. gerri schrieb:

    Hi ich bin seit 11 Jahren mit einem Ex Junky zusammen haben eine 4 jährige Tochter und ich habe noch 2 jungs in die Beziehung gebracht.Mein Freund hatte seinen letzten Rückfall vor 3 Jahren .Vor 6 Monaten hat er begonnen Haschiscch zu rauchen was für mich eigentlich kein Problem darstellt doch er Raucht ständig obwohl wir Absprachen hatten das es nur 1 Joint am Tag sein soll zur Entspannung. Seit einiger zeit habe ich bemerkt das er nicht mehr richtig schläft und nicht richtig isst er ist abwesent schläft nur noch im Wohnzimmer und geht oft alleine mal schnell “einkaufen ” .Ich muss dazu sagen das er Politox ist (mehrsüchtig)

  6. 6. W.K schrieb:

    Ich habe mit heroin angefangen der scheis wurde imer slechter.Da erzelte man mir wen man die Flunis mit auflùst ist der kik intersiwer habe es auch probirt und es ist so.Nach ein par monaten schpeter habe ich beim schprizen die Aterie erwischt und nach z.3 wochen 5 finger til ampotirt.Jetzt lebe ich seit 8 jahren eingeschrenkt und habe es immer noch nichts daraus gelernt.Scheis sucht bin (46)

  7. 7. Jen schrieb:

    Ich war fast 9 Jahre clean, 2006 ist mein Freund gestorben…seit dem bin ich wieder auf Flunis weil ich es im Kopf einfach nicht aushalte. Er starb auf meinem Geburtstag , monatelang schaffe ich es mir nicht ganz so viele zu schmeißen aber geht es auf meinen Geburtstag zu,steigt auch die Zahl der Tabletten.1998 war ich schon mal auf gute 30-40 Roppis am Tag als ich in Haft kam habe ich den heftigsten Entzug mitgemacht der Monate anhielt,ich konnte keine vernünftige Unterhaltung führen und hatte Angst das ich in diesem Kopfchaos hängen bleibe.ich habe meine Artikulation mit laut vorlesen Trainiert …und es hat Gott sei dank geklappt .damals habe ich geschworen nie wieder eine Pille zu nehmen….jetzt bin ich wieder dabei und auch noch in Bewährungszeit mit c.a20 riegeln Flus+Dias erwischt wurden….es ist nicht so das ich nicht versucht hab runter zu kommen,3mal war ich in Entgiftung aber die haben mir immer nur 2wochen zeit gegeben(Krankenkasse),aber jeder der sich auskennt weiß das der Tabletten Entzug dann erst richtig los geht…ich weiß nicht mehr weiter.

  8. 8. Pittyplatsch schrieb:

    Es ist sehr interessant aber auch schmerzlich Eure Kommentare zu lesen. Ich war 3 Jahre abhängig von Flunis. Verschrieben wurden mir diese während eines 12-wöchigen Klinikaufenthalts in einer psychosomatischen Klinik. Mit einer Dosis von 2Stück am Tag wurde ich entlassen, da die Krankenkasse meinen Klinikaufenthalt nicht länger bezahlte (Die Bronchitis mit etwa 40 Grad Fieber war genauso schlimm, denn ich musste 270 KM mit eigenem PKW nach Hause fahren).
    Die Besorgung der Flunis war anfangs garnicht so schwer, aber um einen weiteren Aufenthalt in einer anderen Klinik genehmigt zu bekommen, musste ich von diesem Zeug runter (3 Wochen Entzug in der Klinik). Okay, dass war geschafft. Aber dann: 6 Monate Wartezeit für einen Klinikplatz. Das waren definitiv 6 Monate zuviel. Was danach kam, könnt ihr euch sicher denken. Ein gut gemeinter Rat:- werdet bitte nicht krank. Gruß Bine

  9. 9. STD schrieb:

    Wer hat euch alle gezwungen Drogen oder Psychopharmaka zu nehmen/ euch mit solch kranken Geschöpfen abzugeben!? Keiner! Es ist echt armselig hier nach Mitleid oder jedwede Anteilnahme zu heischen. Die, die Drogen nehmen, belasten ihre Mitmenschen, das komplette Gesundheitswesen, die Ärzte (welche meist besten Gewissens und nach gehöriger Verarsche durch den/ die “Patienten”) Flunis verschrieben haben und das leider noch tun. Für Junkies ist nun mal kein Platz in unserer Gesellschaft. Nehmt ne Überdosis von dem Zeug, das ihr ggf. noch habt und dann “good bye”. Damit ist allen geholfen. Und: Hut ab vor allen, die den Ausstieg wirklich schaffen! Wahrscheinlich die Intelligenteren, und die können wir brauchen, den Rest nicht. Sorgt für euch selbst. Ich habe keinen Bock für euch zu zahlen, wenn ihr auf Kassenkosten den xten Entzug macht oder durch Begleiterkrankungen, die ohne den Mist nicht auftreten würden, das System belastet. Wer Drogen/ Psychopharmaka aus freien Stücken konsumiert, sollte auch für die Kosten der “Krankheit” vorgesorgt haben.

  10. 10. Destiny Hope schrieb:

    Druide…….

    Bin irgendwie berührt von deiner Lebensgeschichte…..und den “Erfahrungen” die du gemacht hast….Bin im Moment dabei einige Lebensgeschichten aufzuschreiben um sie für die Nachwelt zu erhalten….auf das andere Menschen daraus Nutzen ziehen können…und sie abschreckend wirkt….würde gerne mit dir KOntakt aufnehmen…………HOFFE DU LIEST DAS………….

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